13. Tag
Donnertag, 11.5.2006

Burr Trail, Notom-Bullfrog-Road, Hells Backbone Road, HITTR - Devils Garden

Wir sind wieder früh aufgestanden und haben im Hotel gefrühstückt. Das Frühstück gefiel mir besonders gut, denn hier gab es einen Waffelautomat, an dem sich jeder seine Waffel selbst backen konnte. Der fertige Teig stand in einer Schüssel daneben. Da ließen wir uns doch nicht lange bitten! Für heute hatten wir eigentlich gar keinen Plan, wo es denn hin gehen sollte. So überlegten wir uns dann beim Frühstück, dass wir den Burr Trail und eventuell die Notom Bullfrog Road fahren wollen, da wir beide noch nicht kannten. Unser letztes Ziel für heute sollte Escalante sein

Landschaft bei Boulder
Landschaft bei Boulder

Nach dem Frühstück packten wir wieder unsere sieben Sachen und verstauten alles in unserem Trail Blazer. Dann fuhren wir ohne lange zu überlegen nach Süden Richtung Boulder. Es war noch ziemlich kühl, aber die Sonne kam immer wieder zwischen den Wolken hervor. Nach ca. 40 Meilen hatten wir Boulder, einen kleinen unscheinbaren Ort, erreicht. Hier zweigt der Burr Trail nach links ab. Wir bogen in die asphaltierte Straße ein und fuhren zunächst durch eine wenig spektakuläre Landschaft. Das änderte sich aber bald als wir die Ansammlung versteinerter Sanddünen erreichten. Das erste Highlight auf unserer Fahrt sollte aber der Long Canyon sein, von dem ich schon einige Bilder gesehen hatte. Der Long Canyon ist eine 7 Meilen lange, von hohen Felswänden gesäumte Schlucht. Von oben bietet sich ein genialer Überblick über den Verlauf des Canyons, bevor es über Serpentinen hinunter geht.

Ich war doch ziemlich enttäuscht, da der Canyon aufgrund der frühen Tageszeit noch komplett im Schatten lag. Wir fuhren also durch den "dunklen"; Canyon und konnten nur ahnen, wie er unter anderen Bedingungen aussehen würde. Aber es war schon sehr beeindruckend, zwischen den steilen hohen Felswänden aus dunkelrotem Sandstein zu fahren.

Am Burr Trail
Am Burr Trail
 
Am Burr Trail mit Peek-A-Boo Arch im Hintergrund
Landschaft am Burr Trail - hinten rechts
ist ganz schwach der Peek-A-Boo Arch zu erkennen

Nach dem Ende des Long Canyon führte die Straße wieder leicht bergauf. Nach etwas über 31 Meilen ab Beginn des Burr Trails, an der westlichen Grenze des Capitol Reef Nationalparks, endete die Asphaltierung und die Straße wurde zur Sand- und Schotterpiste, eine sehr staubige Angelegenheit. Bei Nässe und Regen sollte man hier nicht mehr weiterfahren! Von hier bot sich uns ein tolles Panorama. Wir hatten einen schönen Blick über die Waterpocket Fold und ihre Zacken. Auf unserer weiteren Fahrt hatten wir immer wieder neue spektakuläre Ansichten und Ausblicke auf die Waterpocket Verwerfung, die wir auf dem Burr Trail überquerten. Nach knapp 35 Meilen fällt die Waterpocket Fold plötzlich steil ab. Am Top ot the Switchbacks kann man sehr schön den Verlauf der Straße sehen, die sich in vielen Serpentinen nach unten ins Tal schlängelt. Wir hielten oben kurz an, um diese Aussicht zu genießen. Dann fuhren wir langsam die Serpentinen hinunter. Wenig später erreichten wir die Kreuzung mit der Notom-Bullfrog Road.

Serpentinen ins Tal
Serpentinen ins Tal
Notom-Bullfrog Road
Notom-Bullfrog Road

Hier überlegten wir, wie wir jetzt weiterfahren wollen und entschlossen uns, die Notom-Bullfrog Road nach Norden zu fahren. So würden wir wieder zurück auf die SR 24 kommen. Die unbefestigte Straße führt einige Meilen durch den Capitol Reef und verläuft danach etwa parallel zur Nationalpark-Grenze. Nur die letzten Meilen vor der SR 24 sind dann wieder asphaltiert. Der Verlauf der Notom-Bullfrog Road ist weniger spektakulär wie der des Burr Trail. Wir fuhren Meile um Meile durch ein breites Tal, teilweise verlief die Straße schnurgerade. Der letzte Teil bis zum Highway zog sich entsprechend lange hin. Fast unmittelbar an der Einfahrt zum Capitol Reef erreicht die Notom-Bullfrog Road die SR 24. Da unser Ziel aber Escalante war, mussten wir erneut durch den Capitol Reef fahren, um dann über Torrey und Boulder nach Escalante zu kommen. Das hatten wir nicht gut überlegt. Wären wir andersherum gefahren, hätten wir uns 72 Meilen gespart und 1,5 Stunden Zeit. Aber es war ja nicht wirklich geplant gewesen und so fuhren wir heute also zum zweiten Mal durch Boulder.

Kurz hinter Boulder fiel uns ein Schild auf, welches auf die Hell's Backbone Road hinwies. Auf dem Plan konnten wir sehen, dass die Straße in einem Bogen nach Westen verläuft, dann auf die Pine Creek Road trifft, die direkt nach Escalante führt. Ralf hatte am Deadhorse Point mit jemandem gesprochen, der diese Strecke gefahren war. Es war relativ früh und wir hatten noch viel Zeit, also warum nicht über die Hell's Backbone Road nach Escalante fahren?

Ausblick von der Hell's Backbone Road
Ausblick von der Hell's Backbone Road

Wir bogen in die Hell's Backbone Road ein. Dies ist eine unbefestigte Straße, aber wie wir feststellten ist sie im gesamten Verlauf problemlos befahrbar, auch mit einem normalen Pkw. Die Straße windet sich über dicht bewaldete Bergkämme und passiert schroffe Klippen und tiefe Schluchten. Wir hielten einige Male an, um in die Canyons zu schauen und die Ausblicke auf die umliegenden Berghänge zu genießen. Die Farben erinnerten uns dabei ein wenig an den Zion. Im Herbst sieht es hier sicher phantastisch aus. Aber auch so fanden wir die Strecke sehr schön. Unseren letzten Halt hatten wir an der Hell's Backbone Bridge, die über eine tiefe Schlucht führt. Von da an fuhren wir weiter, bis die Straße auf die Pine Creek Road trifft. Auf diese bogen wir nach links ab und fuhren Richtung Süden, bis wir Escalante erreichten.

In Escalante nahmen wir uns ein Zimmer im Circle D Motel und gingen zum Essen ins Prospector Inn. Nach einer kurzen "Verschnaufpause" fuhren wir dann noch einmal los.

Devils Garden
Devils Garden
 
Metate Arch
Metate Arch
 
Einige der Teufel
Einige der "Teufel"

Wir wollten zur Golden Hour und zum Sonnenuntergang beim Devils Garden sein, eine schöne Location an der Hole in the Rock Road (abgekürzt nur HITRR), die wir im letzten Jahr das erste Mal besucht hatten. Es ist eigentlich ein recht kleines Gebiet, auf dem die Sandsteinformationen und -figuren wie in einem Garten verteilt sind. Teilweise sehen sie aus, als würden sie auf riesigen Sockeln stehen. Auch zwei Arche gibt es hier, wobei wir bisher aber nur den Metate Arch gefunden haben. Man kann sich auf dem Gelände überall frei bewegen und zwischen den Figuren hin und her laufen. Fotografen finden hier Motive ohne Ende und auch wir wollten heute wieder einige Fotos von den "Teufeln" machen.

Einige Meilen hinter Escalante bogen wir vom Hwy 12 nach Süden ab auf die HITRR. Es ist eine Dirt Road, relativ breit (zumindest am Anfang) und bis zum Devils Garden auch mit einem normalen PKW zu befahren. Vom Anfang der HITRR sind es ca. 12,7 Meilen bis zum Devils Garden. Dort weist auch ein Schild auf den Devils Garden hin. Eine kurze Stichstraße führt zum Parkplatz. Hier stellten wir unseren Wagen ab und sahen, dass noch ein weiteres Auto dort parkte. Dann gingen wir an der kleinen Picnic Area mit den fest installierten Grills vorbei durch das Gelände, jeder suchte sich seine Motive zum Fotografieren. Unsere Hoffnung auf einen schönen Sonnenuntergang hatte sich schnell zerschlagen, aber wir blieben und fotografierten, denn wir fanden immer wieder neue Motive. Plötzlich hörten wir Stimmen. Aha, die anderen Besucher, deren Auto wir gesehen hatten. Aber wir waren doch sehr überrascht, als wir das "Vater-Sohn-Gespann" aus der Wave erkannten. Ob sie wohl wieder Musterfotos dabei hatten? Wir begrüßten uns und jeder erzählte, wie es ihm in der Zwischenzeit ergangen war. Da sie uns in der Wave schon etwas genervt hatten, verabschiedeten wir uns auch bald wieder. Die Sonne war auch schon lange untergegangen, völlig unspektakulär. Es hatte keine schöne Wolkenfärbung gegeben und wir machten uns wieder auf den Rückweg nach Escalante.

So endete wieder ein sehr schöner Tag. Der Burr Trail war eine phantastische Strecke, die Fahrt hatte sich wirklich gelohnt. Auch die Hell's Backbone Road hatte uns gefallen, der Devils Garden sowieso. Der einzige Nachteil war, dass wir fast nur im Auto gesessen hatten und dass wir keine einzige Wanderung gemacht haben. Im Motel angekommen, erledigten wir noch unsere üblichen Arbeiten und gingen dann schlafen.

Gefahrene Meilen: 244