10. Tag
Montag, 8.5.2006

Mesa Arch, Shafer Trail, Potash Road

Der Wecker klingelte um 4:30 Uhr. Eigentlich gar nicht unsere Zeit. Wir quälten uns aus dem Bett. Schließlich wollen wir zum Sonnenaufgang beim Mesa Arch sein. Wir packten noch etwas Verpflegung fürs Frühstück ein und dann starteten wir Richtung Island in the Sky District im Canyonlands National Park.

Mesa Arch
Mesa Arch bei Sonnenaufgang

Bevor wir Moab verließen, hielten wir noch an einer Tankstelle und füllten unsere großen Thermobecher mit heißem Kaffee. Sowie wir aus Moab heraus waren wurde es auch stockdunkel, keine Beleuchtung erhellte die Straße, nur die Scheinwerfer unseres Trail Blazer. Wir kannten die Strecke zum Mesa Arch und so war die Orientierung im Dunkeln für uns kein Problem. Wir fuhren über die SR 313 in den Island in the Sky District des Canyonlands NP. Etwa 6,3 Meilen südlich des Visitor-Centers befindet sich der Parkplatz für den Mesa Arch, den wir nach ungefähr einer Stunde erreichten. Für den kurzen Trail zum Mesa Arch hatten wir Taschenlampen dabei und die braucht man auch, um sich im dunklen Gelände zurecht zu finden. Auf den letzten Metern war es aber schon relativ hell und wir konnten die Taschenlampen ausmachen. Nach ca. 15 Minuten ab Parkplatz erreichten wir gegen 6:10 Uhr den Arch. Aus einiger Entfernung sahen wir schon eine große Gruppe von Fotografen mit ihren Stativen dort aufgereiht stehen. Die besten Plätze waren also schon weg. Beim Näherkommen wurden wir dann mit den Worten "Good afternoon!" begrüßt. Dabei waren wir doch mehr als pünktlich! Ich schaute mich gleich um, wo mein Stativ denn noch Platz finden könnte und fand auch eine einigermaßen gute Stelle. Es war noch genügend Zeit, um alles für die Aufnahmen herzurichten. Dann warteten wir alle gemeinsam auf den Sonnenaufgang. Als die Sonne langsam hinter dem Horizont aufstieg, wurde eifrig geknipst, aber bereits nach kurzer Zeit machte sich überall Enttäuschung breit. Das Glühen fehlte! Die Unterseite des Mesa Arch fängt bei einem "schönen" Sonnenaufgang förmlich an leuchtend orange zu glühen. Das ist auch der Grund, warum hier immer wieder Massen von Fotografen stehen, um diesen phantastischen Anblick aufs Bild zu bannen. Heute wurde leider nichts daraus! Es war stark bewölkt, es gab nur einen schmalen Streifen, durch den der Himmel zu sehen war. Wir warteten mit den anderen noch eine Weile, ob sich vielleicht doch noch eine schöne Färbung ergibt, aber leider wurde da nichts draus. Also gab es mal wieder nichts mit den erhofften Fotos vom "glühenden" Mesa Arch! Langsam packten wir unsere Kameras wieder ein. Von den anderen Fotografen waren die meisten schon weg, als wir uns auf den Rückweg zum Parkplatz machten. Unterwegs sahen wir jede Menge Hasen, die durch unsere Schritte aufgeschreckt wurden. Am Auto angekommen aßen wir erst eine Kleinigkeit und teilten dabei mit einem Raben, der sich seinen Anteil direkt bei uns abholte. Fast fraß er Ralf dabei aus der Hand.

Grand View Point Overlook
Grand View Point Overlook
 
Upheaval Dome
Upheaval Dome
 
Shafer Trail
Shafer Trail - ganz oben beginnt er

Nach dem kleinen Imbiss fuhren wir zum Grand View Point Overlook. Das ist im Island in the Sky District eigentlich mein Lieblings-View Point, aber durch die starke Bewölkung gefiel er mir heute nicht so wie sonst. Wir fuhren weiter und suchten nach einer Picnic Area, wo wir gemütlich frühstücken wollten. Wir hatten auch bald eine gefunden und genossen dann unser Frühstück, leider ohne Kaffee. Anschließend machten wir ein kurzes Nickerchen, da wir doch etwas müde waren. Etwas ausgeruhter ging es etwas später weiter zum Green River Overlook und zum Upheaval Dome.

Dann entschlossen wir uns, über den Shafer Trail und die Potash Road wieder nach Moab zu fahren. Der Shafer Trail beginnt, wenn man auf der Parkstraße zum Ausgang fährt, kurz nach dem Visitor Center auf der rechten Seite. Hier bogen wir auf den 5 Meilen langen Trail ab, der ca. 300 Meter bergab zum White Rim Plateau führt. Die Dirt Road verläuft auf den ersten Metern noch ziemlich gerade, dann beginnen die Serpentinen. Das ist keine Strecke für ängstliche Naturen. Auf jeden Fall sollte man den Trail nur bei trockenem Wetter fahren, am besten mit einem Allrad-Fahrzeug. Ralf machte es wieder einen Riesenspaß die Serpentinen hinunter zu fahren, das war wieder eine Strecke nach seinem Geschmack. Unten auf dem Plateau angekommen, zweigt dann die Potash Road nach links ab. Der Shafer Trail endet hier und die White Rim Road beginnt. Irgendwann wollen wir diesen Trail entlang dem White Rim auch noch fahren. Aber heute soll es über die Potash Road weiter gehen, und da wir diese Strecke auch schon einmal gefahren waren, achteten wir nicht weiter auf die Umgebung. Wir wollten nur schnell wieder nach Moab kommen.

In Moab kauften wir uns noch eine Kleinigkeit zu Essen und dann checkten wir im Days Inn Hotel ein, wo wir ein Zimmer reserviert hatten. Beim Ausladen unseres Gepäcks bemerkte Ralf, dass unser Wagen hinten links einen Platten hatte. Wir brachten erst das Gepäck in unser Zimmer, und dann wechselte Ralf erst mal den Reifen. Ganz in der Nähe hatten wir am Tag vorher eine Werkstatt gesehen. Hierher brachte Ralf den kaputten Reifen, den er am späten Nachmittag repariert wieder abholen konnte. Anschließend machten wir uns zu Fuß auf den Weg zur Kokopelli Lodge, um Wendy und Larry zu treffen. Aber die beiden waren noch nicht von ihrer Jeep-Tour zurück, während einige andere der Gruppe doch schon wieder da waren. Sie meinten dann zu uns, dass die beiden am Jeep einen Schaden gehabt hätten und sie deshalb später kommen würden.

Wir hatten mittlerweile Hunger und gingen zu Zax, einem Restaurant nicht weit entfernt an der Main Street. Das Essen war wirklich gut und wir aßen mit großem Appetit. Nach dem Essen brauchten wir etwas Bewegung und bummelten die Main Street entlang. Auf dem Rückweg zum Hotel schauten wir noch einmal bei der Kokopelli Lodge vorbei, aber Wendy und Larry trafen wir dort wieder nicht an, und auch die anderen Jeep-Fahrer waren nicht da. Schade, wir hätten gerne die Jeep-Fotos gesehen. Wir hofften, dass sie den Schaden an ihrem Wagen hatten beheben können. Zum Abschluss des Tages gab es im Hotel noch ein kühles Budweiser bevor wir schlafen gingen.

Gefahrene Meilen: 114