12. Tag
Mittwoch, 10.5.2006

Little Wild Horse Canyon, Goblin Valley, Torrey

Der Wecker riss uns schon früh aus dem Schlaf. Heute hieß es Abschied nehmen von Moab, das stimmte uns doch etwas wehmütig. Wir sind immer gerne in Moab und fühlen uns hier richtig wohl. Das Frühstück ging dann recht schweigsam von statten, weil wir beide unseren Gedanken nachhingen. Danach rafften wir uns auf, packten unsere Koffer und verstauten alles im Auto. Etwas traurig fuhren wir dann los. Wir hatten Moab richtig lieb gewonnen, wir werden bestimmt wieder kommen!

An einer Tankstelle legten wir noch einen kurzen Stopp ein, unser Trail Blazer brauchte noch etwas Sprit vor der Fahrt zum Little Wild Horse Canyon und Goblin Valley und wir brauchten noch einen Kaffee. Die Sonne schien und es war kein Wölkchen am Himmel. Während der Fahrt entschlossen wir uns, zuerst zum Little Wild Horse Canyon zu fahren und danach zum Goblin Valley State Park.

Beide Locations liegen im San Rafael Swell und sind nur wenige Meilen voneinander entfernt. Der Little Wild Horse Canyon ist ein Canyon mit einigen sehr schmalen, slotähnlichen Passagen, den wir im letzten Jahr schon einmal besucht hatten. Aber mitten im Canyon hatten wir dann Bekannte getroffen und da sie schon wieder auf dem Rückweg waren, sind wir mit ihnen zurück zum Parkplatz gegangen. Daher war uns der letzte Teil des Canyons entgangen und den wollten wir uns heute anschauen.

Löcher in der Canyonwand
Löcher in der Canyonwand

Wir fuhren zunächst auf der I-70 nach Westen und bogen dann auf die SR 24 nach Süden ab Richtung Hanksville. Von diesem zweigt die Temple Mountain Road in westliche Richtung ab, der wir für einige Meilen folgten. Es folgt dann eine kleine Kreuzung, an der wir nach links (nach Süden) zum Goblin Valley abbogen. Da wir ja schon wussten, wo sich der Little Wild Horse Canyon befindet, brauchten wir nur noch auf den Wegweiser achten, an dem wir nach rechts auf eine Dirt Road abbiegen mussten. Diese Dirt Road ist bei Trockenheit fast mit jedem PKW zu befahren. Bei Nässe sieht das schon ganz anders aus, das hatten wir im letzten Jahr erlebt, da hatte es einen Tag vorher ein Unwetter gegeben und entsprechend sah die Dirt Road dann auch aus. Heute war es jedoch trocken und ohne Probleme erreichten wir nach einigen Meilen den Trailhead. Außer uns befand sich hier niemand. Wir packten unsere Rücksäcke, reichlich Trinkwasser und machten uns auf den Weg.

Nach kurzer Zeit erreichten wir den Anfang des Canyons und gleich darauf fiel mir eine interessante Stelle auf. Hier waren Löcher und Hohlräume in der Canyonwand, die ich natürlich auch gleich fotografieren musste. Erst später las ich im Buch Photographing the Southwest von Laurent Martrès vom Little Wild Horse Canyon und der Besonderheit dieser "Löcher";. Dreht man das Foto auf den Kopf, verschwinden die Löcher und es sieht aus, als ob in der Felswand Steine eingebettet seien. Eine optische Täuschung!

Ralf im Little Wild Horse Canyon
Ralf im Little Wild Horse Canyon
Eine etwas schmalere Stelle im LWHC
Eine etwas schmalere Stelle im LWHC

Im weiteren Verlauf wurde der Canyon mal sehr eng, dann wieder breiter, mal waren Felsbrocken im Weg, über die wir klettern mussten, es wurde nicht langweilig. Die Canyonwände sahen teilweise aus wie Schweizer Käse, über und über mit Löchern übersäht. Was das Fotografieren betraf, hatten wir dummerweise das Stativ im Auto gelassen. Ein Fehler, wie sich dann herausstellte. Ein Stativ wäre auf jeden Fall erforderlich gewesen, denn die Lichtverhältnisse waren nicht die optimalsten. Besonders an den recht engen Stellen war es ziemlich dunkel. Die verschiedenen Rot-, Braun- und Ockertöne kamen leider nicht so richtig zur Geltung. Aber mit dem Stativ hätten wir sicher einige Aufnahmen mehr machen können. So waren es leider etwas weniger. Das ist mal wieder ein Grund, hier noch einmal her zu kommen!

Wir gingen etwa eine Stunde in den Canyon hinein bis zu einer Stelle, wo er sich wieder sehr weitet. Dort kehrten wir um und machten uns auf den Rückweg zum Trailhead. Hier verstauten wir nur unsere Rucksäcke im Auto und dann fuhren wir auch gleich weiter zum Goblin Valley State Park. Gleich zu Beginn steht eine schöne Formation, die "Three Wise Men" oder auch "Three Ugly Sisters" genannt wird. Wir fuhren an ihr vorbei und parkten unseren Wagen. An der überdachten Picnic Area aßen wir erst eine Kleinigkeit, bevor wir ins Valley hinunter gingen.

Das Goblin Valley besteht eigentlich aus drei Tälern. Aber die meisten Leute, wir natürlich auch, sehen sich nur das Haupttal an. Ursprünglich wollte ich heute das Goblin Valley mit seinen 3 Tälern gerne etwas genauer erforschen, aber es war Mittag und sehr heiß. Außerdem kamen die "Kobolde und Gnome" in der prallen Sonne nicht so gut zur Geltung, weshalb sie auf unseren Fotos alle sehr blass aussehen. Zum Fotografieren hatten wir die ungünstigste Tageszeit erwischt, weshalb wir dann auch nur einen Spaziergang durch das 1. Tal machten und relativ wenig fotografierten.

Goblin Valley
Goblin Valley
Blick über das Goblin Valley
Blick über das Goblin Valley

Wir kehrten zu unserem Trail Blazer zurück und verließen das Tal wieder. Unser letztes Ziel für heute war Torrey, ein kleiner Ort nahe beim Capitol Reef Nationalpark. Dafür mussten wir zuerst wieder zur SR 24 zurück und diesem weiter nach Süden folgen. Bei dem kleinen trostlosen Ort Hanksville wendet sich der Highway nach Westen und führt einige Meilen weiter quer durch den Capitol Reef Nationalpark. Hier legten wir wieder einige Fotostopps ein, bevor wir Torrey erreichten und uns dort ein Zimmer suchten. Da uns inzwischen der Magen ziemlich knurrte, obwohl es ja eigentlich noch recht früh war, fuhren wir zu Brink's Burger. Hier bekommt man die verschiedensten Burger, superlecker (für den, der Burger mag) und riesengroß. Ich schaffe meinen Burger meistens nicht, da muss Ralf dann helfen. Seit wir diesen kleinen Imbiss entdeckt haben, versuchen wir immer, wenn wir hier in der Gegend sind, zu einer Mahlzeit hier zu sein.

Gut gesättigt fuhren wir nach dem Essen zum Motel zurück, wo wir noch einen wunderschönen Sonnenuntergang sehen konnten. Dann ging es ins Zimmer unsere täglichen Aufgaben erledigen, bevor wir müde ins Bett fielen.

Gefahrene Meilen: 196