8. Tag
Samstag, 6.5.2006

La Sal Mountain Loop, Castle Valley, Dead Horse Point

Auch ohne das Klingeln des Weckers wurden wir heute wach und standen gleich auf. Dann schnell duschen, bevor die anderen Bewohner wach werden und alle unter die eine Dusche wollen. Ein Blick durch das Fenster sagte mir, dass es sonnig, aber etwas bewölkt war. Zu Fuß machten wir uns auf den Weg zum Frühstück. Gestern Abend war uns das Jailhouse Cafe aufgefallen. Es sah nett aus und war wohl ein reines Frühstückslokal. Bei unserer Ankunft war es schon sehr gut besucht, wir bekamen gerade noch einen kleinen Tisch für uns zwei. Während des Essens planten wir unsere heutigen Unternehmungen. Das Frühstück war sehr lecker, gut gesättigt gingen wir zum Hotel zurück und packten den Wagen für unsere Tour. Punkt 10 Uhr ging es los.

La Sal Mountains
La Sal Mountains
 
Castle Valley
Castle Valley

Wir verließen Moab auf der US 191 in südliche Richtung und bogen etwas später links ab, um auf die La Sal Mountain Loop Road zu kommen. Gleich zu Beginn hatten wir einen tollen Blick auf die schneebedeckten Manti La Sal Mountains. Die geteerte, kurvenreiche Straße führte stetig nach oben durch grüne Vegetation. Je höher wir kamen, umso kälter wurde es. Trotz der niedrigen Temperatur waren viele Radfahrer unterwegs. Einige kamen uns entgegen, aber viele mussten wir auch überholen. Etwa an der höchsten Stelle machten wir eine kurze Pause und mit uns unzählige Radfahrer. Von hier hatten wir einen grandiosen Blick über das Castle Valley. Aber es war ziemlich kalt und überall waren noch Schneereste zu sehen. Nach dieser Unterbrechung ging es dann ständig bergab, dabei gab es immer wieder wunderschöne Ausblicke auf das Castle Valley. Schließlich waren wir im Tal angelangt und die Temperatur war wieder angenehmer. An der UT 128 angekommen, bogen wir nach rechts ab. Das ist eine sehr schöne Strecke. Über viele Meilen verläuft die UT 128 neben dem Colorado bis zur Dewey Bridge. Hier hielten wir kurz und schauten uns die alte Brücke an, die neue Brücke führt gleich daneben über den Colorado. Dann ging es weiter, über die Brücke und weiter auf der UT 128.

Wir wollten nach Cisco, eine kleine Geisterstadt in der Nähe des I-70. So hatte ich das jedenfalls irgendwo gelesen. Da der Ort nicht allzu weit von Moab entfernt war, wollten wir uns diese Ghost Town mal anschauen. Aber wir waren doch enttäuscht, denn das, was wir hier sahen, war uns nicht mal ein Foto wert. Wir fuhren einmal die Straße an Cisco entlang und wendeten anschließend gleich wieder. Es gab viel alte, zerfallene und heruntergekommene Häuser zu sehen. Einige wenige waren sogar bewohnt. Ansonsten wirkte das ganze Gebiet wie eine riesige Müllkippe auf uns. Überall standen dort alte Autos, Kühlschränke und sonstige ausrangierte verrostete Gegenstände. Aber auch Autoreifen waren zu sehen, eben alles, was nicht in einen normalen Mülleimer passt. Wir hatten nicht eine Menschenseele in Cisco gesehen. Der Ort hatte etwas Unheimliches an sich und wir wollten auch nicht länger nach einem Fotomotiv suchen. Wir fuhren also die UT 128 wieder zurück Richtung Moab.

Fisher Towers
Fisher Towers
 
Dead Horse Point
Dead Horse Point

Es war noch recht früh, da uns die Fahrt nach Cisco weniger Zeit gekostet hatte als wir gedacht hatten. Wir hatten sonst für den Tag nichts weiter geplant. Kurz vor Erreichen der Dewey Bridge sahen wir, dass eine Dirt-Road nach rechts abzweigte. Ralfs Abenteuergeist erwachte und er bog in diese Straße ein. Die Straße war ganz gut zu fahren, gegen die Strecke zum Colorado Overlook im Needles District war diese Straße ein Klacks. Aber Ralf hatte Spaß dabei, mal wieder abseits der geteerten Straßen zu fahren. Wir hatten keine Ahnung, wohin uns diese Dirt-Road führen würde, auf unseren Karten war sie nicht verzeichnet. Nach sieben Meilen endete sie plötzlich. Wir stiegen aus, sahen uns ein wenig die Umgebung an und machten ein paar Fotos. Viel mehr konnten wir hier auch nicht machen, und die Aussicht war auch nichts Besonderes. Wir fuhren wieder zurück zur UT 128 und dann weiter Richtung Moab. Als vor uns die Fisher Towers auftauchten, hielten wir noch einmal an um einige Fotos zu machen. Aber die optimale Stelle, um die Fisher Towers zu fotografieren war das hier noch nicht. Auf der Weiterfahrt hielt ich Ausschau nach einer Parkbucht, die besser geeignet war. Zurück in Moab bezogen wir unser neues Zimmer im Hotel und gönnten uns erst mal einen Kaffee, bevor wir einen Bummel durch die Geschäfte an der Main Street machten.

Danach wurde es auch Zeit für den Dead Horse Point State Park. Zum Sonnenuntergang wollten wir dort unser Stativ aufgebaut haben, und da wir noch nie da waren, planten wir etwas mehr Zeit ein. Wir verließen Moab in nördliche Richtung und bogen auf den Hwy 313 ab, der zum Island in the Sky District führt. Wir bogen aber vorher nach links ab, dem Hinweisschild folgend. Am Kassenhäuschen bezahlten wir unseren Eintritt, fuhren die Straße bis zum Ende und parkten dort unseren Wagen. Ich hätte mir gerne die Viewpoints entlang der Wanderwege angesehen, aber dafür waren wir zu spät, das werden wir irgendwann nachholen müssen. Um den Sonnenuntergang nicht zu verpassen, gingen wir gleich zum Dead Horse Point Overlook. Dieser befindet sich auf einer Art Landzunge und ist halbkreisförmig angelegt, dadurch hat man eine 270-Grad Sicht auf die darunterliegende bizarre Landschaft. Der Ausblick von hier oben ist wirklich grandios. Man schaut auf den 600 Meter tiefer gelegenen Colorado, der hier eine 180-Grad-Kehre macht und den Canyonlands Nationalpark mit seinen Schluchten und Felsformationen. Wir suchten einen geeigneten Platz für unser Stativ und stellten es schon mal auf. Nach und nach gesellten sich noch mehrere Leute mit ihren Stativen und Kameras zu uns. Als die Sonne sich dann langsam dem Horizont näherte, wurde überall eifrig fotografiert. Es war ein traumhafter Anblick. Die untergehende Sonne tauchte die braunroten Felsen in ein warmes orange-rötliches Licht. Als die Sonne weg war wurde es auch gleich empfindlich kühl. Etwas durchgefroren machten wir uns auf den Rückweg nach Moab. Im Nachhinein bedauerte ich es, dass wir nicht früher zum Dead Horse Point gefahren waren um uns den kleinen State Park anzuschauen, denn so haben wir leider nur den einen View-Point gesehen.

Aber nun verlangte der Magen nach Nahrung. In Moab gibt es viele Möglichkeiten, wo man zum Essen gehen kann, wir entschieden uns heute für das Abendessen im Pizza Hut. Dann kehrten wir zum Hotel zurück und reservierten unser Zimmer für weitere zwei Nächte. Es folgten noch unsere abendlichen Arbeiten wie Fotos sichern und Reisebericht schreiben. Mit einem Budweiser Bier ließen wir den Tag gemütlich ausklingen.

Gefahrene Meilen: 206