3. Tag
Montag, 1.5.2006

Über Springdale nach Page

Um 6 Uhr klingelte unser Wecker. Ich war sofort hellwach und sprang aus dem Bett. Ich hatte sehr schlecht geschlafen und war froh, dass ich aufstehen konnte. Im Traum hatte ich allerlei krabbelndes Viehzeug im Bett und ich war oft wach geworden und hatte jedesmal nachgeschaut, ob da irgendetwas war. Natürlich hatte ich nichts gefunden, trotzdem konnte ich nicht ruhig schlafen. Kurz nach mir stand auch Ralf auf und wir machten uns startklar für den Tag. Das ging heute ganz besonders schnell, da die Dusche so wenig einladend war, dass wir lieber auf ihre Benutzung verzichteten. Wir räumten unser Zimmer und verstauten unser Gepäck wieder im Auto.

Zion National Park
...National Park
Zion National Park
Im Zion...

Das Frühstück wollten wir natürlich in Sugar's Home Plate einnehmen. Unsere Enttäuschung war aber riesengroß, als wir vor verschlossener Türe standen. Wir gingen einmal um das Haus herum, dann erst entdeckten wir das kleine Schild mit dem Hinweis "Montags geschlossen". Das hatten wir gestern Abend total übersehen! Also gab es kein leckeres Frühstück. Stattdessen versorgten wir uns an der nächsten Tankstelle mit heißem Kaffee und fuhren dann gleich weiter. Unterwegs hielt ich Ausschau nach einer schönen Stelle, wo wir uns zum frühstücken niederlassen könnten. Aber Ralf hatte es sich hinterm Lenkrad "gemütlich" gemacht und fuhr und fuhr. Langsam bekam ich Hunger und irgendwann war das Magenknurren nicht mehr zu überhören. An der nächsten Tankstelle besorgten wir uns schon mal heißen Kaffee. Mittlerweile hatten wir fast den Zion Nationalpark erreicht. Kurz vor dem Park fanden wir einen schönen Picknick-Platz und wir hielten an. Wir wählten einen im Schatten gelegenen Platz, denn in der Sonne war es doch schon sehr warm. Schnell wurde der Tisch gedeckt und wir belegten unsere mitgebrachten Brötchen mit Schinken und Käse. Dann konnten wir endlich unser verspätetes Frühstück genießen, und das bei strahlender Sonne und unter freiem Himmel. Herrlich!

Zion National Park
Im Zion National Park

Nach dieser Pause ging es weiter auf dem Hwy 9 nach Springdale. Hier gibt es auch eine Galerie von Michael Fatali. Auch wenn wir seine Bilder in Henderson schon gesehen hatten, wollten wir doch auch diese Galerie hier in Springdale anschauen. Wir suchten uns einen Parkplatz und gingen zu der Adresse, die ich mir notiert hatte. Doch leider war die Galerie geschlossen. Sie würde erst am Nachmittag wieder öffnen, aber so lange wollten wir nicht warten. Schließlich wollten wir nicht all zu spät in Page ankommen. Aber irgendwann werden wir uns Fatali's Galerie in Springdale noch anschauen, da war ich mir ziemlich sicher. Unsere Fahrt führte uns weiter durch den Zion Nationalpark und etliche Male hielten wir an um Fotos zu machen. Von diesem Nationalpark hatten wir bisher noch nicht viel gesehen und aus unerfindlichen Gründen hat er mich auch noch so wirklich gereizt. Vielleicht lag es auch an meinem allerersten Besuch 1981. Damals war sehr schlechtes Wetter, es war alles nur grau in grau, und auch der Trail, den wir gegangen waren hatte keinen Spaß gemacht. Bei Nieselregen hatten wir den Zion verlassen. Aber heute schien die Sonne und es war wunderschön und so langsam fand ich Gefallen an diesem Nationalpark. Nur heute war ein längerer Besuch nicht vorgesehen, wir fuhren nur hindurch. In Mount Carmel Junction trifft der Hwy 9 auf den Hwy 89. Hier bogen wir rechts ab und fuhren nach Süden Richtung Kanab. Hier zweigt der Hwy 89 nach links, Richtung Osten, ab, während die Straße nach Süden dann Hwy Alt 89 heißt. Wir aber nahmen den Hwy 89, der direkt nach Page, unserem heutigen Ziel, führt. Knapp 80 Meilen hatten wir noch bis Page zurück zu legen. Wir waren gut in der Zeit, deshalb überlegten wir auch nicht lange, als wir den Lake Powell erreichten, von der Straße abzubiegen und dem Hinweisschild Richtung Lone Rock zu folgen. Diese kurze Stichstraße führt bis ans Ufer des Lake Powell, direkt gegenüber des markanten Felsen Lone Rock, der dort aus dem Wasser ragt. Hier hatten wir im letzten Jahr eine Nacht gezeltet, ein tolles Erlebnis. Allerdings sollte man diesen Strand am Wochenende möglichst meiden. Dann tobt hier der Bär. Die Einheimischen verbringen hier die Wochenenden mit ihren Booten und ATV's, dann ist die Hölle los und man findet kaum einen freien Platz. Heute waren wir jedoch vollkommen alleine hier und Ralf konnte mit unserem Trail Blazer am Sandstrand entlang "brettern" nach Lust und Laune. Das machte ihm richtig Spaß. Doch irgendwann hatte er genug davon und wir fuhren wieder zum Hwy 89 zurück. Kurz bevor wir diesen erreichten, kam uns ein Auto entgegen. Auch diese Leute würden den Strand am Lone Rock ganz für sich alleine haben.

In Page trafen wir dann schon recht früh ein. Zuerst brauchten wir natürlich ein Zimmer. Nachdem wir mehrere Motels abgeklappert hatten, nahmen wir ein Zimmer im Empire House Motel, aber das war eher eine Notlösung. Gefallen hat es uns nicht so besonders, deshalb buchten wir auch nur eine Nacht. Wir brachten alle notwendigen Sachen aufs Zimmer und überprüften unseren Lebensmittel-Vorrat. Es fehlte an einigen Dingen, also ging es in den nächsten Supermarkt, um diesen Zustand zu ändern. Wir hatten ja reichlich Zeit und Unternehmungen waren heute nicht mehr geplant. Unsere Einkäufe brachten wir auch gleich ins Motel, um sie im Kühlschrank zu verstauen. Dann war erst mal eine ausgiebige Dusche fällig! Erfrischt, aber ziemlich hungrig, machten wir uns anschließend auf den Weg zu Strombolli. Das Restaurant befand sich nicht weit entfernt und so konnten wir zu Fuß gehen. Wir fanden einen schönen Platz auf der überdachten Terrasse, bestellten uns Pizza und Bier und überlegten währenddessen, was wir am nächsten Tag unternehmen wollen. Nach dem leckeren Essen gingen wir gleich wieder zum Motel zurück. Wir sicherten noch unsere Fotos und ich vervollständigte noch den Reisebericht von heute. Relativ früh gingen wir dann schlafen, dieses Mal aber ohne das Gefühl, dass es überall krabbelt...

Gefahrene Meilen: 257