6. Tag
Donnertag, 4.5.2006

Upper Antelope Canyon, Coal Mine Canyon, Monument Valley

Obwohl wir etwas länger schlafen wollten, wurden wir doch schon vor dem Weckerklingeln wach. Dann nur schnell duschen und frühstücken und wir waren bereit für den Tag. Erst mal mussten wir unseren Bestand an Lebensmitteln und Getränken wieder auffüllen. Wir fuhren zum Wal Mart besorgten alles, was wir benötigten einschließlich einiger Ansichtskarten, die wir an unsere Freunde und Bekannten in Deutschland schicken wollten. Dafür brauchten wir auch noch Briefmarken, die wir auf der Post kauften. Jetzt war alles erledigt und wir konnten uns auf den Weg zum Upper Antelope Canyon machen, offiziell auch Corkscrew Canyon genannt.

Beams im Antelope Canyon
Beams im ...
Beams im Antelope Canyon
Antelope Canyon

Im Mai 2003 waren wir schon mal im Antelope Canyon gewesen. Fotos gab es damals leider keine, denn nach dem ersten Bild gab meine Kamera den Geist auf - die Batterie war leer und die Ersatzbatterie lag im Auto. Pech! Die berühmten "Beams" gab es auch nicht zu sehen, da wir erst am späten Nachmittag im Canyon waren. Das sollte heute anders werden, denn wir waren zur besten Zeit vor Ort. Wir buchten die 2-Stunden-Tour für 50$ (zuzüglich 12$ Gebühr), um auch genügend Zeit zum fotografieren zu haben. Den Preis fanden wir allerdings mehr als unverschämt. Nach kurzer Wartezeit fuhren dann vier offene Geländewagen mit den Besuchern, einschließlich Ralf und mir, gleichzeitig los. Leider saßen wir nicht im vorderen Wagen. Die Navajo-Fahrer hielten zwar ein wenig Abstand, aber auf der trockenen Piste wurde doch reichlich Staub und Sand aufgewirbelt, den die nachfolgenden Wagen dann abbekamen. Nach einer kurzen Fahrt wurden die Geländewagen am Canyon-Eingang abgestellt. Die Navajos gaben erst eine kurze "Einweisung", und dann stürmten alle Leute auf einmal in den Canyon hinein.

An fotografieren war kaum zu denken. In Ruhe ein Foto zu machen war fast unmöglich. Ständig lief mir jemand ins Bild oder stand genau im Weg, niemand nahm in irgendeiner Weise Rücksicht auf andere. Es machte keinen Spaß. Erst zum Schluss, als die "Ein-Stunden-Leute" weg waren, wurde es besser und auch wir konnten endlich Fotos machen. Und auch die Spotlights, die den Canyonboden wie Scheinwerfer beleuchteten, konnten wir nun anschauen. Um sie besser sichtbar zu machen, warfen wir etwas Sand in die Luft, wie die Navajos es vorgemacht hatten. Es sah wirklich toll aus. Durch das reflektierende Sonnenlicht erstrahlten die dunklen Sandsteinwände in allen Farbnuancen von braun, rot, orange und violett. Es war eine ganz besondere Atmosphäre. Die Zeit verging rasend schnell und ehe wir uns versahen war auch unsere zweite Stunde vergangen. Wir gingen mit den anderen wieder aus dem Antelope Canyon und bestiegen "unseren" Wagen, mit dem wir dann von einem Navajo zurück zum Ausgangspunkt gefahren wurden.

Mehr Fotos vom Antelope Canyon gibt es in unserer Fotogalerie.


Windrad am Coal Mine Canyon
Windrad am Coal Mine Canyon
Blick in den Canyon
Blick in den Canyon

Nach einem kühlen Getränk aus unserer Kühlbox verließen wir Page und machten uns auf den Weg zum Coalmine Canyon, dem wir ebenfalls im letzten Jahr einen kurzen Besuch abgestattet hatten. Dabei hatte ich auch etliche Fotos gemacht, Ralf nur einige wenige. Abends beim Überspielen der Fotos stellte sich dann heraus, dass die Speicherkarte defekt war. Alle meine Fotos von diesem Tag waren verloren! Deshalb fiel uns die Entscheidung auch nicht schwer, noch einmal zum Coalmine Canyon zu fahren, zumal wir ja sowieso in der Nähe waren. Als wir am Canyon ankamen war es leider ziemlich bewölkt. Nur ab und zu kam die Sonne heraus. Wir blieben eine Weile oben am Canyonrand stehen und machten einige Fotos, wobei wir versuchten, die Sonnenmomente abzupassen. Da wir aber sowieso nicht in den Canyon hinunter wollten und außerdem heute noch bis zum Monument Valley kommen wollten, packten wir unsere Kameras wieder ein und ließen den Coalmine Canyon hinter uns. Wir werden wohl noch einmal wieder kommen müssen, um unter besseren Bedingungen einige Fotos machen zu können.

Auf der Fahrt zum Monument Valley
Auf der Fahrt zum Monument Valley
- ganz hinten ist Agathla Peak zu sehen
Blick zurück zum Monument Valley
Blick zurück zum Monument Valley
 

Ohne Pause, bis auf einen kurzen Fotostopp, fuhren wir durch bis zum Monument Valley. Wir hatten vor, wieder auf dem Mittenview Campground zu zelten und wollten daher vor Einbruch der Dunkelheit dort sein. Das schafften wir auch so gerade noch. Kurz vor Sonnenuntergang waren wir auf dem Zeltplatz. Aber aus Sonnenuntergangs-Fotos wurde leider nichts, denn es befand sich eine Riesenwolke vor der Sonne. Das Stativ brauchten wir gar nicht erst aufzustellen. Aber unser Zelt wollten wir noch vor der Dunkelheit stehen haben. In Windeseile packten wir das Zelt aus. Beim Aufbauen hatten wir aber so unsere Probleme, denn es war inzwischen sehr windig geworden. Während Ralf auf der einen Seite arbeitete, konnte ich auf der anderen Seite das Zelt kaum halten. Der Wind hob es immer wieder mit Macht an und ich war dabei so kurz vor dem Abheben. Unter diesen Umständen verzichteten wir auf die korrekte Ausrichtung unseres Zeltes. Hauptsache, es steht. Es war zwar etwas windschief, aber für die eine Nacht würde das schon gehen. Während des Zeltaufbaus war der Wind noch stärker geworden. Uns knurrte der Magen und wir wollten noch grillen, dafür hatten wir schließlich eingekauft. Bei diesem Wind stellte sich das als ziemlich schwierig heraus. Aber Ralf schaffte es irgendwie, die Kohle zum Glühen zu bringen und unsere Steaks zu grillen. Ich hatte mit dem Salat etwas mehr Probleme. Die leichten Pappteller musste ich erst einmal beschweren, sonst wären sie weggeflogen, aber selbst mit dem Salat flogen sie fast davon. Jeder fluchte vor sich hin, aber gleichzeitig mussten wir auch lachen. Irgendwie hatten wir dann doch unser Abendessen fertig bekommen. (Den Salat musste ich mit ziemlich viel Soße "beschweren", damit er nicht vom Teller flog.) Krampfhaft hielten wir beim Essen unsere Teller fest, ebenfalls unsere Getränkedosen ab einer geringen Füllmenge.

Inzwischen war es auch stockdunkel geworden und wir verschwanden in unserem Zelt. Es dauerte nicht lange und wir schliefen beide tief und fest.

Gefahrene Meilen: 221