7. Tag
Freitag, 5.5.2006

Valley of the Gods, Needles District - Colorado Overlook, Moab

Monument Valley
Monument Valley bei Sonnenaufgang
Noch bevor der Wecker klingelte wurden wir wach. Wir krochen aus dem Zelt und schauten uns um. Es war kurz vor Sonnenaufgang und die ersten Stative wurden gerade an der Stelle aufgebaut, von der man den besten Blick über das Tal hatte. Auch wir holten unsere Kameras, zogen uns noch eine warme Jacke drüber und postierten uns an der Kante zum Tal hin. Das Stativ war schnell aufgebaut und die Kamera in Position gebracht. Ralf holte noch schnell unsere kleinen Falthocker, dann warteten wir auf den Sonnenaufgang. Es war noch ziemlich kühl und etwas windig. Als die ersten Sonnenstrahlen hervorkamen begannen ringsum die Auslöser an zu klicken und auch wir fingen an zu fotografieren. Wir blieben solange, bis die Sonne ganz aufgegangen war und machten währenddessen viele Aufnahmen. Aber der Sonnenaufgang war leider kein besonders schöner, der Himmel und die Woken hatten keine schöne Färbung. Am Ende unserer Fotosession waren wir ziemlich durchgefroren. Ein heißer Kaffee wäre jetzt schön gewesen. Leider öffnete das Restaurant erst um 8 Uhr und einen Kocher hatten wir leider nicht dabei. So aßen wir unsere selbst belegten Brötchen und tranken Cola dazu. Erst beim Zeltabbauen wurde uns wieder etwas wärmer. Wir packten unsere Sachen in den Trail Blazer und waren bereit für die Abfahrt. Wir überlegten noch einmal kurz, ob wir nicht doch noch eine Tour durch das Monument Valley machen sollten, aber dann entschieden wir, gleich aufzubrechen und weiter Richtung Moab zu fahren. Wir hatten schönes Wetter, es war sonnig, aber leicht bewölkt und windig.

Einer der „Götter” im Valley
Einer der "Götter" im Valley

In Mexican Hat besorgten wir uns heißen Kaffee und Muffins und machten eine kurze Pause für unser 2. Frühstück. Dann ging es über die SR 261 zum nahegelegenen Valley of the Gods. Die unbefestigte Straße in das "Tal der Götter" zweigt nach rechts ab, kurz bevor es die Serpentinen des Moki Dugway hinaufging. In diese Dirt Road bogen wir ein, denn dieses Mal wollte ich etwas mehr vom Valley of the Gods sehen. Bei unserer letzten Fahrt frühmorgens den Moki Dugway hinauf hatte ich einen Blick auf dieses im Nebel liegende Tal werfen können. Es hatte irgendwie mystisch ausgesehen, da wir den Grund nicht sehen konnten und aus dem Nebel nur die Spitzen der Monolithen herausragten. Nun konnte ich das Valley of the Gods auch einmal aus der Nähe sehen. Die Straße schlängelte sich zwischen den rot leuchtenden, bizarren Felsformationen hindurch, die teilweise tatsächlich wie versteinerte Gottheiten aussahen. Die Landschaft erinnert etwas an das Monument Valley, aber die Felsenmonolithe sind nicht so gewaltig wie dort. Wir fuhren langsam durch das Tal und genossen die Ruhe und die Einsamkeit. Im ganzen Tal begegnete uns keine Menschenseele. Wir hatten die westliche Einfahrt in das Tal genommen, weil das besser zu unserer weiteren Route passte. Empfohlen wird aber meistens, den östlichen Eingang zu nehmen, der von der US 163 abzweigt. Das Valley of the Gods ist zwar nicht so eindrucksvoll wie das Monument Valley, aber trotzdem sehr schön. Bei trockenem Wetter ist die holprige Dirt Road sogar mit einem PKW zu befahren. Allerdings muss man unbedingt auf Schlaglöcher, hervorstehende Steinplatten, spitze Steine und Washouts achten, die jederzeit unvermittelt auftauchen können. Mit unserem Trail Blazer hatten wir allerdings keinerlei Probleme. Nach etwa eineinhalb Stunden verließen wir das Valley und bogen auf die US 163 nach Norden ab.

Valley of the Gods
Valley of the Gods
Tankstelle in Bluff
Tankstelle in Bluff

Über Monticello ging es weiter in den Needles District des Canyonlands Nationalparks. Wir hielten zunächst am Visitor Center, um uns nach der Strecke zum Angel Arch zu erkundigen, denn dieser sollte unser nächstes Ziel sein. Leider erfuhren wir dann, dass die Strecke gesperrt war, und einige andere ebenso. Zu Fuß wollten wir die Meilen bis zum Angel Arch nicht zurücklegen. Soviel Zeit wollten wir hier auch nicht verbringen. Zumindest dieses Mal nicht. Wir schauten auf die Karte und überlegten, welche von den übrig gebliebenen 4WD-Roads für uns noch in Frage kämen. Wir entschieden uns für die sieben Meilen lange Strecke zum Colorado Overlook, weil wir dachten, dass wir das zeitlich ganz gut schaffen könnten. Bei den Rangern erkundigten wir uns nach der Beschaffenheit der Strecke und ob der Trail Blazer dafür geeignet ist. Die beiden Rangerinnen gingen mit uns nach draußen, um unser Auto zu inspizieren. Eine legte sich sogar auf den Boden und schaute unter den Wagen. Beide kamen dann zu der Überzeugung, dass die Strecke für uns kein Problem sei.

Hier war nicht nur für unser Auto Schluss
Hier war nicht nur für unser Auto Schluss
Am Weg zum Colorado Overlook
Am Weg zum Colorado Overlook

Guten Mutes machten wir uns also auf den Weg. Ein Blick auf den Himmel verhieß wenig Gutes, denn es war stark bewölkt, aber wir hofften, dass es wenigstens nicht regnen würde. Der Abzweig auf die Dirt Road war gleich beim Visitor Center. Den ersten Teil der Strecke bewältigten wir ohne Probleme. Es war eine einfache, etwas sandige Piste. Aber recht bald wurde die Straße steiniger mit felsigen Passagen. So hatte Ralf seinen Spaß dabei. Ab und zu machten wir einen Fotostopp, aber bei dieser Bewölkung sah alles ziemlich eintönig aus. Dann wurde die Straße deutlich anspruchsvoller und es waren öfter Felsenstufen zu überwinden, die wir aber immer so gerade noch schafften, obwohl wir auch einige Male auf dem Fels aufsetzen. Als easy konnte man das aber nicht mehr bezeichnen. Aber die Ranger sahen das anscheinend anders. Nach ca. einer Stunde war dann definitiv Schluss für uns. Wir hatten eine Felsstufe vor uns, die mit unserem Wagen einfach nicht zu schaffen war. An dieser Stelle waren bereits einige andere Wagen abgestellt, die ebenfalls nicht über diese Stufe kamen. Wir überlegten kurz, dann machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum Colorado River Overlook.

Colorado River Overlook
Unser Ziel, der Colorado River Overlook

Nach ca. eineinhalb Meilen und einer halben Stunde Fußmarsch hatten wir dann endlich den Colorado River Overlook erreicht. Die Aussicht auf den Colorado war ganz nett, haute uns aber nicht vom Hocker. Die Fahrt hierher war eindeutig der interessantere Teil dieser Tour. Wir machten einige "Beweisfotos" und traten dann gleich wieder den Rückweg an. Kurz bevor wir unser Auto wieder erreichten, überholten uns acht Jeeps, für die die Steinstufen überhaupt kein Problem darstellten. Wir blieben an der Seite stehen und ließen die Jeeps passieren. Der Fahrer des letzten Jeeps meinte im Vorbeifahren zu uns "sorry for the traffic". Ralf war etwas neidisch, zu gerne hätte er auch so einen Jeep gefahren. Während der ganzen Zeit, die wir zu Fuß unterwegs waren, war es bewölkt und sehr windig mit kurzen Phasen Sonnenschein. Ab und zu fielen auch ein paar Regentropfen, aber wir erreichten doch trocken unser Auto. Die Rückfahrt erschien uns dann viel einfacher als die Hinfahrt.

Ohne Aufenthalt fuhren wir aus dem Needles District heraus und dann gleich weiter bis Moab. Da es schon spät war, verzichteten wir auf einen Stopp am Wilson Arch. Gegen 19:30 Uhr kamen wir in Moab an. Alle an der Main Street gelegenen Motels, an denen wir vorbeikamen, hatten kein freies Zimmer mehr. Also fuhren wir zu Ric's Kokopelli Lodge, in der wir auch letztes Jahr gewohnt hatten. Ric hatte auch er kein freies Zimmer, aber er vermittelte uns ein Zimmer für eine Nacht im Center Street Hotel. Dieses war ein Hotel mit Gemeinschaftstoiletten, -duschen und -küche und war nur einen Block entfernt. Wir waren nicht gerade begeistert, aber es war Freitag und wir hatten schon alles abgeklappert. Es dürfte schwierig sein, noch irgendwo ein Zimmer zu bekommen. Außerdem war es schon spät. Wir bezogen das Zimmer im Center Street Hotel und gingen dann erst mal bei Wendy's etwas essen. Das begeisterte uns noch weniger wie unser Zimmer. Auf dem Rückweg zum Hotel, wir waren zu Fuß unterwegs, kamen wir am Days Inn Hotel vorbei und fragten nach einem Zimmer für den morgigen Tag - und es war sogar noch etwas frei, allerdings auch nicht ganz billig. Wir reservierten das Zimmer für eine Nacht. Morgen können wir ja weiter suchen. Müde gingen wir zum Center Street Hotel zurück und wenig später lagen wir auch schon im Bett.

Gefahrene Meilen: 251