12. Tag
Freitag, 21.9.2007

Von Hanksville nach Moab, Mineral Point Road, False Kiva

Um 6 Uhr klingelte der Wecker. Wir wären gerne noch liegengeblieben, aber wir wollten zeitig weiter, also standen wir gleich auf. Um 7 Uhr sind wir zu Blondy's gefahren, einem Frühstücksrestaurant ganz in der Nähe, das uns beim Einchecken am Abend zuvor empfohlen worden war, weil dort die Tochter des Vermieters arbeitete. Als wir dort eintrafen, war leider noch geschlossen, obwohl laut Aushang ab 7 Uhr geöffnet sein sollte. Da erzählte Ralf, dass er kurz vor unserer Abfahrt mitbekommen hatte, wie die Tochter von ihrem Vater sehr unsanft geweckt und aus dem Bett geschmissen wurde. Wir warteten eine Weile und sie kam dann auch kurz nach uns an, öffnete und ließ uns gleich hinein. Das Frühstück bekamen wir auch recht schnell und gegen acht Uhr konnten wir weiterfahren.

Wir wollten über Green River nach Thompson Springs, eine „Beinahe Ghost Town”, um uns ein altes Diner anschauen, in dem Szenen aus „Thelma und Louise” gedreht worden sind. Das Diner ist schon lange geschlossen, aber immer noch komplett eingerichtet. Wir haben es uns von außen angesehen und versucht, durch die fast blinden Fensterscheiben etwas von der Inneneinrichtung zu erkennen, aber es hat nicht wirklich gelohnt, denn es war in keinem guten Zustand mehr. Gleich nebenan war ein altes Motel, ebenfalls geschlossen und nur von außen zu besichtigen. Der Rest dieses Ortes war auch nicht unbedingt sehenswert, wir haben nicht mal Fotos gemacht.

Am Ende der Mineral Point Road
Am Ende der Mineral Point Road
Mineral Point
Ausblick vom Mineral Point

Wir fuhren gleich weiter zum Canyonlands NP. Da wir uns in Thompson Springs nicht lange aufgehalten hatten, waren wir früher als erwartet hier und hatten noch genügend Zeit, um die Mineral Point Road fahren. Diese Dirt Road beginnt kurz vor dem Nationalpark und führt zu einem Aussichtspunkt im Park, dem Mineral Point. Es ist eine 12 Meilen lange Offroad-Strecke, von der wir nicht wussten, wie weit wir sie befahren würden können. Den ersten Teil bewältigten wir ohne Probleme, aber die letzten Meter waren uns doch etwas zu heftig. Wir ließen den Wagen stehen und gingen das letzte Stück zu Fuß. Die Dirt Road endete hoch oben über dem Green River am Mineral Point. Die Aussicht war nicht unbedingt spektakulär, aber ganz schön. Wir schauten uns eine Weile hier um und fuhren dann wieder zurück und weiter bis Moab.

Hier mussten wir erst nach einer Unterkunft suchen, da wir einen Tag früher als geplant hier angekommen waren. In der Kokopelli Lodge, wo wir unser Zimmer reserviert hatten, war leider nichts frei, aber wir kamen für die eine Nacht im Virginian Motel unter. Wir bezogen unser Zimmer und haben anschließend gleich nebenan im Moab Diner zu Mittag gegessen. Es war aber noch früh am Tag und so überlegten wir, was wir noch unternehmen könnten. Wir entschlossen uns, eine Wanderung zur False Kiva zu machen, denn dann wären wir genau zur richtigen Zeit dort, um beim Sonnenuntergang einige Fotos zu machen. Das bedeutete aber, dass wir wieder in den Canyonlands NP fahren müssen, in den Island in the Sky District.

Blick von der False Kiva in den Canyonlands
Blick von der False Kiva in den Canyonlands NP

Wir parkten auf der Straße zum Upheaval Dome in der Parkbucht für den Alcove Spring Trailhead. Von hier an folgten wir der Wegbeschreibung von Laurent Martrès. Der Pfad war meistens recht gut zu erkennen, nur das letzte Stück hatte es etwas in sich. Es sah zunächst so aus als würde der Weg enden und wir suchten eine Weile, wo er weiterging, denn den Alkoven konnten wir von unten nicht sehen. Nachdem wir aber die Fortsetzung des Weges gefunden hatten, waren wir schnell oben, obwohl es nicht einfach war, den steilen Weg auf dem lockeren Gestein und Geröll hochzuklettern. Die False Kiva, die sich unter dem Alkoven auf einer Plattform befindet, sieht man erst im letzten Moment, wenn man schon fast oben ist. Die Aussicht in den Canyonlands NP lohnt aber jede Mühe. Wir bewunderten immer wieder die sagenhafte Aussicht und wären gerne länger geblieben, aber es fing langsam an zu dämmern und wir wollten vor Einbruch der Dunkelheit zurück am Auto sein. Kurz nach uns war noch ein Mann an der False Kiva angekommen. Auch er hatte das Buch von Martrès dabei wegen der Wegbeschreibung. Während er noch Fotos machte, gingen wir wieder zurück, und als wir an unserem Wagen ankamen, war es schon ziemlich dunkel. Aber kurz darauf kam auch er von der False Kiva zurück und wir konnten beruhigt wieder nach Moab fahren.

Gefahrene Meilen: 264