1. Tag
Montag, 10.9.2007

Über Düsseldorf nach Las Vegas

Am Vortag unseres Fluges haben wir lange gepackt, wieder ausgepackt und umgepackt, bis endlich alles verstaut war. Und wir hatten nicht gerade wenig Gepäck, weil wir auch ab und zu zelten wollten. Todmüde fielen wir ins Bett und sind trotz Aufregung und Vorfreude gleich eingeschlafen.

Unser Gepäck
Unser Gepäck

Um fünf Uhr, nach knapp fünf Stunden, riß uns der Wecker unbarmherzig aus dem Schlaf. Wir sind auch gleich aufgestanden, da wir auf keinen Fall in Zeitdruck geraten wollten. Wir tranken nur einen Kaffee zum wach werden, nach einem richtigen Frühstück stand uns noch nicht der Sinn. Danach verstauten wir unser Gepäck im Auto und machten uns auf den Weg nach Düsseldorf. Dort arbeite ich in der Nähe des Flughafens und habe da einen festen Standplatz im Firmenparkhaus. Wir stellten den Wagen im Parkhaus ab und fuhren das letzte Stück mit dem Taxi zum Flughafen.

Die Kontrollen gingen diesmal relativ zügig voran und waren auch nicht mehr ganz so genau, da hatten wir schon ganz andere Erfahrungen gemacht. Planmäßig sollte unser Flieger nach Las Vegas von der LTU eigentlich um 10:55 Uhr starten, aber es ging erst um 11:30 Uhr los. Wir hatten dieses Mal unsere Plätze reserviert und noch einen Aufpreis bezahlt, da wir am Ausgang sitzen wollten, wegen der Beinfreiheit. Bei Ralfs Körpergröße sind die normalen Sitze bei einem 10-Stundenflug eine Zumutung, selbst bei meiner Größe kann man nicht von bequemem Sitzen sprechen. Die gewünschte Beinfreiheit war vorhanden, für 1½ von zwei Plätzen... Aber so richtig konnte Ralf sich nicht darüber freuen. Gleich vor uns war die Toilette, links von uns der Bereich, in dem das Essen von den Stewards (in unserem Fall) vorbereitet wurde. Das heißt, ein Vekehr wie auf dem Bahnhof, und Ralfs Beine bekamen etliche Tritte ab. Ich konnte mein linkes Bein ausstrecken, mit dem rechten wusste ich garnicht wohin, da war ein grosser Kasten im Weg, auf den man aber auch garnichts drauflegen durfte. Ich war öfters in Versuchung, mein rechtes Bein daraufzulegen, erntete aber immer gleich strafende Blicke von dem Steward, wenn ich es versuchte. Die Geräuschkulisse bei diesen Plätzen war ebenfalls enorm, außerdem zog es dort heftig, so dass ich mir permanent eine Decke überlegen musste. Die zusätzliche Gebühr für diese Plätze fand ich daher überhaupt nicht angemessen. Auch ungestörtes fernsehen war nicht möglich, da alle, die für die Toilette anstanden (auf so einem Flug ist das fast ständig der Fall), sich genau vor dem Bildschirm postierten. Ob wir das noch einmal machen, da sind wir uns nicht sicher. Nach dem Essen und dem zollfreien Verkauf machten wir es uns auf unseren Sitzen so bequem wie möglich. Da wir ja in der Nacht nur wenig geschlafen hatten, konnten wir nun während des Fluges prima schlafen und die Zeit verging so quasi „wie im Flug”.

Gegen 13:30 Uhr landeten wir in Las Vegas. Es war leicht bewölkt bei 35 Grad Celsius. Die Abfertigung ging recht zügig und ohne Probleme. Wir besorgten uns einen Gepäckwagen und beförderten unser Gepäck nach draußen, wo wir auf den Shuttle-Bus warteten. Als der dann kam, ging es etwas chaotisch zu, anscheinend hatten alle Angst, nicht mitzukommen. Als der erste Ansturm vorbei war, hatten wir alle Mühe, unsere 4 Gepäckstücke die Stufen hinaufzuhieven, während der Fahrer mit den Koffern anderer Fahrgäste beschäftigt war. Aber schließlich war alles verstaut und die Fahrt konnte losgehen. Wir fuhren wir zu dem neuen McCarran Rent-a-Car Center, wo alle Autovermieter vertreten sind. Die Fahrt war wie jedesmal kein Vergnügen. Der Bus war ziemlich voll, wir waren müde, es war heiß und wir waren wie immer zu dick angezogen und wollten nur noch so schnell wie möglich in unser Hotel.

Jeep Commander
Unser Mietwagen

An der Vermietstation mussten wir uns erst mal neu orientieren, aber alles war sehr übersichtlich und der Alamo-Schalter war schnell gefunden. Ich blieb mit dem Gepäck an einer Sitzgruppe zurück und Ralf ging zum Schalter, um die Formalitäten für unseren Mietwagen zu erledigen. Das Gepäck ständig im Blick, beobachtete ich den Schalter von Alamo, vor dem sich eine kleine Schlange gebildet hatte. Dann kam Ralf endlich an die Reihe. Aber als es länger und länger dauerte und Ralf immer noch dort stand, wurde ich etwas nervös. Dann winkte Ralf in meine Richtung und mir war klar, dass irgend etwas nicht stimmte. Ich ließ das Gepäck zurück und ging zum Schalter von Alamo. Dort dann die Hiobsbotschaft: „Der Mann will mir keinen Wagen vermieten, weil ich nur den Internationalen Führerschein dabei habe!” Das gibt es doch nicht! Wir haben doch bisher immer einen Wagen bekommen mit dem Internationalen Führerschein! Aber er wollte unbedingt den deutschen Führerschein sehen und ohne diesen eben kein Auto. Dann fiel mir ein, dass ich ja meinen deutschen Führerschein dabei hatte. Gott sei Dank! Die Papiere wurden kurzerhand auf mich umgeschrieben und wir konnten uns auf den Weg zum Parkdeck machen, wo wir unseren Mietwagen aussuchen sollten. Als wir dort ankamen, war aber kein SUV vorhanden. Es war zwar einer dort abgestellt, aber zu diesem fehlten die Schlüssel. Wir warteten eine Weile, denn es kamen permanent wieder Wagen hereingefahren. Aber ein SUV, wie wir ihn gebucht hatten, kam auch nach längerem Warten nicht. Also bekamen wir ein Upgrade auf einen Fullsize SUV und entschieden uns dann für einen Jeep Commander. Wir verstauten unser Gepäck in unserem Mietwagen und dann konnte es endlich losgehen. Die Ausfahrt aus dem riesigen Parkhaus kostete allerdings Nerven, wir mussten ewig lange in der Schlange stehen, bis wir an der Ausfahrtkontrolle vorbei waren.

Den Weg zu unserem Hotel, dem Mardi Gras Inn, haben wir ganz gut gefunden. Als wir dort ankamen, war es 16 Uhr. Wir brachten gleich unser Gepäck aufs Zimmer, verschnauften kurz bei einem kühlen Getränk, und entschlossen uns dann, noch Einkaufen zu fahren.

Wir fuhren Richtung Henderson, denn auf dem Weg dorthin lag ein Super-Center von Wal Mart, das hatten wir noch vom letzen Jahr noch in Erinnerung. Aber den Weg wußten wir auch nur so ungefähr... Wir waren uns sicher, das Super-Center zu finden und fuhren ohne Karte los. Irgendwann kamen wir in Henderson an, hatten aber keinen Wal Mart, geschweige denn ein Super-Center gesehen. Nach einigem Umherirren fuhren wir unverrichteter Dinge wieder zum Mardi Gras zurück.

Relativ früh gingen wir zum Essen. Das Special war dieses Mal ein leckeres Ribeye-Steak, dass wir mit großem Appetit aßen. Dazu tranken wir unser erstes amerikanisches Bier. Danach ging es gleich aufs Zimmer. Nach einer erfrischenden Dusche gingen wir gegen 21:15 Uhr schlafen.

Gefahrene Meilen: 36