5. Tag
Freitag, 14.9.2007

Rimrocks, Bridger Point, Toadstool Hoodoos

Um halb 6 Uhr klingelte unser Wecker. Wir sind gleich aufgestanden und machten uns fertig. Bevor wir losfahren konnten, mussten wir aber erst noch einige Brötchen für unser Frühstück vorbereiten.

Heute wollten wir zur Paria Contact Station, wo jeden Morgen um 9 Uhr (Utah-Zeit) Permits für die Wave verlost werden. Unterwegs holten wir uns an der nächsten Tankstelle frischen heißen Kaffee und fuhren weiter auf der US 89 Richtung Kanab bis zum Wahweap View. Dieser wird zum Sonnenaufgang geöffnet und von dort oben hat man einen schönen Blick über den Lake Powell. Hier wollten wir unser Frühstück genießen. Allerdings war es doch noch recht kühl um diese Tageszeit, aber die wunderschöne Aussicht und die Ruhe entschädigten uns dafür.

Gut gestärkt fuhren wir weiter zur Paria Contact Station. Wir waren früh da, aber längst nicht die ersten, denn es parkten schon einige Wagen vor dem Gebäude. Um 9 Uhr ging es dann los. Marty, der Ranger, der bisher die Verlosungen durchgeführt hatte, bei denen wir dabei waren, war dieses Mal nicht da. Stattdessen zwei Frauen, wobei die ältere heute ihren ersten Tag dort hatte und auch gleich die Verlosung durchführen sollte. Insgesamt waren 41 Personen da, die ein Wave-Permit haben wollten. 10 Permits wurden verlost, das bedeutete, unsere Aussichten, eins der begehrten Permits zu bekommen, waren nicht besonders gut. In den letzten Jahren hatten wir immer gleich beim ersten Versuch unsere Permits bekommen, aber dieses Mal waren wir leider nicht bei den glücklichen Gewinnern. Das hieß für uns, dass wir morgen wiederkommen müssen. Aber wir sind ja noch ein paar Tage hier.

Ein bißchen enttäuscht machten wir uns auf den Weg zu den Rimrocks, die wir von der Cottonwood Canyon Road aus erkunden wollten. Wir richteten uns nach der Beschreibung von P.F. Schäfer, parkten unseren Wagen an der Cottonwood Canyon Road und gingen mit Hilfe des Kompass und unseres GPS-Gerätes in die angegebene Richtung. Inzwischen war es ziemlich heiß geworden und nirgendwo auch nur ein bißchen Schatten. Nach etwa 20 Minuten waren wir da und hatten einen schönen Überblick über das Tal mit den Hoodoos.

Rimrocks
Rimrocks
Rimrocks
Rimrocks

Ganz in der Nähe sollte es einen Weg für den Abstieg ins Tal geben, aber den fanden wir leider nicht und wir sahen auch keine Steinmännchen, denen wir hätten folgen können. Wir versuchten an mehreren Stellen ins Tal hinunter zu klettern, doch schließlich gaben wir es auf, es war uns zu riskant, denn es ging sehr steil nach unten. Anscheinend waren wir doch nicht an der richtigen Stelle ausgekommen, oder von der falschen Stelle aus gestartet?? Wir machten dann nur einige Fotos von oben, gingen zurück zu unserem Wagen und fuhren die Cottonwood Canyon Road wieder zurück. Wir nahmen uns vor, irgendwann hierher zurück zu kommen, um doch noch den Weg ins Tal zu finden.

Am Bridger Point
Am Bridger Point

Während der Fahrt überlegten wir, was wir als Nächstes machen wollen. Nicht all zu weit von hier gibt es den Bridger Point, den wir noch nicht gesehen hatten. Also stand das nächste Ziel fest. An der US 89 angekommen, fuhren wir gleich gegenüber die Cedar Mountain Road rein. Das ist auch eine Dirt Road, wie die gesamte Strecke zum Bridger Point. Streckenweise war es sehr sandig, aber mit unserem Jeep Commander war das kein Problem. Am Bridger Point angekommen, suchten wir den kleinen Arch, der sich ganz in der Nähe befinden sollte, der Julia Arch. Wir inspizierten die Umgebung, fanden aber den Julia Arch nicht. Ein kleiner Trost war mal wieder die sagenhafte Aussicht von hier oben. Auch der nahe gelegene Paria Canyon war zu sehen.

Toadstool Hoodoo in den Rimrocks
Toadstool Hoodoo in den Rimrocks
 
Der Toadstool Hoodoo
Der Toadstool Hoodoo
 
Schöne Badlands
Schöne Badlands

Nachdem wir heute wenig erfolgreich waren im Auffinden unserer Ziele, beschlossen wir, uns den Toadstool Hoodoo noch einmal anzuschauen, den wir vor 2 Jahren schon einmal besucht hatten. Wir fuhren also wieder auf die US 89 zurück, bogen nach links ab und kamen nach kurzer Zeit zu dem kleinen, unscheinbaren Parkplatz auf der rechten Seite, zwischen Milepost 19 und 20, also noch vor der Paria Contact Station. Hier stellten wir unseren Wagen ab. Als wir ausstiegen, stellten wir fest, dass es ziemlich windig geworden war. Außerdem zogen immer mehr Wolken auf, aber wir gingen trotzdem los, schließlich war die Strecke ja nicht so weit, die wir zu laufen hatten. Bis zum Toadstool Hoodoo braucht man etwa 25 Minuten. Unterwegs wurde der Wind immer stärker und wehte den Sand umher. Es war heiß und sehr schwül und überall hatten wir den Sand kleben. Aber jetzt wollten wir auf keinen Fall wieder umkehren, so kurz vor dem Ziel. Dann tauchte der markante Toadstool Hoodoo vor uns auf, der Namensgeber dieser Location. Wir umgingen ihn auf der linken Seite, um auf das Plateau zu gelangen. Oben angekommen haben wir natürlich erst mal den Toadstool Hoodoo ausgiebig fotografiert. Dann haben wir das gesamte Plateau genauer erkundet, denn hier gibt es noch viele andere schöne Hoodoos zu sehen. Wir gingen auch noch etwas weiter in westliche Richtung, was wir bei unserem ersten Besuch hier nicht mehr geschafft hatten, als wir von der Wave kamen. Wenn man hier weitergeht, steht man nach kurzer Zeit vor einer wunderschönen „Felslandschaft”. Da man hier etwas erhöht steht, hat man einen schönen Überblick über diese grandiose Landschaft aus weißen und braunen Felsen. Ganz in der Nähe gibt es noch eine weitere schöne Gruppe von Hoodoos. Mittlerweile war der Wind immer heißer und unerträglicher geworden und der Sand knirschte zwischen unseren Zähnen. Das reichte uns endgültig, obwohl wir gerne noch länger geblieben wären. So machten wir uns auf den Rückweg zum Auto. Dort kamen wir gegen 14 Uhr an, total verschwitzt, ziemlich geschafft und alles voller Sand. Ich hatte zum Schluß schon keine Fotos mehr gemacht, weil der Sand wirklich in jede Ritze ging und ich die Kamera vorsichtshalber im Fotorucksack verstaut hatte.

Wieder in Page machten wir noch einige Einkäufe, dann fuhren wir noch zum Tanken und anschließend zurück zum Motel. Unter der Dusche befreiten wir uns von dem Sand und fühlten uns gleich wesentlich wohler und waren nun bereit für eine leckere Pizza und ein kühles Bier im Strombolli. Hier ließen wir den Abend gemütlich ausklingen.

Gefahrene Meilen: 92