3. Tag
Mittwoch, 12.9.2007

Von Las Vegas zum Skywalk und weiter bis Kingman

Heute ging unser Wecker um 6 Uhr und wir sind auch gleich aufgestanden. Wir frühstückten wieder im Hotel und dieses Mal war es auch wieder ganz gut. Danach verstauten wir unser Gepäck im Auto. Gegen 8 Uhr ging es dann los bei Superwetter in Richtung Süden.

Dolan Springs
Dolan Springs

Wir wollen zum Skywalk in der Reservation der Hualapai Indianer und dann weiter bis Kingman, wo wir übernachten wollen. Der Skywalk ist eine neue Besucherattraktion der Indianer in Grand Canyon West. Es ist eine stählerne Brücke in Form eines Hufeisens mit einem gläsernen Boden in schwindelerregender Höhe von 1200 Metern über dem Abgrund des Grand Canyons. Der Skywalk wurde erst im Frühjahr dieses Jahres eröffnet und wir hatten unsere Route daraufhin noch einmal geändert, um uns dieses „Bauwerk” ansehen zu können. Er liegt etwa 120 Meilen östlich von Las Vegas, aber wir mussten zunächst auf dem Highway 93 nach Süden fahren. Dabei fuhren wir auch über den Hoover Dam, wo wir uns dieses Mal nicht lange aufhielten. Wir hatten aber gesehen, dass parallel zum Damm eine Brücke gebaut wird. Vielleicht können wir bei unserer nächsten Fahrt von Las Vegas Richtung Süden ja schon über diese neue Brücke fahren.

Vom Highway 93 bogen wir dann nach links ab auf die Pierce Ferry Road Richtung Dolan Springs. In Dolan Springs mussten wir dann noch mal tanken. Diese Tankstelle ist weit und breit die einzige in der Gegend und dementsprechend hoch war auch der Benzinpreis. Trotzdem war sie gut besucht, denn hier hatte man noch mal die Möglichkeit, sich mit Getränken und Snacks zu versorgen. Nun ging es weiter nach Grand Canyon West. Hier brauchten wir nicht lange zu suchen, denn wenn man hier ankommt, wird man gleich auf den Parkplatz gelotst. Weiter darf man nicht fahren.

Guano Point
Guano Point
 
Eagle Point
Eagle Point
 
Der Skywalk im Hintergrund mit dem „Aufpasser”
Der Skywalk im Hintergrund mit
dem „Aufpasser” vorne

Als wir hier ausstiegen, traf uns gleich der Schlag, es war sehr heiß. Wir gingen direkt in das Gebäude, wo es die Tickets gab. Es hatte sich eine kleine Schlange gebildet, aber es ging schnell voran. Es gab verschiedene Angebote, den Skywalk und die Umgebung zu besichtigen, und alle waren unserer Meinung nach recht teuer. Wir entschieden uns für das günstigste Angebot, das Spirit Package, für 54,40 $ pro Person. Darin eingeschlossen sind die Fahrten mit dem Shuttle-Bus zum Skywalk, zum Guano Point und zur Hualapai Ranch und ein Essen, das man wahlweise am Guano Point oder auf der Hualapai Ranch einnehmen kann. Einen Rundflug mit einem Hubschrauber hätten wir auch machen können, der Landeplatz lag gleich nebenan. Aber wir wollten garnicht erst wissen, wie teuer so ein Flug gewesen wäre!

Nachdem wir unsere Tickets hatten, packten wir reichlich Wasser in den Rucksack, nahmen unsere Fotoausrüstung und gingen vorbei an dem Hubschrauber-Landeplatz zur „Bushaltestelle”. Es warteten recht viele Leute auf den Shuttle-Bus, aber es ging doch alles recht zügig vonstatten. Wir fuhren als erstes zum Skywalk. Gleich daneben liegt der Eagle Point. Er hat seinen Namen von einer gegenüber liegenden Felsformation, dem Eagle Rock, der aus dem Canyon aufragt und die Form eines Adlers mit gespreizten Flügeln hat. Für die Indianer ist das ein heiliger Ort. Um eine gute Position zum Fotografieren zu haben, mussten wir etwas näher an den Canyonrand gehen. Gleich kam ein Indianer an, der dort als Aufpasser stand, und scheuchte uns zurück. Dort lagen Felsbrocken als Begrenzung, an denen dufte man nicht vorbei. Aber der Indianer hatte viel zu tun, denn alle wollten doch ein schönes Foto vom Eagle Point machen ohne den unspektakulären Vordergrund.

Dann überlegten wir kurz, ob wir die 25 $ für den Skywalk noch ausgeben sollten und entschieden uns dann, es zu tun. Schließlich waren deswegen hierher gefahren und dann wollten wir auch mal über diesen Skywalk laufen. Unsere Enttäuschung war recht groß, als wir dann erfuhren, dass man keinerlei Gegenstände mit auf den Skywalk nehmen darf, auch keine Kamera. Also mussten wir auch noch ein Schließfach mieten, um unsere Sachen darin zu verstauen. Die Schließfächer gab es in diversen Größen, für kleines und großes Gepäck. Wir brauchten für unseren Rucksack und die Kameras natürlich ein relativ großes. Dann durften wir hinter die Absperrung zum Skywalk gehen. Unmittelbar vor dem Skywalk mussten wir die Schoner über die Schuhe ziehen, die dort in großen Behältern bereit lagen. Erst danach konnten wir das Glas betreten. Wir hatten dabei etwas gemischte Gefühle. Auf der einen Seite war die Glasbrücke, die für sich gesehen schon sehenswert war, aber auf der anderen Seite fragten wir uns, warum die Indianer die schöne Natur mit so einem Bauwerk verschandeln mussten.

Auf dem Skywalk waren auch zwei Fotografen, von denen man sich fotografieren lassen konnte, gegen entsprechendes Entgelt natürlich. Wir verzichteten auf ein Erinnerungsfoto auf dem Skywalk, holten unsere Kameras wieder aus dem Schließfach und fuhren mit dem Shuttle-Bus weiter zum Guano Point. Von hier hatten wir eine schöne Aussicht auf den Grand Canyon und den Colorado. Am Canyonrand standen noch die Überreste der alten Guano Point Mine, die aber nicht besonders sehenswert waren. Hier verlief auch ein Weg, dem wir eine Weile gefolgt sind, um uns etwas umzusehen. Wir nahmen dann noch unser Mittagessen ein, das ja im Preis mit eingeschlossen war, und fuhren anschließend mit dem Shuttle-Bus wieder zurück zum Parkplatz. Auf die Fahrt zur Hualapai-Ranch verzichteten wir. Dort wurde zwar noch Unterhaltung geboten, aber wir wollten ja heute noch bis Kingman fahren, da würde die Zeit etwas knapp werden.

Alte Dampf-Lok #3759 in Kingman
Alte Dampf-Lok #3759 in Kingman

Vom Parkplatz Grand Canyon West ging es die gleiche Strecke wieder zurück über eine unbefestigte staubige Straße bis zum Highway 93. Von hier aus fuhren wir weiter nach Süden bis Kingman, wo wir uns zuerst ein Zimmer für die Nacht suchten.

Dann spazierten wir noch ein bißchen durch Kingman und sahen uns auch die alte Dampflok aus dem Jahr 1928 mit der Nummer 3759 an, die dort auf einem Gleisstück besichtigt werden konnte. Selbstverständlich kletterten wir auch mal auf die Lok hinauf. Heutzutage fahren durch Kingman natürlich modernere Züge, die aber auf ihrer Fahrt durch Kingman laut "pfeifen" wie in früheren Zeiten und wie man es aus alten Filmen kennt. An den Hotels in Kingman stehen überall Schilder, die darauf hinweisen, dass die Bahn hier langfährt und viel Lärm macht.

In einem gemütlichen Diner aßen wir zu Abend und zogen uns dann für den Rest des Tages ins Motel zurück.

Unser Fazit für den Skywalk: interessant, ihn mal gesehen zu haben, aber alles in allem viel zu teuer. Außerdem mögen wir diese Massenabfertigung nicht so gerne. Wir würden nicht noch einmal hierher fahren.

Gefahrene Meilen: 209