8. Tag
Montag, 17.9.2007

Wave und Second Wave

Heute klingelte der Wecker bereits um 5 Uhr, denn heute wollen wir zur Wave. Wir sind gleich aufgestanden, haben unsere Verpflegung für den Tag fertiggemacht und alles zusammengepackt.

Gegen 6 Uhr kamen Jürgen und Annette und brachten uns sogar noch Kaffee mit. Kurz darauf kamen auch Heinz und Christine dazu und wir konnten endlich starten. Es war kurz nach 6 Uhr. Wir fuhren bis zur nächsten Tankstelle um dort, genau wie die letzten Tage, unseren Kaffee zu besorgen. Das war schnell erledigt, aber wir mussten noch warten, jemand brauchte noch etwas zum frühstücken. Als alle versorgt waren fuhren wir weiter Richtung Wirepass Trailhead. Die Strecke kannten wir ja schon von unseren früheren Wave-Besuchen.

Kurz vor dem Ziel kam uns auf der Houserock Valley Road ein Auto entgegen. Drin saß ein weiteres deutsches Paar, das wir schon von der Auslosung her kannten. Sie meinten, der Buckskin Wash sei unpassierbar. Er habe sehr viel Wasser und sei sehr schlammig. Sie würden den Umweg über Kanab und Fredonia fahren, um von der anderen Seite auf die Houserock Valley Road zu gelangen. Wir berieten uns kurz, was wir tun sollten und fuhren dann weiter, um uns die Sache selbst mal anzuschauen.

Buckskin Wash
Am Buckskin Wash

Aber es sah wirklich nicht gut aus. Der Buckskin Wash führte reichlich Wasser mit heftiger Strömung und er sah wirklich ziemlich schlammig aus. Wir hatten keine Ahnung, wie tief der Schlamm war. Außerdem lag auch noch ein dicker Stein mittendrin. Ein paar Meter weiter nach links könne der Wash eventuell passierbar sein, hieß es, aber auch dort sah es schlecht aus.

Da ich die einzige war, die etwas höhere, wasserdichte Schuhe hatte, sollte ich dann testen, wie tief der Schlamm und das Wasser war. Mit einem Spaten zum Festhalten ging ich hinein. Den Spaten brauchte ich dann auch, ich bekam die Füße kaum aus dem Schlamm heraus. Außerdem war die Strömung sehr stark.

Also entschieden wir uns dann auch für den Umweg über Kanab und kehrten um, allerdings unter Protest von Ralf, der gerne durch den Wash gefahren wäre.

Jürgen und Annette fuhren schon vor, weil sie noch tanken mussten. In Kanab würden wir uns dann wieder treffen. Aber weder in Kanab noch in Fredonia war etwas von den beiden zu sehen. Wir hielten schließlich noch mal an, und entschieden uns dann weiterzufahren. Am Wirepass Trailhead würden wir ja zwangsläufig wieder zusammen kommen.

Wir bogen von der 89 Alt auf die Winter Road ab, eine Dirtroad, die direkt in die Houserock Valley Road mündet. Die Strecke zog sich ganz schön in die Länge, aber nach ca. 2 Stunden Fahrt ab dem Buckskin Wash erreichten wir den Parkplatz.

Jürgen und Annette waren noch nicht da. Wir machten uns schon mal startklar für die Wanderung und warteten auf Jürgen und Annette. Nun wurde es auch langsam heiß. Als die beiden nach einer Dreiviertelstunde immer noch nicht da waren, entschieden wir uns, ohne sie loszugehen.

Auf dem Weg zur Wave
Auf dem Weg zur Wave
Blick aus dem Westeingang
Blick aus dem Westeingang

Wir hinterließen noch eine kurze Mitteilung auf einem Pappschild an unserem Wagen und machten uns auf den Weg. Man kann nicht wirklich von Weg sprechen, denn den gibt es da nicht. Aber mit der Wegbeschreibung der Ranger war es kein Problem, die Wave zu finden. Unterwegs machten wir schon einige Fotos von der phantastischen Landschaft. Bei unserer dritten Wanderung zur Wave kam uns der Weg viel kürzer und einfacher vor als die beiden Male davor, aber vielleicht lag es einfach nur an der Gesellschaft. Trotzdem brauchten wir etwa 2 Stunden bis wir unser Ziel erreichten.

Blick in den Westeingang
Blick in den Westeingang

Wir machten uns auch gleich daran, die Wave und die Umgebung zu inspizieren und Fotos zu machen. Wir kannten ja eigentlich schon alles, trotzdem machten wir immer neue Aufnahmen aus verschiedenen Blickwinkeln und bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen. Die Wave ist für uns immer wieder ein Erlebnis, und wir freuen uns jedes Mal riesig, wenn wir ein Permit bekommen können. Unsere Kameras hatten gut zu tun, und auch Speicherkarten und Ersatzakkus hatten wir dabei. Nach einiger Zeit machten wir die obligatorische Pause in der einzigen Schattenstelle der Wave. Hier bildet der Fels eine fast eine natürliche lange Bank, auf der man relativ bequem sitzen kann. Irgendwann treffen sich hier alle Wave-Besucher und sitzen dann nebeneinander auf der langen Bank. Zwischendurch hielten wir immer wieder Ausschau nach Jürgen und Annette. Sie kamen etwa eine Stunde nach uns an und und wurden mit großem Hallo begrüßt. Wir alle waren doch ziemlich erleichtert, denn wir hatten schon befürchtet, dass ihnen etwas zugestoßen sein könnte.

Kurz darauf machten wir uns gemeinsam auf den Weg zur Second Wave, die sich ganz in der Nähe befindet. Obwohl Ralf und ich schon das dritte Mal hier waren, kannte unsere Begeisterung für die grandiose Natur keine Grenzen. Als wir die Second Wave erreichten, lag sie in der prallen Sonne, was ihre Farben nicht so richtig zur Geltung brachte. Das beste Licht zum Fotografieren hat man erst zur Golden Hour und zum Sonnenuntergang, dann sieht sie phantastisch aus. Ich wäre am liebsten bis zum Sonnenuntergang hier geblieben, aber dann hätten wir in der Dunkelheit wieder zurück zum Trailhead gemusst, das wollten wir dann doch nicht.

Die Wave
Die Wave
Hamburger Rock
Hamburger Rock

Aber auch so gab es genug zu sehen und zu bestaunen und jede Menge Motive zum Fotografieren. Als alle die Second Wave ausgiebig fotografiert hatten, kam die Frage auf, wie man auf den Top Rock hinaufkommt. Wir hatten die Information, dass man in der Nähe des Hamburger Rock relativ leicht hinaufklettern kann. Und ich wäre zu gerne mal oben auf dem Plateau gewesen. Wir versuchten an mehreren Stellen, die Felswand hoch zu klettern, mussten dann aber doch aufgeben. Der Fels war einfach zu steil und die Stelle, wo es leicht hinauf gehen soll, hatten wir nicht gefunden. Nur Heinz und Christine kletterten munter weiter, aber die beiden hatten auch nicht viel „Gepäck” dabei und beide Hände frei zum Klettern. Es sah aber doch ziemlich gefährlich aus und wir erwarteten jeden Moment, dass sie wieder zurückkommen würden. Doch sie schafften es bis ganz nach oben auf den Top Rock. Einige Zeit später konnten wir sie von unten sehen.

Second Wave
Second Wave
 
Am Nordeingang
Am Nordeingang

Wir verbrachten die Zeit unten und machten immer wieder neue Aufnahmen, da die Lichtverhältnisse an der Second Wave langsam besser wurden. Gegen 16:00 Uhr wollten wir noch in die Sand Cove , aber wir fanden unser Ziel mal wieder nicht. Da es aber auch schon recht spät war, machten wir uns auf den Rückweg zum Wirepass Trailhead. Heinz und Christine holten uns irgendwann ein und so gingen wir das letzte Stück zusammen.

Zurück am Parkplatz überlegten wir, ob wir die Rückfahrt durch den Buckskin Wash wagen sollten. Ein Amerikaner, der mit seinem Geländewagen gerade vorbeikam, bot sich an mitzufahren und uns nötigenfalls aus dem Schlamm zu ziehen. Da aber alle unsere Wagen keinerlei Vorrichtung zum Abschleppen hatten, mussten wir leider darauf verzichten. Sehr zum Leidwesen von Ralf, er wäre doch so gerne mal durch den Schlamm gefahren...

Wir verabschiedeten uns von Jürgen und Annette und fuhren dann die Houserock Valley Road in südliche Richtung bis zur 89 Alt. Auf dieser Strecke erlebten wir dann massenhaft lebensmüde Hasen, die kreuz und quer über die Straße flitzten, immer unmittelbar vor unserem Wagen. Während der Fahrt wurde es stockdunkel und dann sahen wir nur noch die im Scheinwerferlicht leuchtenden Augen der Hasen ringsherum, aber wie durch ein Wunder ist nichts passiert.

Nach ca. 2 Stunden Fahrt erreichten wir Page. Mit Christine und Heinz gingen wir zum Essen in ein Steakhaus und danach ging es ohne Umweg zum Motel zurück, wo eine erfrischende Dusche auf uns wartete. Anschließend gönnten wir uns noch ein leckeres Budweiser, während wir den Bericht geschrieben und unsere Fotos gesichert haben. Danach gingen wir gleich schlafen.

Gefahrene Meilen: 214