10. Tag
Mittwoch, 19.9.2007

Fahrt vom White Pocket über Monument Valley nach Mexican Hat

In der Nacht war es ziemlich kalt und wir hatten trotz unserer Fleece-Pullis und unserer dicken Schlafsäcke ganz schön gefroren. Gut schlafen konnten wir daher nicht. Irgendwann wurden wir dann durch Coyotengeheul geweckt. Die Coyoten schienen nicht weit entfernt zu sein. Einer fing immer an mit dem Geheul und die anderen stimmten dann mit ein. Später entfernten sie sich etwas und waren nur noch von weitem zu hören. Mit dem Schlaf war es dann endgültig vorbei. Bis unser Wecker klingelte, um 5 Uhr, war es nur noch ein Dösen. Wir standen gleich auf und bewegten unsere durchgefrorenen Gliedmaßen.

Sandpiste
Sandpiste zum White Pocket
 
White Pocket
 
White Pocket
Sonnenaufgang am White Pocket

Nach einem heißen Kaffee ging es uns schnell besser. Dann machte ich mich mit meiner Fotoausrüstung auf den Weg, zeitgleich mit den Japanern, die auch den Sonnenaufgang fotografieren wollten. Ebenso ein Pärchen, das am Vorabend angekommen war und im Auto übernachtet hatte. Ralf blieb beim Zelt zurück, er wollte das Frühstück vorbereiten und schon mal unsere Sachen packen.

Die Japaner nahmen das ganze Gelände in Beschlag, dauernd lief mir jemand ins Bild oder ich „störte” die Japaner. Deshalb entfernte ich mich etwas von der Gruppe, die sich natürlich vor den interessantesten Motiven postiert hatte. Als die Sonne dann langsam hochkam und White Pocket nach und nach in warmes Licht tauchte, fing mein Auslöser an zu glühen. Ich lief überall herum, sofern kein Japaner im Weg war, und machte Fotos über Fotos. Es sah alles so phantastisch aus, dass ich beim Fotografieren total die Zeit vergaß. Erst als mein Sprechfunkgerät ging und Ralf fragte, wann ich denn zurückkomme, fiel mir auf, wieviel Zeit schon vergangen war. Ich wäre gerne noch länger geblieben, aber wir hatten ja heute noch einige Meilen zu fahren. So bin ich dann schweren Herzens zum Zelt zurück mit dem Wunsch, hier noch einmal herzukommen um diese unglaubliche Location zu genießen und ohne Zeitdruck nach Lust und Laune zu fotografieren. Als ich an unserem Zeltplatz ankam hatte Ralf schon das Frühstück fertig und frischen Kaffee gekocht. In dieser Umgebung schmeckte alles noch mal so gut. Dann haben wir das Zelt abgebaut, alles im Auto verstaut, und uns dann wieder auf den Rückweg gemacht. Die Fahrt über die Sandpiste ging besser als erwartet. Die Steigung, die uns etwas Sorgen gemacht hatte, haben wir ohne Probleme überwunden. Auch die sandigen Passagen, die danach noch kamen, konnten wir ohne Schwierigkeiten befahren.

Nachdem wir wieder asphaltierte Straße unter den Rädern hatten, machten wir uns auf den Weg zum Monument Valley. Diese Strecke sind wir schon mehrmals gefahren, deswegen hielten wir uns nirgends lange auf, machten nur einen kurzen Fotostopp am Agathla Peak oder auch El Capitan.

Agathla Peak
Agathla Peak

Wir wollten früh im Monument Valley eintreffen, um eventuell mit einem Navajo-Führer noch eine Tour zu machen. Übernachten wollten wir die nächsten zwei Nächte auf dem Mitten View Campground, wie wir das auch in den letzten zwei Jahren gemacht hatten. Uns traf fast der Schlag, als wir dort ankamen. Der Campground existierte nicht mehr, statt dessen befand sich eine große Baustelle dort. Wie wir dann erfuhren, soll an dieser Stelle ein Hotel gebaut werden. (Eröffnung des View Hotel im Februar 2008). Als Ersatz für den alten Cammpground gab es nun einen „primitiven” Campground ohne Wasser, Duschen, Strom, etc., nur mit einigen „Dixiklos”. Das gefiel uns überhaupt nicht, und so fuhren wir erst mal zur Gouldings Lodge und fragten nach einem Zimmer, aber es war wie erwartet alles voll. Der dortige Campground gefiel uns auch nicht, außerdem wurde es sehr windig. Unsere Stimmung war auf dem Tiefpunkt und wir hatten auf einmal gar keine Lust mehr aufs Monument Valley und auf zelten. Wir mussten eine Entscheidung treffen. Hier bleiben und zelten (äußerst ungern) oder weiterfahren und in Mexican Hat ein Zimmer suchen. Die zweite Variante gefiel uns auch nicht besonders gut, aber immer noch besser, als hier bei diesem heftigen Wind das Zelt aufzubauen.

Also fuhren wir weiter nach Mexican Hat, wo wir im San Juan Inn das letzte freie Zimmer bekamen. Die Touren im Monument Valley waren gestrichen, morgen wollen wir gleich weiter fahren. Diese Entscheidung hatten wir zwar später bereut, aber da war es zu spät. Wir grillten unser Fleisch dann am Motel, wo es Tische und Bänke gab mit Aussicht auf den San Juan River.

Gefahrene Meilen: 229