9. Tag
Dienstag, 18.9.2007

Horseshoe Bend und White Pocket

Unser Wecker stand zwar auf 7:20 Uhr, aber wir wurden schon viel früher geweckt von dem Lärm und Gepolter in dem Zimmer über uns. Da wir nicht mehr einschlafen konnten, sind wir um kurz vor sieben aufgestanden. Unser Frühstück nahmen wir mal wieder im Ranch House Grille ein, dann sind wir zum Motel zurück. Wir packten unsere Sachen zusammen, verstauten alles im Wagen und haben dann ausgecheckt. Als erstes Ziel stand heute der Horseshoe Bend auf dem Programm. Wir waren zwar schon einmal da, aber zur falschen Tageszeit, die Sonne stand genau gegenüber und das war ungünstig zum Fotografieren. Als wir dort eintrafen, staunten wir nicht schlecht, denn der Parkplatz war so voll, dass wir nur mit Glück noch einen Platz für unseren Jeep bekamen. Dann gingen wir die kurze Strecke bis zum Horseshoe Bend. Man kann ihn erst im allerletzten Moment sehen, wenn man schon fast unmittelbar davorsteht. Aber der Anblick dieser Colorado-Schleife fasziniert mich jedes Mal aufs Neue. Heute war auch der Sonnenstand besser zum Fotografieren, was wir natürlich gleich ausnutzten.

Horseshoe Bend
Horseshoe Bend
Horseshoe Bend
Horseshoe Bend

Unser nächstes Ziel für heute hieß White Pocket. Da wir dort auch übernachten wollen, brauchen wir noch Proviant. Den besorgten wir uns im Wal Mart, bevor wir (mal wieder) zur Paria Contact Station fuhren. Wir wollten uns nach dem Straßenzustand zum White Pocket erkundigen. Hier trafen wir dann Marty an, den wir bei den Verlosungen für die Wave-Permits schon vermisst hatten. Er war leider nicht sehr gesprächig und meinte nur knapp, die Straße wäre „pretty sandy”. Das wussten wir eigentlich auch schon vorher, aber mehr gab es wohl nicht zu sagen. Da es bei dem Unwetter vor 2 Tagen sehr heftig geregnet hatte, hofften wir, dass der Sand fester sein würde und besser zu befahren. So beschlossen wir also, die Fahrt zum White Pocket zu wagen. Der Buckskin Wash an der Houserock Valley Road sei auch wieder passierbar, meinte Marty noch zu uns. Er war wirklich unglaublich gesprächig!

White Pocket
 
White Pocket
 
White Pocket
Eindrücke vom White Pocket

Wir fuhren los und passierten den Buckskin Wash, der nun schon fast wieder trocken war. Die Fahrt ging besser, als wir erwartet hatten. Das letzte Stück war allerdings sehr sandig, wie Marty so schön sagte „pretty sandy”, und hatte einige Steigungen und Gefälle. Dabei musste ich daran denken, dass wir ja morgen diese Piste auch wieder zurück müssen!

Als wir am White Pocket ankamen, staunten wir nicht schlecht, dass dort schon 3 Autos und einige Zelte standen. Wie sich dann herausstellte, war es eine Gruppe von Japanern (ein Fotoklub), die mit einem Tour-Guide aus Page da waren. Wir haben uns einen geeigneten Platz für unser Zelt gesucht, es gleich aufgebaut und alles schon mal fertiggemacht für die Nacht. Dann sind wir erst mal los um uns White Pocket anzuschauen und zu fotografieren. Und es war einfach überwältigend und atemberaubend! Wir liefen überall herum und fotografierten und kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Es war viel schöner, als ich es mir vorgestellt hatte. Mir wurde klar, dass die Zeit, die wir hier verbringen wollten, nicht reichen würde, um diese wunderschöne Landschaft anzuschauen, zu genießen und auch noch gute Fotos zu machen. Wir versuchten, den Japanern aus dem Weg zu gehen, aber das war nicht immer einfach, da sie natürlich auch immer da waren, wo es interessant war. Mit ihrem Lehrer Akira Otaka, einem Profi-Fotografen aus Tokio, kamen wir später ins Gespräch. Er sprach etwas Englisch, seine Schüler leider nicht. Später, als wir zu Abend gegessen hatten, kam er mit seinem Laptop zu unserem Zelt, zeigte uns einige seiner Fotos und lud uns zu seiner Vernissage in Tokio ein.

Ralf und ich saßen dann noch lange an unserem Grill um uns aufzuwärmen und ein Bierchen zu trinken. Es wurde ziemlich kalt und wir froren ganz ordentlich, aber wir mussten immer wieder den Sternenhimmel bewundern, der einfach phantastisch aussah. So einen Sternenhimmel kann man bei uns nicht sehen. Wir konnten sogar die Milchstraße sehen. Wir waren uns einig darüber, dass White Pocket einfach grandios und unbeschreiblich ist! Eine unglaubliche Felslandschaft! Das war ein ganz besonderer Tag für uns, der nun zu Ende ging. Gegen zehn Uhr zogen wir uns ins Zelt zurück, aber eigentlich auch nur, weil uns so kalt war. Morgen wollen wir dann früh aufstehen um den Sonnenaufgang am White Pocket zu erleben.

Gefahrene Meilen: 81