7. Tag
Sonntag, 16.9.2007

Yellow Rock, Bridger Point - Suche nach dem Julia Arch

Wieder begann der Tag wie die Tage zuvor, aber als wir am Wahweap View ankamen war das Gatter noch geschlossen. Wir warteten einen Moment und kurz darauf kam auch schon der Ranger und öffnete es, so dass wir doch noch zu unserem Frühstück am Wahweap View kamen und dabei noch einen schönen Sonnenaufgang sehen konnten.

Wahweap View
Am Wahweap View bei Sonnenaufgang

Anschließend fuhren wir wieder zur Paria Contact Station um zum dritten Mal in diesem Urlaub an der Verlosung für ein Wave-Permit teilzunehmen, diesmal mit 3 Losen. Eine unserer Losnummern war die 7, unsere Glückszahl. Ein gutes Zeichen! Und tatsächlich, wir gewannen mit dieser Zahl unser Permit. Wir freuten uns riesig! Nun wurden die nächsten Losnummern gezogen, aber Jürgen und Annette waren nicht dabei. Dann fiel die letzte Kugel - und Jürgen und Annette hatten endlich auch ihr Wave-Permit!

Jetzt folgte das übliche Prozedere nach der Verlosung. Wir bekamen unsere Permits ausgehändigt, die Wegbeschreibungen und noch einige mündliche Erläuterungen. Die Rangerin machte das schon ganz routiniert, obwohl es ja erst ihre dritte Verlosung war. Sie informierte uns darüber, dass es heute sicher noch regnen würde, mit einer Wahrscheinlichkeit von 60%. Und je nachdem wie viel es regnet, könnte es sein, dass der Buckskin Wash an der Houserock Valley Road morgen früh nicht passierbar ist. Dann bliebe uns nur die Möglichkeit, über einen großen Umweg die Houserock Valley Road von der anderen Seite zu befahren. Für den nächsten Tag war noch eine Regenwahrscheinlichkeit von 40% vorausgesagt. Das hörte sich nicht gut an. Ich sah uns schon in Regenbekleidung zur Wave laufen. Aber noch war das Wetter schön, doch das kann sich hier schlagartig ändern. Wir verabredeten mit Jürgen und Annette, dass wir zusammen zur Wave gehen wollten. Um 6 Uhr Arizona-Zeit wollen wir uns am Motel treffen. Wir verabschiedeten uns und machten uns auf den Weg zu unserem ersten heutigen Ziel.

Dieses Ziel hieß Yellow Rock, den wir gestern bereits aus der Entfernung sehen konnten. Heute wollten wir ihn uns aus der Nähe ansehen. Wir bogen in die Cottonwood Canyon Road ein und parkten unseren Wagen wieder an der Abzweigung zur Brigham Plains Road.

Lizzard
Lizzard, farblich passend zum Yellow Rock

Um zum Yellow Rock zu kommen müssen wir erst einmal den Wash des Cottonwood Creek durchqueren, der neben der Cottonwood Canyon Road verläuft, den wir aber nicht sehen konnten, da ein relativ breiter Streifen rechts und links neben dem Wash dicht mit grünen Büschen zugewuchert war. Irgendwo müssen wir da durch. Wir gingen einige Meter die Straße entlang und versuchten so etwas wie einen Trampelpfad zu erkennen, aber wir fanden nichts dergleichen. Also versuchten wir, uns irgendwo durch die Büsche zu schlagen, mussten aber zweimal aufgeben, weil wir plötzlich am steilen Ufer des Cottonwood Wash standen, wo wir nicht mehr weiterkonnten. Etwas entmutigt gingen wir zum Auto zurück. Dort stand ein Ranger, der mit einigen Leuten sprach. Als diese sich verabschiedeten, fragten wir ihn nach dem Weg. Er wußte ihn auch nicht so genau, aber er öffnete für uns sein „Office”. Er holte vorne aus seinem Wagen eine Kiste mit Karten, stellte sie auf die Ladefläche und meinte: „The Office is opened”.

Yellow Rock
Yellow Rock
 
Yellow Rock
Yellow Rock

Er gab uns auch die GPS-Koordinaten vom Anfang des Trails und meinte noch, wir sollten uns nicht so viel Zeit lassen, es sei Regen im Anzug. Wir versuchten nochmal uns durch die Büsche zu schlagen und dieses Mal kamen wir auch durch und fanden nach kurzer Zeit den Pferdepfad, der in einer Rinne steil nach oben führt. Der Aufstieg war sehr anstrengend und auch nicht ganz einfach, weil man hier nur durch loses Gestein und Geröll klettern muß. Oben angekommen standen wir in einiger Entfernung vor dem Yellow Rock. Von hier an brauchten wir nur den Steinmännchen zu folgen, die in kurzen Abständen aufgebaut waren. Als wir den Fuß des Yellow Rock erreicht hatten war Ralf geschafft und wollte nicht mehr weiter. Er setzte sich auf einen Felsen und musste erst mal verschnaufen. Nach ein oder zwei Zigaretten ging es ihm wieder besser und wir liefen im unteren Bereich des Yellow Rock herum. Durch die langsam zunehmende Bewölkung lag er viel im Schatten und und es waren meistens nur einzelne kleine Stellen von der Sonne beschienen. Wir verbrachten viel Zeit damit, auf das richtige Licht zum Fotografieren zu warten. Oben auf der Kuppe sahen wir zwei Leute herumlaufen, die sich langsam nach unten auf uns zu bewegten. Als sie bei uns ankamen, stellten wir fest, dass es auch Christine und Heinz waren, die morgens bei der Auslosung auch ein Wave-Permit gewonnen hatten. Gemeinsam machten wir uns an den Abstieg. Sie wollten sich am nächsten Morgen uns anschließen, so dass wir dann zu sechst zum Wirepass Trailhead starten werden. Während des Abstiegs sahen wir, dass in der Ferne dunkle Wolken aufzogen.

Gewitter
Gewitter
 
Julia Arch
Julia Arch

Update: Der Julia Arch ist leider in 2011 zusammengestürzt.

Aber wir wollten auf jeden Fall noch einmal zum Bridger Point, da wir ja den Julia Arch nicht gefunden hatten, und wir morgens von Jürgen und Annette aber erfahren hatten, wo wir suchen müssen. Wir wollten unbedingt dort sein, bevor der Regen losging. Als wir auf der Cedar Mountain Road waren, wurde es richtig dunkel und es fielen die ersten Regentropfen. Deshalb hielten wir uns auch nicht lange am Bridger Point auf und suchten nur nach dem Julia Arch. Dieses Mal fanden wir ihn auch gleich. Wir machten schnell einige Fotos und fuhren nach kurzer Zeit über die lange Sandpiste wieder zurück in Richtung der US 89. In einiger Entfernung vor uns sahen wir es heftig regnen und viele Blitze und wir hofften, noch im Trockenen bis zur US 89 zu kommen. Das schafften wir auch gerade noch. Am Motel konnten wir dann einen phantastischen Sonnenuntergang erleben mit einem schon fast unwirklich rot gefärbten Hinmmel.

Gefahrene Meilen: 112