9. Tag
Freitag, 26.12.2008

Horseshoe Bend, Lees Ferry, Stud Horse Point

Gestern Abend nach dem Grillen wurde es noch richtig ungemütlich. Es wurde sehr stürmig. Die Mülltonnendeckel flogen durch die Gegend und versursachten dabei einen ordentlichen Lärm. Dann begann es auch noch zu regnen.

Als wir gegen 6:30 Uhr aufstanden war der Regen wieder vorbei, aber es war immer noch sehr windig. Wir kochten uns erst einen Kaffee und versuchten wach zu werden. Anschließend fuhren wir mit dem Auto zum Ranch House Grille zum frühstücken. Normalerweise gingen wir ja zu Fuß, aber im Auto waren wir dem eisigen Wind nicht so sehr ausgesetzt.

Horseshoe Bend
Horseshoe Bend
 
Glen Canyon Damm
Glen Canyon Damm
 
Blick vom Viewpoint an der US 89
Blick vom Viewpoint an der US 89
 
Navajao Bridge
Navajo Bridge

Nach dem Frühstück machten wir uns gleich auf den Weg zum Horseshoe Bend. Die Sonne schien, aber mit 33° F war es nicht gerade warm. Als wir auf dem kleinen Parkplatz aus dem Auto stiegen traf uns fast der Schlag. Es war eisig kalt und es ging ein heftiger Wind. Wir zogen erst unsere Kapuzen über und unsere Handschuhe an bevor wir losgingen. Zügig marschierten wir den Hügel hinauf. Oben angekommen, pfiff der Wind noch stärker. Ich konnte gar nicht so schnell zittern, wie ich fror. Der sandige Weg war steinhart gefroren und stellenweise weiß. Es waren kaum Leute zu sehen, was ich aber auf die frühe Tageszeit zurückführte. Am Horseshoe Bend angekommen versuchte ich das erste Mal mit Handschuhen zu fotografieren, denn selbst nach nur einem Foto hatte ich vollkommen steifgefrorene Finger. Die Lichtverhältnisse waren nicht besonders gut. Die Schleife des Colorado lag zum großen Teil im Schatten. Die Sonne stand zu niedrig und wir waren zu früh. Bei der Kälte und dem Wind hielt es uns auch nicht lange hier und wir kehrten zurück nach Page.

Wir kauften noch etwas Verpflegung ein und besuchten Charly in seinem Geschäft. Danach machten wir uns wieder auf den Weg zum Horseshoe Bend in der Hoffnung, dass der Sonnenstand nun besser sein würde. Als wir am View Point zum Glen Canyon Dam vorbeikamen, bogen wir kurz entschlossen ab, denn hier stand die Sonne gerade günstig zum fotografieren. Wir machten einige Fotos und fuhren dann weiter zum Horseshoe Bend. Der kleine Parkplatz war wieder sehr leer, genau wie heute morgen. Es war immer noch kalt und windig, aber nicht mehr so schlimm wie heute morgen. Auch der Sand auf dem Weg hinunter war nicht mehr so hart gefroren. Die Sonne stand immer noch nicht optimal, aber ich war mir gar nicht sicher, ob das im Winter überhaupt der Fall sein kann. Wir machten trotzdem noch einige Fotos, bevor wir weiter fuhren.

Um zur Navajo Bridge zu kommen, mussten wir zunächst über den Antelope Pass auf dem Highway 89 nach Süden fahren. Der Highway muss hier eine Felsklippe überwinden, bevor er wieder bergab nach Bitter Springs führt. Von hier hat man einen imposanten Ausblick über das Tal des Marble Canyon. Die Landschaft bietet zwar keine spektakulären Highlights, aber sie fasziniert mich trotzdem jedesmal, wenn wir hier vorbeikommen. Wir hielten auch dieses Mal an schauten eine Weile über die Weite des Tales, in der Ferne die Vermillion Cliffs. Zwischen den roten Felsen waren einige Schneeflächen zu erkennen. Nach der kurzen Pause fuhren wir weiter auf dem Highway nach Süden. Kurz vor Bitter Springs gabelte sich die Straße, wo wir nach Norden abbogen. Von hier an war die Strecke eher etwas langweilig, aber nach ca. 22 Meilen erreichten wir die Navajo Bridge. Eigentlich sind es zwei Brücken, die über den Marble Canyon führen. Auf der einen Seite die alte Brücke, 1929 eröffnet, und auf der anderen Seite die neue Brücke, die im Jahr 1995 eröffnet wurde und über die heute der Verkehr fließt. Die alte Brücke ist für den Autoverkehr gesperrt, aber man kann sie zu Fuß überqueren. Unten, in mehr als 140 Metern Tiefe, fließt der Colorado. Erstaunlich fanden wir, dass die beiden Brücken fast identisch aussehen. Wir machten wieder die obligatorischen Brückenfotos.

Balanced Rocks
Balanced Rocks

Dann setzten wir unsere Fahrt nach Lees Ferry fort. Nach kurzer Fahrt erreichten wir einen kleinen Parkplatz, an dem wir auch kurz anhielten. Hier stand ein Automat, an dem man seine Eintrittsgebühr für Lees Ferry hätte bezahlen können - wenn er intakt gewesen wäre. Der Automat hatte irgendeinen Defekt und deswegen wohl pausenlos Tickets gedruckt, bis vermutlich das Papier zu Ende war. Eine meterlange Papierschlange lag vor dem Automat. Da wir aber einen Nationalpark-Pass besaßen, fuhren wir gleich weiter. Die Straße führte entlang des Colorado auf der einen Seite und der Vermilion Cliffs auf der anderen Seite. Einige Meilen vor Lees Ferry befinden sich die Balanced Rocks unmittelbar vor der Kulisse der Vermilion Cliffs. Wir stellten unseren Wagen in einer kleinen Parkbucht davor ab. Die gigantischen Felsformationen liegen direkt neben der Straße und wir brauchten nur einige Meter zu gehen und standen dann vor ihnen. Wie riesig die Felsen sind, kann man allerdings erst richtig sehen, wenn sich eine Person davor stellt und man den direkten Größenvergleich hat. An diesen Felsen kann man sehen, welche Spuren Wind und Wasser etc. im Lauf der Zeit hinterlassen können.

Stud Horse Point
Stud Horse Point

Anschließend fuhren wir weiter bis Lees Ferry, wo die Straße dann auch endete. Wir stellten den Wagen ab und gingen bis an das Ufer des Colorado. Lees Ferry ist heutzutage Startpunkt für Raftingtouren auf dem Colorado River. In füheren Zeiten, als es noch keine Brücke über den Colorado gab, wurde hier eine Fähre betrieben von dem Namensgeber John Doyle Lee. Es lag wohl an der Jahreszeit, dass hier heute nichts los war. Nur einige Männer waren dabei, ein kleines Motorboot zu Wasser zu lassen. Wir schauten eine Weile zu und fuhren dann wieder zurück, vorbei an den Balanced Rocks.

Dieses Mal hielten wir kurz am Viewpoint Disappearing Rock an, denn jetzt war die Parkbucht auf der richtigen Straßenseite. Hier beginnt auch eine schöne Wanderung durch den Cathedral Wash. Diese wollten wir heute allerdings nicht machen, ist aber auf jeden Fall schon vorgemerkt! Nach ein paar Minuten ging es gleich weiter bis zu den Cliff Dwellers. Auch hier stiegen wir nur kurz aus dem Auto. Wir schauten uns nur die Felswohnungen an, machten einige Fotos und dann stiegen wir schnell wieder ein. Es war nämlich immer noch kalt und sehr windig.

Sonnenuntergang bei Page
Sonnenuntergang bei Page

Dann machten wir uns auf den Rückweg nach Page. Unterwegs kam uns die Idee, noch einmal zum Stud Horse Point zu fahren, denn dann wären wir kurz vor Sonnenuntergang dort. Die Idee wurde auch gleich in die Tat umgesetzt. Im Gegensatz zu gestern war es am Stud Horse Point heute kalt und der Boden war gefroren. Aber die Hoodoos sahen im Licht der untergehenden Sonne phantastisch aus. Wir blieben dort bis unmittelbar vor Sonnenuntergang, dann fuhren wir wieder Richtung Page.

Als wir über den Glen Canyon Damm fuhren war die Sonne gerade untergegangen und färbte den Himmel und die Wolken in wunderschöne Rot- und Orangetöne. Gleich hinter dem Damm bogen wir nach links in eine unbefestigete Straße, die wir schon länger mal entlang fahren wollten. Wir wendeten aber nach kurzer Zeit, da wir in der Dämmerung ohnehin nicht mehr alles richtig sehen konnten. Aber ein Sonnenuntergangsfoto musste sein...

Fürs Abendessen gingen wir zu Slackers. Das Essen war gut und reichlich und zufrieden machten wir uns auf den Weg zurück zum Motel.

Gefahrene Meilen: 152