21. Tag
Mittwoch, 07.01.2009

Bisti Wilderness, New Mexico

Wir hatten ziemlich schlecht geschlafen. Als wir gestern Abend hier ankamen, war es schon dunkel gewesen und so hatten wir wohl nicht so genau hingeschaut bei der Auswahl unseres Motels. Bei Tageslicht sah alles nicht mehr so gut aus. Gut, dass es nur für eine Nacht war! Im Zimmer gab es keinen Kaffee und in der Lobby erst ab 8 Uhr! Also fuhren wir gleich los, um in Farmington irgendwo unseren Magen zu füllen. Wir fanden schließlich auch ein Diner, wo wir ganz gut und preiswert frühstückten. Auf dem Weg zu dem Diner hatten wir einen Walmart gesehen. Hier kauften wir noch etwas Verpflegung ein und dann starteten wir um 8:20 Uhr zu unserem nächsten Abenteuer.

Bisti Wilderness, New Mexico
Hier war Schluss!

Unser heutiges Ziel war die Bisti Wilderness. Es war unser erster Besuch der Bisti Wilderness und wir hatten lange überlegt, ob wir es überhaupt bei diesen Witterungsbedingungen wagen sollten. Auf Grund einiger Berichte wussten wir, dass man bei Nässe besser auf einen Besuch verzichten sollte. Der Boden besteht zum großen Teil aus Lehm, der bei Regen und Nässe aufweicht und das Gehen ungemein erschweren, bzw. sogar unmöglich machen kann. (Das hatten wir ja schon im Blue Canyon erlebt). Wir hatten uns aber entschlossen, einen Besuch zu wagen, da wir auch nicht so wirklich abschätzen konnten, wie die Verhältnisse bei Schnee sein würden.



Ralf mit weissen Hoodoos
Ralf mit weissen Hoodoos
Stone Wings, Bisti Wilderness
Stone Wings

Als wir losfuhren war es kalt, ca. 23°F, und bewölkt. Ab und zu kam die Sonne heraus. Es lag auch noch reichlich Schnee und wir hofften, dass wir trotzdem die Bisti Wilderness ein wenig würden erkunden können. Wir hatten uns für den Nordbereich entschieden. Die Abzweigung vom Highway 371 hatten wir auch gleich gefunden und die schneebedeckte Dirt Road war gut zu befahren. Nach einigen Meilen erreichten wir einen Trailhead, auf dem sogar ein Auto parkte. Wir fuhren zunächst auch auf den Parkplatz. Ich hoffte, in der Trail Register Box noch Infos vorzufinden, aber sie war leider leer. Wir überlegten kurz, ob wir hier unsere Wanderung beginnen sollten. Aber da die Dirt Road noch weiter führte, beschlossen wir noch weiter zu fahren.

Bisti Wilderness, New Mexico
Bisti Wilderness
 
Hoodoos, Bisti Wilderness
Hoodoos am Hunter Wash
 
Sonnenuntergang bei Chinle
Sonnenuntergang bei Chinle

Kurze Zeit später hatte die Straße einige größere Schäden, die glücklicherweise auch trotz des Schnees gut zu erkennen waren. Vorsichtig umfuhren wir die riesigen, tiefen Risse, kamen dann aber trotzdem nicht mehr weit. Ein Zaun versperrte die Straße. Wir zogen unsere warmen Jacken an, packten unsere Sachen und machten uns zu Fuß auf den Weg in die Bisti Wilderness.

Es war noch kälter als in Farmington, aber wir hofften, dass es im Laufe des Vormittags doch etwas wärmer werden würde. Nach einiger Zeit entdeckten wir Fußspuren im Schnee. Eine Person hatte wohl die gleiche Idee wie wir gehabt. Das Laufen durch die verschneite, hügelige Landschaft war doch recht beschwerlich, denn es querten immer wieder kleine Bäche und Wasserläufe unseren Weg. Größtenteils waren diese Bäche vereist, aber stellenweise war auch das Wasser zu sehen. Wir mussten also genau darauf achten, wo wir hergingen. Dort, wo die Sonne hin schien, war der Boden unter dem Schnee etwas angetaut. Auch die schneefreien Stellen in der Sonne sahen zunächst ganz harmlos aus, aber sie entpuppten sich als weichen Lehm, der an den Schuhen klebte und auf dem man fürchterlich ins Rutschen kommen konnte. Daher bewegten wir uns hauptsächlich in den Tälern, aber ab und zu mussten wir doch auch einmal einen kleinen Hügel überwinden. Das stellte sich dann wegen des lehmigen Untergrundes oft als sehr schwierig heraus. Leider mussten wir auch darauf verzichten, ab und zu auf einen Hügel hinaufzuklettern, um eine bessere Aussicht zu haben. Man sah es ihnen zwar nicht an, aber unter der von der Sonne angetrockneten Oberfläche war der Lehm noch sehr weich. Nach einem mehr oder weniger geglückten Versuch, so einen Hügel zu besteigen war der „Abgang” dann eher filmreif und endete mit einem schmerzenden Steißbein. Das wollten wir lieber nicht wiederholen. Auch wenn die Landschaft größtenteils mit Schnee bedeckt war, so bot sie doch einen phantastischen Anblick. Ich konnte mir gut vorstellen, dass es hier ohne Schnee noch viel schöner aussehen würde. Das erweckte gleich den Wunsch in mir, diesen Ort noch einmal in einer anderen Jahreszeit zu besuchen. Wir wanderten durch die Täler und ließen uns nur durch Stone Wings, Hoodoos und andere interessante Formationen leiten. Außer uns sahen wir keine Menschenseele.

In einem großen Bogen bewegten wir uns wieder auf den Ausgangspunkt unserer Wanderung zu. Nach knapp vier Stunden und etwa 9 Kilometern erreichten wir wieder unseren Wagen. Es waren auf jeden Fall vier interessante Stunden, die wir nicht bereut hatten, auch wenn wir wegen des Schnees und des weichen Lehmbodens nicht alles so erforschen konnten wie wir es normalerweise gemacht hätten. Zu gerne hätte ich auch noch die Gegend mit den „Cracked Eggs” besucht und zeitlich hätte das sicher auch noch geklappt. Aber ich fürchtete, dass die Eggs noch unter einer Schneeschicht steckten und daher verschoben wir diese Wanderung auf einen nächsten Besuch der Bisti Wilderness.

Nach einer kurzen Verschnaufpause im Auto fuhren wir zurück auf den Highway 371 und dann ging es fast ohne Unterbrechung Richtung Chinle. Wir hielten nur noch einmal kurz an als die Sonne unterging und wir ein Windrad sahen, das sich schön vor dem roten Himmel abzeichnete. Zwanzig Minuten später erreichten wir Chinle. Wir quartierten uns im Best Western ein und nahmen das Zimmer gleich für zwei Nächte. Im hauseigenen Restaurant aßen wir etwas später auch zu Abend. Das Essen war wirklich gut, nur auf unser obligatorisches Bier zum Essen mussten wir verzichten. Wir waren ja auf Navajo-Land. Zufrieden, aber müde gingen wir in unser Zimmer zurück (wo dann auch ein kühles Bier auf uns wartete).

Gefahrene Meilen: 229