13. Tag
Dienstag, 30.12.2008

Coyote Buttes South

Um 5 Uhr standen wir auf und packten Proviant etc. ins Auto. Noch etwas müde fuhren wir um kurz nach 6 Uhr los. Es war noch dunkel, die Temperatur lag so um den Gefrierpunkt.

Früh morgens
Früh am Morgen unterwegs

Kurz bevor wir in die Houserock Valley Road einbogen fing es an zu dämmern. Der Himmel wurde langsam rötlich. Wir hatten den Eindruck, dass es hier etwas kälter war als in Page. Der Schneebelag der Straße war hart gefroren und im Scheinwerferlicht glitzerten die Gräser und Sträucher. Es sah phantastisch aus, aber es war sehr glatt und rutschig. Am Wirepass Trailhead hielten wir noch einmal kurz an, denn hier befindet sich eine Toilette auf dem Parkplatz, die letzte auf unserer Fahrt zu den Coyote Buttes South. Dann ging es weiter auf der Houserock Valley Road nach Süden. Es lag reichlich Schnee, aber die Straße hatte schon viele Fahrspuren. Mittlerweile war es hell geworden und wir hatten strahlenden Sonnenschein.

Wir bogen auf die BLM-Road 1066 ab, auf der wir einige Meilen zurücklegen mussten. Dann ging es auf die verlassene Poverty Flat Ranch zu, die wir uns vor einigen Jahren schon einmal angesehen hatten. Da gab es das Windrad noch, an dem man sie schon aus einiger Entfernung erkennen konnte. Das Windrad wurde aber vor einiger Zeit schon abmontiert. Schade, das war ein schöner Orientierungspunkt gewesen. Aber auch ohne das Windrad fanden wir unseren Weg. Kurz nach der Ranch sahen wir viel aufgetürmten Schnee in einer Fahrspur, Spuren von Rutschen und Schlittern und dann Wendespuren eines Autos. Hier hatte sich wohl jemand nicht mehr weiter gewagt. Und von hier an war die Piste seit dem Schneefall nicht mehr befahren worden. Wir fuhren trotzdem weiter.

Stecken geblieben
Hier blieben wir stecken...
Unser Dodge
Ganz dahinten steht er, unser roter Dodge

Bis jetzt hatte unser Dodge alles gut gemeistert und zunächst ging es auch noch ganz gut, aber der Schnee wurde tiefer und zwischendurch gab es viele Schneeverwehungen. In einiger Entfernung sahen wir das stehengebliebene Gerüst des Windrads der Poverty Flat Ranch. Es hatte immer sehr malerisch ausgesehen, als es noch intakt war. Wir fuhren weiter. Die Fahrspur wurde immer schlechter, bzw. der Schnee immer mehr. Da unser Dodge Nitro nicht gerade „hochbeinig” war, schoben wir stellenweise den Schnee vor uns her. Es war abzusehen, dass wir bei noch mehr Schnee irgendwann steckenbleiben würden.

Rote „Steine”
Rote „Steine”

Ein paar Meilen nach der Ranch war es dann soweit - wir steckten fest. Ralf versuchte alles Mögliche, setzte vor und zurück, aber nichts ging mehr. Wir hatten uns richtig in den Schnee eingegraben und auch noch in den darunterliegenden Sand. Jetzt kam unsere Schaufel zum Einsatz. Die Reifen wurden „freigelegt” und dann versuchte Ralf, weiter zu fahren. Aber vorwärts war nichts mehr möglich, der Schnee war zu tief für unseren Wagen, der mit seinem Boden vollständig auf dem Schnee auflag. Dadurch hatten die Reifen keinen Halt. Nach erneutem Schaufeln und mehrmaligen Vor und Zurück kamen wir rückwärts wieder aus dem Schnee heraus. Wir fuhren ein kurzes Stück zurück, wo der Schnee etwas flacher war und stellten den Wagen dort ab.

Aufgeben wollten wir nicht, aber weiterfahren konnten wir auch nicht. Das bedeutete zu Fuß gehen, wobei wir nur eine ungefähre Ahnung hatten, wie weit es noch zu laufen war bis zu den Coyote Buttes South. Wir packten unsere Rucksäcke und machten uns auf den Weg. Laufen war dabei aber nicht der richtige Ausdruck. Da der Schnee relativ tief war, und in den Schneewehen sehr tief, war es mehr ein Stapfen. Dadurch war es sehr beschwerlich und anstrengend. Nach einiger Zeit hatten wir Schnee in den Schuhen, der dann durch die Wärme schmolz. Die Füße wurden langsam kalt und nass, aber wir „gingen” munter weiter. Aus der Ferne hörten wir immer wieder die Coyoten heulen.

Teepees
Teepees...
Teepees
...im Schnee

Als wir dann die Buttes sehen konnten, wurde das Vorankommen noch schwieriger, weil das Gelände in Wellen verlief. Es ging dauernd rauf und runter und immer wieder kamen tiefe Schneewehen. Trotzdem arbeiteten wir uns bis zu den Buttes hin. Der Anblick und die Aussicht über die Landschaft waren unbeschreiblich und ließ uns für eine Weile die Strapazen des Hinwegs vergessen. Wir kletterten zwischen den Buttes herum und das war nicht ganz einfach. Durch Schnee und Eis war das teilweise eine rutschige Angelegenheit auf den Felsen. Dann schauten wir uns etwas im Gelände um, wobei wir natürlich nicht sehr weit kamen. Da wir ziemlich lange gebraucht hatten, um hierher zu kommen, konnten wir leider nicht so viel Zeit hier verbringen, wie wir ursprünglich geplant hatten, obwohl wir das liebend gerne getan hätten. Aber wir mussten die ganze Strecke zum Auto zurücklaufen und wollten auch nicht zu spät in Page eintreffen, da man sonst nach uns suchen würde. Vom Auto bis zu den Buttes hatten wir durch den tiefen Schnee ca. 3 Stunden gebraucht und die mussten wir jetzt wieder zurück. In unseren Schuhen stand inzwischen das Wasser und die Füße waren eiskalt, ansonsten schwitzten wir ganz ordentlich, da die ganze Zeit die Sonne schien.

Coyote Buttes South
Coyote Buttes South
Coyote Buttes South
Coyote Buttes South

Der Rückweg ging hauptsächlich bergauf, wenn auch nur ganz leicht. Aber durch den tiefen Schnee war das recht anstrengend. Bei meiner (relativ) geringen Körpergröße waren die Schneewehen mein Hauptproblem, denn teilweise stand ich dann bis zu den Hüften im Schnee. Ralf fand das jedenfalls immer sehr lustig, wenn ich mich durch den Schnee kämpfen musste. Deshalb waren wir froh, als wir wieder das Auto erreichten. Als erstes zogen wir die nassen Schuhe und Strümpfe aus und zogen uns trockene Sachen an, die wir (in weiser Voraussicht?) mitgenommen hatten (wie auch einige Handtücher). Die nassen Schuhe stopften wir gleich mit Papier von Küchenrollen aus, von denen wir immer einige im Auto liegen hatten.

Coyote Buttes South
Unterwegs...
Coyote Buttes South
...in den...
Coyote Buttes South
...Coyote Buttes South

Wir aßen noch den Rest unserer Verpflegung und dann machten wir uns auf den Rückweg nach Page. Da den ganzen Tag die Sonne geschienen hatte, war der Schnee natürlich angetaut und wir hofften, dass wir auf unserer Fahrt überall gut durchkommen würden. Unsere größte Sorge galt dem steilen Hügel auf der Houserock Valley Road, über den wir fahren mussten. Aber es ging besser als erwartet und auch den Rest der Strecke schafften wir ohne Probleme. Ziemlich groggy kamen wir in Page an. Ca. 8 Kilometer hatten wir heute zu Fuß durch den tiefen Schnee zurückgelegt, aber wir hatten es nicht bereut, es war ein Erlebnis, das wir so schnell nicht vergessen werden.

Nachdem wir uns mittels Dusche etc. wieder gesellschaftsfähig gemacht hatten, gingen wir zu Slackers. Ein leckeres Abendessen hatten wir uns heute verdient. Dann folgten nur noch die üblichen Arbeiten, wie Fotos sichern und Bericht schreiben. Todmüde fielen wir dann ins Bett.

Gefahrene Meilen: 131