22. Tag
Donnerstag, 08.01.2009

Hope Arch, Canyon de Chelly National Monument

Der vergangene Tag war wohl doch anstrengender gewesen, als wir gedacht hatten, denn wir hatten uns verschlafen und standen erst gegen 7:30 Uhr auf. Wir gingen wieder ins Restaurant zum frühstücken. Und dieses Frühstück war gut und es war reichlich. Sogar Ralf hatte dieses Mal Mühe seine Portion auf zu bekommen. Dann machten wir uns startklar für unsere nächste Tour. Der Hope Arch sollte heute unser erstes Ziel sein. Dieser schöne herzförmige Arch liegt an der Ventana Mesa nur wenige Meilen entfernt. Ralf wollte nach der Wegbeschreibung von Fritz Zehrer fahren, weil sie so einfach klang, aber ich fand den Weg von Volker Goeke einfacher.

Gegen 9:30 Uhr fuhren wir los bei strahlendem Sonnenschein und ca. 32°F. Der Gerechtigkeit wegen entschieden wir uns, den Hinweg nach Fritz Z. und den Rückweg nach Volker G. zu fahren. Als wir von der asphaltierten Straße abbogen trauten wir unseren Augen nicht. Vor uns lag eine sehr breite schlammige Piste, die auch noch mit riesigen Wasserlachen durchzogen war. In Chinle und Umgebung lag fast gar kein Schnee mehr, aber es schien noch nicht so lange her zu sein, dass er weggeschmolzen war. Zumindest sah die Dirt Road danach aus. Ralf überlegte nicht eine Sekunde, sondern fuhr einfach weiter. Es konnte ja eigentlich nur besser werden! Viel besser wurde die Straße zwar nicht, aber auch nicht schlechter. Nach einiger Zeit ging die Dirt Road bergauf und führte dann in Kurven auf die Mesa hinauf. Von da an war die Strecke dann wieder in einem besseren Zustand. Fast wären wir am Hope Arch vorbeigefahren, da man ihn aus der Entfernung nur schlecht erkennen kann. Wir fuhren noch mal ein Stück zurück, stellten den Wagen ab und legten die letzten Meter zu Fuß zurück.

Ralf im Hope Arch
Ralf im Hope Arch
Hope Arch
Hope Arch
Umgebung des Hope Arch
Umgebung

Dann standen wir vor dem Arch, der mit seinen 21 Metern Höhe und einer Spannweite von über 19 Metern doch schon eine beachtliche Größe hatte. Wir waren nun auf der Schattenseite des Arches und um auf die andere Seite zu kommen, war der kürzeste Weg durch den Arch hindurch. Es ging recht steil hoch, aber es war ganz gut zu schaffen. Auf der anderen Seite ging es dann fast noch etwas steiler wieder hinunter. Wir machten einige Fotos vom Hope Arch, der mir wirklich gut gefiel. Dann durchstreiften wir noch etwas die nähere Umgebung. Hier gab es auch einige interessante Motive. Nach gut zwei Stunden machten wir uns wieder auf den Rückweg, wobei wir dann die etwas bessere „Schlammpiste” nach der Wegbeschreibung von Volker nahmen. Danach hatten wir dann den direkten Vergleich und wir waren uns einig, dass die Strecke von Volker leichter zu fahren war und auch nicht schwierig zu finden.

Mummy Cave Overlook, Canyon de Chelly
Mummy Cave Overlook

Jetzt fuhren wir erst mal nach Chinle zurück und dann gleich weiter zum Visitor Center. Hier besorgten wir uns einen Parkplan vom Canyon de Chelly National Monument. Das National Monument befindet sich auf Navajo-Gebiet und umfasst vier tiefe, zusammenhängende Felsschluchten, die das Defiance Plateau zerschneiden. Den 56 km langen Canyon del Muerto, den 40 km langen Canyon de Chelly, sowie den Black Rock Canyon und den Monument Canyon. Die roten Sandsteinwände fallen bis zu 300 Meter steil ab und am Canyonboden fließt der Chinle-Creek. Der ebene Grund der Schluchten wird landwirtschaftlich genutzt von den hier lebenden Indianern. In den Canyon darf man leider nur in Begleitung eines Park Rangers oder eines Navajo-Guides, gegen entsprechendes Entgelt natürlich! Eine Ausnahme ist hier nur der White House Trail, aber auch hier darf man den vorgeschriebenen Weg nicht verlassen. Es werden auch Jeep-Touren in den Canyon angeboten, aber darauf verzichteten wir, da unsere Zeit sowieso etwas knapp bemessen war.

Mummy Cave Overlook, Canyon de Chelly
Anasazi-Ruinen, Mummy Cave Overlook
 
Massacre Cave Overlook, Canyon de Chelly
Massacre Cave Overlook

Nach einem kurzen Blick in die Karte starteten wir unsere Fahrt entlang des North Rim. Hier sind vormittags die Lichtverhältnisse besser, denn wir wollten ja auch einige Fotos machen. Die Fahrt entlang des North Rim Drive bot keine besonderen Ausblicke. Den Canyon kann man an keiner Stelle sehen, dazu muss man die kurzen Stichstraßen zu den Overlooks fahren. Der Reihe nach fuhren wir die Aussichtsstellen am Canyon del Muerto an. Der erste Aussichtspunkt war der Ledge Ruins Overlook am Ende einer ca. 0,8 Meilen langen Stichstraße. Vom Parkplatz führte noch ein kurzer Weg bis an den Rand des Canyons. Die Ruinen hatten wir leider nicht gesehen, aber vielleicht waren sie durch den Schnee auch schwer zu erkennen. Auch im Tal, wo sonst bebaute Äcker zu sehen sind, war noch alles mit Schnee bedeckt. Wir blieben nur kurz und fuhren gleich weiter, aber wir ließen den Antelope House Overlook aus. Wir fuhren gleich durch zur dritten Abzweigung, die zu zwei Aussichtsstellen führte. Der Mummy Cave Overlook, von dem wir die Anasazi-Ruinen sehen konnten und der Massacre Cave Overlook. Hier hatte wohl bis vor kurzem noch viel Schnee gelegen, denn auf den Parkplätzen lagen vom Räumen noch Riesenberge Schnee und die Straße war teilweise vereist. Hier, wie auch bei den anderen Aussichtpunkten, waren wir ganz alleine. Unterwegs hatten wir auch nur gelegentlich mal ein Auto gesehen. An allen Overlooks machten wir einige Fotos. Es war ganz interessant, von den Aussichtstellen das verschneite Tal und die Ruinen anzuschauen, denn so etwas hatten wir noch nicht gesehen. Aber nun war unser Bedarf an „Besichtigungen” auch fast gedeckt. Wir wollten heute nur noch den South Rim Drive fahren bis zum Spider Rock, der nachmittags im besten Licht liegt. Vom Massacre Cave Overlook fuhren wir deshalb auch gleich wieder zurück, um nicht zu spät am Spider Rock anzukommen.

Tsegi Overlook, Canyon de Chelly
Tsegi Overlook
White House Overlook, Canyon de Chelly
White House Overlook

Unsere Fahrt führte uns wieder am Visitor Center vorbei, bevor wir den ersten Overlook des South Rim erreichten. Der Tunnel Overlook war der erste von insgesamt sieben Overlooks. Die Aussicht hier bot aber keine Besonderheiten. Das einzig Interessante waren die Indianer am Parkplatz, die dort versuchten, ihren selbst hergestellten Schmuck verkaufen. Wegen der Jahreszeit und der recht wenigen Besucher hier waren die Preise um Einiges günstiger als während der Saison. Wir schauten uns nur kurz alles an und fuhren dann gleich weiter.

Nacheinander fuhren wir nun die Aussichtspunkte Tsegi Overlook, Junction Overlook, White House Overlook, Sliding House Overlook, Face Rock Overlook und Spider Rock Overlook an, und an fast jedem Parkplatz trafen wir Indianer an, die dort ihre Schmuckstücke an den Mann, bzw. die Frau bringen wollten. Die Overlooks boten alle einen schönen Blick in den Canyon und auf den Fluss. Bei genauem Hinsehen konnten wir die Ruinen der Anasazi-Häuser in den Felswänden erkennen. Da die Sonne nun auch schon etwas tiefer stand, war allerdings nur die gegenüber liegende Seite gut zu sehen, direkt unter uns lag alles im Schatten. Am White House Overlook beginnt ein Trail in den Canyon, der White House Ruin Trail. Das ist der einzigen Wanderweg, auf dem man ohne indianischen Führer in den Canyon hinabsteigen darf. Unten befinden sich die Ruinen der Felsklippensiedlung. Es sollen die schönsten Ruinen im Monument sein. Da wir aber schon recht spät dran waren, machten wir diese Wanderung nicht. 2 bis 3 Stunden hätten wir dafür schon rechnen müssen, aber wir wollten auf jeden Fall noch zum Spider Rock Overlook.

White House Overlook, Canyon de Chelly
Anasazi-Ruinen am
White House Overlook
Spider Rock, Canyon de Chelly
Spider Rock,
fast ganz im Schatten

Dieses ist der letzte Overlook am South Rim. Hier endet auch die Straße. Als wir hier ankamen, war es schon relativ spät und wir hofften, dass der Spider Rock noch nicht im Schatten liegen würde. Zügig gingen wir den kurzen Trail bis zum Spider Rock, der als Wahrzeichen des Canyon de Chelly gilt. Leider kamen wir doch etwas zu spät, es lag nur noch die Spitze des über 240 Meter hohen Monolithen in der Sonne. Nachdem wir uns etwas umgesehen hatten, hatten wir die Hoffnung, dass die Sonne um einen Felsen herumwandert und den Spider Rock noch einmal schön beleuchtet. Wir warteten eine ganze Weile darauf, mit uns ein Amerikaner, mit dem wir dann ins Gespräch kamen. Er hatte seinen Hund dabei, einen Dackel. Den Hund nannte er Frankfurter, weil er meinte, dass er wie eine Wurst aussehen würde...

Als es begann dunkel zu werden und es auch kalt wurde, machten wir uns wieder auf den Rückweg zum Hotel. Auf ein (schönes) Foto vom Spider Rock mussten wir leider verzichten, dazu wir hätten viel früher am Overlook eintreffen müssen. Das erinnerte uns wieder daran, dass wir schließlich im Winter hier waren, und dann geht die Sonne eben früher unter!

Zurück in Chinle gingen wir wieder ins Restaurant zum Essen und dann machten wir uns noch einen gemütlichen Abend.

Gefahrene Meilen: 96