12. Tag
Montag, 29.12.2008

Eagle Gate Arch, Johnson Canyon Road, Skutumpah Road

Heute ging unser Wecker schon recht früh, nämlich um 5:30 Uhr. Wir wollten heute nach Kanab zur Verlosung für ein Wave-Permit oder ein Permit für die Coyote Buttes South. Wir waren uns noch nicht ganz schlüssig, für welches Permit wir uns entscheiden sollten.

Auf der einen Seite wären wir gerne in die verschneite Wave gegangen, andererseits lockten uns auch die Coyote Buttes South. Charly meinte, die Wave im Schnee sei nicht so schön, weil schon viele Menschen dort ihre Spuren hinterlassen hätten. Er zeigte uns auch einige Fotos und da mussten wir ihm dann auch Recht geben. Die Wave im unberührten Schnee wäre zwar schön gewesen, aber so gefiel sie uns auch nicht gut. Wir frühstückten auf die Schnelle in unserem Zimmer und dann starteten wir nach Kanab.

Der Arch ist schwer zu erkennen
Der Arch ist schwer zu erkennen
Eagle Gate Arch
Eagle Gate Arch

Wir waren im Glauben, dass es in Utah eine Stunde früher ist als in Arizona, denn im Sommer ist das der Fall. Als wir gegen 7:40 Uhr Arizona-Zeit beim Field-Office eintrafen, war dieses noch geschlossen und wir ziemlich irritiert. Daher warteten wir im Auto, bis um 8 Uhr das Field-Office öffnete. Wir gingen gleich hinein und schauten uns erst einmal um, schließlich waren wir noch nie hier gewesen. Dann fragten wir die Rangerin nach einem Permit für die Coyote Buttes South. (Das Permit für die Wave hatten wir inzwischen „abgehakt”.) Sie meinte zu uns, dass sie normalerweise bis 9 Uhr warten müsse mit der Verlosung der Permits, aber es sei ja niemand da, und es seien auch kaum noch Leute zu erwarten, da könne sie uns das Permit auch gleich geben. Wir schauten erst auf unsere Uhren, danach auf die Uhr im Field-Office um dann festzustellen, dass es keinen Zeitunterschied gab. Wir hätten also etwas länger schlafen können. Aber wir hatten nun unser Permit für die Coyote Buttes South. Wir kauften noch einige Topo-Karten und machten uns wieder auf den Rückweg. Vorher fuhren wir noch eine Tankstelle in Kanab an, tankten wieder voll und kauften uns noch Kaffee für unterwegs.

Movie Set
Johnson Canyon...
Movie Set
...Movie Set

Unser erstes Ziel für heute war der Eagle Gate Arch an der Johnson Canyon Road, die etwa 9,5 Meilen von Kanab entfernt von der 89 abzweigt. Die Straße war asphaltiert und schneefrei, aber ansonsten lag recht viel Schnee. Wahrscheinlich hatten wir deshalb den Arch auch nicht gleich gesehen. Der Weidezaun, den man übersteigen sollte, um näher an den Arch zu gelangen, entpuppte sich als Stacheldrahtzaun. Doch was uns mehr vom übersteigen abhielt, war der tiefe Schnee vor und vor allem hinter dem Zaun. Außerdem war es nicht die beste Tageszeit, um den Arch zu fotografieren, denn er wandte uns seine Schattenseite zu. Das hatten wir zwar vorher gewusst, aber wir wollten nur für den Arch nicht noch einmal hierher fahren, und heute waren wir gerade in der Nähe, da bot sich der Abstecher an. Wir machten nur einige Aufnahmen aus der Entfernung vom Eagle Gate Arch.

Skutumpah Road
An der Skutumpah Road

Dann beschlossen wir, die Johnson Canyon Road noch ein Stück weiterzufahren. Nach ein paar Meilen kamen wir zu dem alten Movie Set, wo unter anderem auch einige Folgen der Serie „Gunsmoke” gedreht worden sind. Wir hielten kurz am Straßenrand und sahen uns die alten Häuser aus der Entfernung an, denn das ganze Gelände war eingezäunt und wir wollten nicht über den Zaun steigen oder einen anderen Zugang suchen. Die Gebäude sahen ganz malerisch aus im Schnee. Erst auf den zweiten Blick bemerkten wir, dass dort auch noch ein Galgen stand. Nach einigen Fotos fuhren wir weiter. Auf der Karte hatte ich gesehen, dass später die Skutumpah Road nach rechts abzweigt. Bis dahin wollten wir fahren, einfach nur, weil uns die Landschaft im Schnee so gefiel. Die Straße führte ganz langsam bergauf und je höher wir kamen, umso mehr Schnee lag. Anfangs war die Straße noch schneefrei, dann folgten immer wieder Stellen mit dickem spiegelglattem Eis. Rechts und links der Straße waren die Bäume dick mit Schnee beladen, das sah wunderschön aus. Als dann die Abzweigung der Skutumpah Road kam, fuhren wir auf dieser doch noch weiter, weil wir wissen wollten, wie die Strecke weitergeht und weil diese gut geräumt war, im Gegensatz zur Johnson Canyon Road.

Skutumpah Road
Eindrücke...
 
Skutumpah Road
von der...
 
Skutumpah Road
...Skutumpah Road

Die Skutumpah Road war aber nicht mehr asphaltiert. Sie führte nun immer höher und der Schnee wurde immer mehr. Die Landschaft sah aus wie in einem Wintermärchen. Nach einiger Zeit sollte nach rechts die The Sand Road abzweigen. Über diese Straße wollten wir wieder auf die 89 zurückfahren. Aber leider fanden wir sie nicht. Mittlerweile türmte sich rechts und links der Straße der Schnee vom Räumen so hoch, dass ich teilweise nicht darüber schauen konnte. Irgendwann kamen wir zu einem Wagen mit einem Anhänger, der auf der entgegenkommenden Straßenseite stand. Auf dem Anhänger befanden sich ein ATV und ein Snow-Mobile. Der Fahrer stand draußen und erzählte uns, dass die Straße zum Bryce Canyon führt, sie aber nicht mehr befahrbar sei, weil zu viel Schnee liegt, deshalb sei er zurückgefahren. Es ginge nur noch ein paar Meilen weiter und wir könnten es ja versuchen. Er hatte ein deutlich größeres Fahrzeug wie wir und außerdem den Anhänger.

Also beschlossen wir, weiter zu fahren. Aber weit kamen wir tatsächlich nicht mehr, denn dann endete die Räumung der Straße. Wir machten nur einige Fotos und fuhren dann wieder zurück. Ungefähr dort, wo die The Sand Road abzweigen sollte, befand sich auch eine Ranch. Wir fuhren die kurze Stichstraße zur Ranch und fanden dort den Rancher vor, der gerade dabei war, seinen Jeep zu beladen. Wir fragten ihn nach der The Sand Road und er lachte. Die sei im Winter nicht befahrbar, meinte er. Sie würde im Winter nicht geräumt, und die Skutumpah Road würde auch nur bis kurz nach seiner Ranch geräumt. Das bedeutete, dass wir doch die ganze Strecke wieder zurück zur 89 fahren mussten. Aber die schöne verschneite Landschaft entschädigte uns dafür.

Von der 89 bogen wir dann in die Houserock Valley Road ein. Da wir am nächsten Tag vorhatten zu den Coyote Buttes South zu fahren, wollten wir sehen, in welchem Zustand sie ist. Auf der Piste lag Schnee, der um diese Tageszeit aber leicht angetaut war. Trotzdem war die Straße ganz gut zu befahren. Die kritische Stelle, der Buckskin Wash, war auch kein Problem. Wir fuhren noch ein Stück weiter und machten einige Fotos. Für unsere Fahrt morgen früh machten wir uns keine Sorgen, zumindest, was den Teil der Strecke anging, den wir jetzt schon gefahren waren.

Houserock Valley Road
An der ...
Houserock Valley Road
...Houserock Valley Road

Dann wendeten wir und fuhren wieder nach Page zurück, wo wir erst mal einen Kaffee tranken. Anschließend fuhren wir nochmal zum Walmart, um Einiges einzukaufen. Abends grillten wir vor unserem Zimmer. Dazu gab es Salat und ein Budweiser. Da es morgen früh losgehen soll, gingen wir relativ früh schlafen.

Gefahrene Meilen: 237