20. Tag
Dienstag, 06.01.2009

Monument Valley, Churchrock, 4 Corners, Shiprock

Monument Valley
Kurz nach Sonnenaufgang

Der Wecker riss uns früh aus dem Schlaf. Wir wollten den Sonnenaufgang sehen und fotografieren - und zwar ganz bequem von unserem Balkon aus. Während ich das Stativ aufstellte kochte Ralf Kaffee. Dann saßen wir mit dicken Jacken auf dem Balkon und genossen beim Sonnenaufgang im Monument Valley den heißen Kaffee. Alles war noch mit einer dünnen Schneeschicht bedeckt. Es sah wunderschön aus. Danach frühstückten wir und fragten nach, welche Touren möglich wären, da wir gerne mal etwas mehr vom Monument Valley gesehen hätten. Aber außer der „Selbstfahrer-Tour” war nur noch eine größere Tour mit einem Guide möglich, die wir vor ein paar Jahren schon einmal gemacht hatten. Deshalb verzichteten wir darauf und entschlossen uns, doch noch einmal selbst die Runde durchs Monument Valley zu fahren, obwohl wir das ursprünglich nicht vorhatten. Aber der Schnee hatte unsere Meinung geändert. Wir checkten gleich aus, um später nicht noch einmal beim Hotel vorbei zu müssen.

Dann starteten wir unsere Fahrt ins verschneite Monument Valley. Es war kalt, ca. 29° F, aber die Sonne schien. Es war ein ganz ungewohnter Anblick für uns, das verschneite Monument Valley zu sehen. Aber da die Sonne schien, war anzunehmen, dass der Schnee im Laufe des Tages wieder verschwunden sein würde. Wir ließen uns viel Zeit, da wir wahrscheinlich nicht sehr oft die Gelegenheit haben werden, das Monument Valley mit Schnee zu erleben. Gegen Ende unserer Fahrt war dann auch nicht mehr viel von der weißen Pracht zu sehen.

Monument Valley
Monument Valley
Monument Valley
Monument Valley

Wir verließen das Monument Valley wieder und den Highway 163 einige Meilen nach Süden, um dann auf den Highway 160 nach Osten abzubiegen. Nach wenigen Meilen konnten wir auf der linken Seite den Churchrock erkennen. Wir hielten auf einem kleinen Parkplatz und machten einige Fotos. Dann setzten wir unsere Fahrt fort. Unser Ziel war der Shiprock in New Mexico. Unterwegs beschlossen wir, einen kurzen Abstecher zu den 4 Corners zu machen, da wir ja fast daran vorbeikamen.

Church Rock
Church Rock, im Hintergrund Agathla Peak
 
Four Corners
Four Corners

Four Corners ist die einzige Stelle in den USA, an dem vier Bundesstaaten aneinandergrenzen. Colorado, New Mexico, Utah und Nevada. Hier befindet sich ein Monument, in dessen Boden eine Bronzeplatte eingelassen ist, ebenso die Wappen und die Namen der vier Bundesstaaten. Die Mitte der Bronzeplatte bezeichnet den Punkt, an dem alle vier Bundesstasten zusammentreffen. Dieses Monument befindet sich auf Indianergebiet, das bedeutete, wir mussten $3 Eintritt pro Person bezahlen. Dafür gab es nichts wirklich Interessantes zu sehen. Wir waren ganz alleine und konnten in Ruhe das hier obligatorische „Four Corners Foto” von jedem machen, ein Foto, wo man mit den Füßen gleichzeitig in allen vier Staaten steht. Wir machen sonst eher selten solche „Touristenfotos”, aber da hier sonst nichts los war, machten wir uns den Spaß. Von den vielen Verkaufsständen der Navajos um das Monument herum hatten nur wenige geöffnet. Sie hatten den üblichen, handgefertigten Schmuck und ähnliches im Angebot. Das war alles, was wir für die 3 $ zu sehen bekamen. Extra hierhin zu fahren lohnt sich wirklich nicht, es sei denn, man kommt hier sowieso vorbei wie wir.

Wir schauten uns „alles” nur kurz an, machten die Fotos und fuhren dann gleich weiter auf dem Highway 160 hinüber nach Colorado. Das war für uns das erste Mal, dass wir nach Colorado fuhren und das musste natürlich auch mit einem entsprechenden Foto „belegt” werden. Nach ca. einer Meile hielten wir am Shiprock Overlook an. Von hier konnten wir bereits den entfernten Shiprock sehen, aber von der Aussicht hatten wir uns etwas mehr versprochen. Wir fuhren wieder zurück an Four Corners vorbei und bogen dann ab auf den Highway 64 Richtung Shiprock und Farmington. Schon nach kurzer Zeit fuhren wir über die Grenze nach New Mexico.

Shiprock von Südwesten
Der Shiprock von Südwesten...
Shiprock von Südosten
...und von Südosten

Bei dem Ort Shiprock bogen wir nach Süden ab und kurze Zeit später wieder nach Westen auf die Straße Red Valley Road. So fuhren wir quasi um den Shiprock herum. Während der Fahrt hatten wir ihn immer im Blick - und es war ein faszinierender Anblick. Nach ein paar Meilen führte ein gezackter Bergrücken schnurgerade auf den Shiprock zu. Das erinnerte mich fast etwas an den Rücken eines Drachen. Dieser Bergrücken aus gebrochenem vulkanischen Gestein setzte sich auch auf der anderen Seite der Straße nach Süden noch fort. Nach Norden führte an diesem interessanten Bergrücken eine Dirt Road entlang.

Shiprock
Vorne der gezackte Bergrücken, hinten der Shiprock

Auf diese Straße bogen wir ab und so wir näherten uns dem Shiprock von Süden. Die Dirt Road war eine matschige, rutschige Piste und es machte nicht wirklich Spaß, hier lang zu fahren. Aber wir wollten doch noch etwas näher an den Shiprock heran. An der Stelle, wo der Bergrücken einen tiefen Einschnitt hatte, hielten wir an und stiegen dort hinauf. Oben wehte ein heftiger Wind und obwohl die Sonne schien fing ich schnell an zu frieren. Trotzdem saßen wir eine ganze Weile auf der an dieser Stelle niedrigen „Mauer” und genossen die Aussicht auf den Shiprock. Es war ein phantastischer Anblick von hier oben. Aber auch von unten sah er sehr beeindruckend aus. Immerhin erhebt er sich etwa 550 m über der Ebene in die Höhe. Ganz an ihn heran fuhren wir aber nicht mehr, die Dirt Road war in einem schlechten Zustand und wir wollten nicht im Matsch stecken bleiben. Mit Bedauern machten wir uns wieder auf den Rückweg auf die Red Valley Road. Von dieser aus fuhren wir Richtung Farmington, um uns nach einer Bleibe für die Nacht um zu sehen.

In Farmington gibt es reichlich Hotels und Motels und so fanden wir dann auch recht schnell ein Motel für die Übernachtung. Zum Essen gingen wir dann in den Golden Corral, da wir gelesen hatten, dass es dort ein super Buffet geben soll (all you can eat). Das Buffet war wirklich toll, superlecker und viel Auswahl. Mit vollen Bäuchen fuhren wir zum Motel zurück.

Gefahrene Meilen: 220