23. Tag
Freitag, 09.01.2009

Petrified Forest National Park

Da wir heute wieder weiterfahren wollten, standen wir früh auf. Wir packten schon das Auto und standen dann um kurz vor 7 Uhr am Restaurant um zu frühstücken. Es war ziemlich kalt. Wir froren und warteten darauf, dass man uns hineinlässt. Aber nichts geschah. Kurz nach uns kam noch ein Mann dazu und gemeinsam warteten wir in der Kälte. Nach einiger Zeit ging etwas weiter hinten eine Seitentür auf und eine Frau rief uns zu, dass erst um 8 Uhr geöffnet würde, man habe die Zeit geändert. Merkwürdig, ohne Ankündigung von heute auf morgen die Öffnungszeit des Restaurants zu ändern! Das war ärgerlich, aber leider nicht zu ändern. Aber eine Stunde wollten wir nicht warten. Also checkten wir aus und fuhren los Richtung Petrified Forest National Park. An einer Tankstelle besorgten wir uns noch Kaffee und heiße „Brötchen” mit Ei und Speck. Das war dann unser Frühstück. Um kurz nach 7 Uhr waren wir unterwegs bei 34 °F.

Painted Desert
Painted Desert

Bei strahlendem Sonnenschein erreichten wir den Petrified Forest. Es war immer noch recht kalt. Bevor wir unsere Fahrt durch den Park begannen, statteten wir dem Visitor Center einen Besuch ab. Hier erfuhren wir dann, dass der Blue Mesa Trail leider noch geschlossen war, weil stellenweise noch Eis oder Schnee vorhanden war. Die Rangerin bedauerte das, obwohl es ihrer Meinung nach gar nicht mehr erforderlich war. Die Schnee- und Eisreste seien minimal, aber die Sicherheit ginge eben vor. Sehr schade, denn auf diesen Trail hatte ich mich besonders gefreut. Als die noch junge Rangerin hörte, dass wir uns in Deutsch unterhielten, sprach sie uns plötzlich in deutscher Sprache an. Sie meinte, sie hätte so wenig Gelegenheit deutsch zu sprechen, dass sie das jetzt ausnutzen wolle und sie erzählte uns dann Einiges über den Nationalpark.

Painted Desert, Petrified Forest
Painted Desert

Nach der unerwarteten Unterhaltung in deutsch mit der Rangerin machten wir uns auf den Weg durch den Nordteil des Nationalparks. Nach kurzer Zeit erreichten wir das bei den Nationalparks übliche kleine Holzhäuschen, wo man seinen Eintritt bezahlen muss. Ein etwas mürrisch dreinblickender Mann begrüßte uns und nachdem wir unseren America the Beautiful - The National Parks and Federal Recreational Lands Pass gezeigt hatten fragte er, ob wir Info-Material benötigten. Wir bejahten die Frage und dann fragte er noch, wo wir herkommen würden. Als wir dann antworteten „from Germany” hielt er dann wortlos einige Informationstafeln in deutscher Sprache vor unser Seitenfenster. Ob wir versteinertes Holz dabei hätten, dass wir kein versteinertes Holz aus dem Park mitnehmen dürften usw. Ich fand die Szene so witzig, dass ich mir das Lachen verbeißen musste. Gott sei Dank saß ich auf der Beifahrerseite und so konnte er mein Lachen nicht sehen. Dann fuhren wir weiter in den nördlichen Teil des Petrified Forest National Parks, der von dem südlichen Teil durch den Highway 40 getrennt ist. Ganz im Norden befindet sich die Painted Desert, in die man auch Wanderungen machen kann und - allerdings nur mit einem Permit - auch übernachten kann. Dafür fehlte uns allerdings die Zeit, daher wollten wir im Nordteil nur die Parkstraße abfahren und an den Aussichtspunkten anhalten. Von den insgesamt neun Aussichtspunkten hat man einen herrlichen Ausblick über Teile der Painted Desert. An diesen hielten wir uns aber nicht lange auf, wir machten nur einige Fotos. Im Südteil des Petrified Forest wollten wir aber etwas mehr Zeit verbringen. Kurz bevor wir auf einer Brücke den Highway überquerten, hielten wir noch einmal an einer Gedenkstelle für die Route 66, die hier in früheren Zeiten parallel zum heutigen Highway verlief. Ein Teil der alten Route 66 liegt heute im Nationalpark. Von der Strecke ist allerdings nichts mehr zu sehen außer den alten Strommasten, an denen man den Verlauf der alten Straße noch erkennen kann.

Wild an der Straße
Wild direkt neben der Straße
Teepees Area, Petrified Forest
Teepees Gebiet

Danach fuhren wir weiter nach Süden in den Park und hielten erst wieder am Newspaper Rock. Das Puerco Pueblo, die Ruinen eines alten Pueblos, ließen wir aus. Die Petroglyphen, die am Newspaper Rock zu sehen sein sollten, hatten wir allerdings nicht entdeckt, und da es hier auch sonst nicht besonders schön war, fuhren wir schnell wieder weiter. Unseren nächsten Halt machten wir bei den Teepees, Badlands in Form von Indianerzelten. Sie lagen unmittelbar an der Parkstraße und boten mit ihren verschiedenen roten Streifen auf dem grauen Untergrund einen schönen Anblick. Nach kurzem Aufenthalt und einigen Fotos ging es dann weiter zur Blue Mesa. Wir erreichten sie über eine ca. 3 Meilen lange Stichstraße. Von hier oben hatten wir eine phantastische Aussicht auf die „blaue Ebene”. Wir hielten an mehreren Stellen an um diese Aussicht zu bestaunen und zu genießen. Da fast kein Schnee mehr zu sehen war hatten wir die Hoffnung, dass der Blue Mesa Trail doch geöffnet war. Leider war das nicht der Fall, obwohl der Teil des Weges, den wir überblicken konnten, vollkommen schneefrei war. Aber es half nichts, wir konnten nur von oben die Aussicht genießen und fotografieren. Begleitet wurden wir dabei immer von einigen Raben, die dort überall zu sein schienen und die in sicherer Entfernung darauf warteten, dass etwas zu fressen für sie abfiel. Einer von ihnen verfolgte uns sogar noch über einen Kilometer, als wir wieder weiterfuhren. Dabei näherte er sich immer von hinten, flog dicht über das Autodach, dann ebenso dicht über die Windschutzscheibe und Motorhaube, bevor er wieder nach oben flog und in einem Bogen wieder zurück, um das Ganze zu wiederholen. Irgendwann sah er wohl ein, dass für ihn nichts abfiel. Er zog noch ein paar Kreise in einiger Entfernung und dann war er wieder verschwunden.

Blue Mesa, Petrified Forest
Blue Mesa
 
Long Logs, Petrified Forest
Long Logs

Wir aber fuhren weiter vorbei an Agate Bridge und Jasper Forest zum Crystal Forest. Als wir aus dem Auto stiegen, bemerkten wir, dass es sehr windig geworden war. Aber da die Sonne schien verzichteten wir auf eine dicke Jacke und gingen ohne los. Durch den Crystal Forest führte ein einfacher, asphaltierter Trail und rechts und links des Weges lagen die versteinerten Holzstämme in den unterschiedlichsten Farben. Das sah einfach phantastisch aus und wir machten reichlich Fotos. Unmengen von zerbrochenen Stämmen lagen hier herum. Teilweise konnten wir sogar noch die Rinde erkennen. Manche Stämme sahen aus, als seien sie aus Holz und erst als ich sie anfasste, merkte ich, dass sie doch versteinert waren. Ich wäre gern noch länger geblieben und hätte noch ausgiebiger fotografiert, aber Ralf drängelte. Er wollte heute nicht vom Sonnenuntergang überrascht werden. Wir gingen zum Auto zurück und fuhren weiter bis zum nächsten Parkplatz.

Von hier aus gingen wir zu den Long Logs. Mittlerweile war es noch windiger geworden und es wurde zunehmend bewölkter. Der Weg zu den Long Logs war doch etwas weiter als wir angenommen hatten. Eine dicke Jacke wäre doch angebracht gewesen, trotz Sonnenschein. Die langen Stämme sahen phantastisch aus, sie schillerten in leuchtenden Farben. Hier fanden wir auch eine Informationstafel, auf der eindringlich davor gewarnt wurde, versteinertes Holz mit zu nehmen. Wer es doch tut und erwischt wird muss mit einer hohen Geldstrafe rechnen. Wenn ich nicht so gefroren hätte, wäre ich auch hier länger geblieben, aber so machten wir uns auf den Rückweg zum Parkplatz. Hier gab es auch ein kleines Museum, das wir uns noch ansahen. Dann entdeckten wir hinter dem Museum auch noch einen kleinen Wanderweg mit schönen großen Baumstämmen. Wir fanden aber den Eingang erst nach einigem Suchen, denn das kleine Törchen neben dem Museum war verschlossen.

Versteinertes Holz im Chrystal Forest
Versteinertes Holz
Bei den Giant Logs
Bei den Giant Logs
Petrified Wood
Im Chrystal Forest

Das konnten nur die Giant Logs sein. Ein Hinweisschild hatten wir aber nirgends entdecken können. Da es mittlerweile mehr stürmisch als windig war, gingen wir hier relativ schnell durch. Wir machten noch einige Fotos von den „Riesenstämmen”, dann verließen wir die Giant Logs und machten uns auf den Rückweg zu unserem Dodge. Über den Südausgang wollten wir den Petrified Forest wieder verlassen. Kurz vor der Parkausfahrt stand ein Schild: Autokontrolle! Anscheinend wurde wirklich kontrolliert, ob man versteinertes Holz mitgenommen hat. Da wir nichts dabei hatten, brauchten wir uns keine Sorgen machen und fuhren weiter. Der Ranger an der Parkausfahrt winkte uns gleich durch, ohne Kontrolle.

Im Petrified Forest Nationalpark hätte ich viel mehr Zeit verbringen können und dabei wahrscheinlich jede Menge Fotos gemacht. Hier gibt es aber auch Unmengen von Motiven, es ist ein wahres Paradies für Fotografen und unsere Zeit für diesen Park war entschieden zu knapp bemessen!

Wir fuhren Richtung Holbrook, hielten aber nach ein paar Meilen noch einmal an, um einige Fotos zu machen. Es war noch wolkiger geworden und es sah schon fast nach Regen aus. Die weite Landschaft unter den tiefen Wolken - das musste ich doch im Foto festhalten. Danach fuhren wir gleich weiter bis Holbrook.

Wolken über dem Highway
Wolken über dem Highway

Wir hatten im Internet von dem Wigwam Motel gelesen und das wollten wir uns mal anschauen und eventuell auch in so einem Wigwam übernachten. Der Ort machte nicht gerade den besten Eindruck auf uns. Das Motel hatten wir schnell gefunden, die Wigwams waren ja auch recht auffallend. Auf dem Gelände des Motels waren überall Oldtimer abgestellt, die wir uns natürlich erst mal ansehen mussten. Dabei bemerkten wir dann auch, dass alles ziemlich heruntergekommen aussah. Wir hätten es schon witzig gefunden, in so einem Zimmer in Zeltform zu übernachten, aber nicht unter allen Umständen. Da das Office auch noch geschlossen war und erst um 16 Uhr öffnen würde (das stand zumindest auf einem Schild an der Tür) überlegten wir, was wir nun machen sollten. Nach einem Blick durch das Fenster des Office wussten wir, dass wir hier jedenfalls nicht übernachten wollten! Wir fuhren durch Holbrook und suchten eine andere Unterkunft für die Nacht. Die meisten Motels waren geschlossen, viele waren heruntergekommen und sahen nicht gerade vertrauenerweckend aus. Dann sahen wir ein Motel, das von außen ganz ok aussah. Wir sahen uns ein Zimmer an und waren entsetzt. Es roch sehr unangenehm als wir die Türe aufmachten, der dicke Teppich war unansehnlich und dreckig, und in das Bad warf ich nur von weitem einen Blick. Das reichte vollkommen! Auch Ralf war alles andere als begeistert. Holbrook hat seine beste Zeit wohl schon lange hinter sich. Aber vielleicht waren wir ja auch nur in der falschen Ecke gelandet. Wir beschlossen jedenfalls, hier nicht zu bleiben, sondern bis Winslow weiterzufahren, es war ja noch recht früh.

Wigwam Motel, Holbrook
Wigwam Motel in Holbrook
Office Wigwam Motel
Office

In Winslow nahmen wir uns ein Zimmer in der EconoLodge, das war wenigstens in Ordnung. Gleich gegenüber war ein Supermarkt, wo wir auch noch eine Kleinigkeit einkauften. Dann gingen wir noch etwas zu Abend essen und erledigten unsere abendlichen Arbeiten.

Gefahrene Meilen: 200