25. Tag
Sonntag, 11.01.2009

Route 66 über Seligman, Hackberry und Oatman

Gegen 6:45 Uhr standen wir auf. Ab 7 Uhr sollte es im Office des Motels Continental Breakfast geben, aber im Office war noch alles dunkel. Um 7:20 Uhr wurde es hell im Office und wir gingen rüber, um unser tolles Frühstück zu „genießen”. Um 8 Uhr saßen wir wieder im Auto, um unsere letzte Etappe in diesem Urlaub zurück zu legen. Einen großen Teil der Strecke wollten wir dabei über die Route 66 fahren, es wurden insgesamt 162 Meilen.

Seligman, Arizona
Seligman an der Route 66
Seligman, Arizona
In Seligman

Unseren ersten Halt hatten wir in Seligman. Es war noch recht früh und sehr kalt, aber die Sonne schien. Und Snow Cap hatte wieder nicht geöffnet, genau wie bei unserem letzten Besuch, aber da waren wir ja auch relativ früh am Morgen hier gewesen. Außerdem ist das mit den Öffnungszeiten von Snow Cap so eine Sache, wie man auf einem Schild an der Türe nachlesen kann. Wir machten einige Fotos in Seligman, gingen einmal durch die 2 Läden, die geöffnet waren und dann ging es weiter nach Hackberry.

Hackberry, Arizona
Altes und Kurioses...
Hackberry, Arizona
Altes und Kurioses...

Hier hatten wir etwas mehr Glück. Der General Store war geöffnet und wir gingen natürlich hinein und schauten uns den Mix aus Store und Museum an. Das war schon interessant. Hier gab es kaum etwas, das hier nicht zu finden war, wenn auch Manches mit einer dicken Staubschicht bedeckt war oder hinter Spinnweben versteckt. Um den Store herum konnten wir uns nun auch alles ansehen, was wir auch ausgiebig taten. Und mit uns eine Gruppe von Motorradfahrern, die kurz nach uns eingetroffen war. Jede Menge alte Autos standen hier herum, mehr oder weniger komplett und alle möglichen alten Zubehörteile wie Motoren, Felgen und Schilder und alle möglichen Kleinteile. Hier hätten wir stundenlang herumstöbern können, aber wir hatten noch eine lange Fahrt vor uns, denn wir wollten heute noch nach Las Vegas. Also machten wir uns wieder auf den Weg. Mittlerweile war es auch schön warm geworden.

Oatman, Arizona
Oatman

Wir fuhren weiter über die Route 66 nach Kingman. Hier tankten wir und fuhren mit unserem Dodge einmal durch eine Express-Wagenwäsche, um ihn schon einmal von dem gröbsten Dreck zu befreien. Dann ging es weiter Richtung Oatman. Die Abzweigung in Kingman auf die Historic Route 66 fanden wir erst nicht, also wendeten wir und fuhren wieder ein Stück zurück. Beim zweiten Versuch sahen wir dann die Abzweigung auf die Oatman Road und bogen hier nach Südwesten ab. Die ersten Meilen der Straße führten durch eine Ebene, bevor sie dann kurvenreich in die Berge führte. Diese Strecke war landschaftlich sehr schön, aber leider hatten wir wenig Gelegenheit anzuhalten um Fotos zu machen. Als wir dann Oatman erreichten, glaubten wir unseren Augen nicht zu trauen. Hier war die Hölle los! Es ging nur im Schneckentempo durch den Ort, alles war voller Menschen und dazwischen die vielen freilaufenden Esel.

Esel in Oatman
Junger Esel in Oatman

Eine Parkmöglichkeit direkt hier zu bekommen war so gut wie aussichtslos. Wir mussten uns quer durch den kleinen Ort quälen bis zum Ende, dort gab es einen großen Schotterparkplatz, der auch recht gut gefüllt war. Hier stellten wir unseren Dodge ab, um dann zu Fuß Oatman zu erkunden. Angesichts der vielen Menschen war uns aber die Lust vergangen, hier länger zu verweilen. Teilweise konnten wir uns nur schieben lassen, fast schlimmer als bei uns auf der Kirmes! Mitten im Ort begann gerade ein „Gunfight” mitten auf der Straße, aufgeführt von den Oatman Gunfighters. Hier war ein Durchkommen absolut unmöglich, also schauten wir eine Weile zu. Die schauspielerische Leistung war jenseits von Gut und Böse und so wirkte das Ganze auf uns ziemlich lächerlich. Wir versuchten durch die Läden an der Menschenmenge vorbei zu kommen und gingen dann noch bis zum Orteingang. Als wir dann wieder zurück gingen, war der Gunfight vorbei und auch die Menschen hatten sich wieder auf den ganzen Ort verteilt, so dass wir jetzt auch einige Fotos machen konnten. Mir hatten es aber die vielen Esel angetan, die sich gerne streicheln ließen und auf ein paar Möhren hofften, die man dort in jedem Laden kaufen konnte. Wir stöberten noch ein wenig durch einige der vielen Souvenir-Läden, bevor wir wieder zum Auto zurück gingen. Wir beschlossen, die gleiche Strecke wieder zurück zu fahren bis Kingman und von dort über den Highway 93 nach Norden Richtung Las Vegas zu fahren.

Brückenbau beim Hoover Dam
 
Brückenbau beim Hoover Dam
 
Brückenbau beim Hoover Dam
Brückenbau beim Hoover Dam

Bis kurz vor dem Hoover Dam fuhren wir ohne Pause durch, dann wurde unsere Fahrt gestoppt - Stau! Der Verkehr wurde umgeleitet auf ein neu erbautes Stück Straße. Dann kamen Hinweisschilder, nach denen Sicherheitskontrollen durchgeführt würden. Es wurden aber nur stichprobenartig Autos heraus gewunken, die dann überprüft wurden. Wir blieben von dieser Sicherheitskontrolle verschont. Der ganze Bereich um den Hoover Dam herum war eine gigantische Baustelle, denn hier wird eine Brücke parallel zum Damm gebaut. Die neue Straße wird nach Fertigstellung der Brücke (Mike O'Callaghan-Pat Tillman Memorial Bridge) mit dieser verbunden und dann verläuft der Verkehr nur noch über die Brücke. Der Hoover Damm wird dann nur noch für Besucher zugänglich sein. Die Fertigstellung ist wohl in 2010 geplant. Wer sich dafür interessiert, es gibt eine eigene Website über den Bau der Hoover-Damm-Umgehung mit vielen Informationen, Fotos und Web-Cams:  http://www.hooverdambypass.org/.

Die Bauarbeiten an der neuen Brücke hatten wir schon im September 2007 gesehen und wir waren gespannt, wieviel von der Brücke schon fertig war. Fast im Schritt-Tempo ging es auf den Hoover Damm zu. Kurz vorher wurde der Verkehr wieder auf den alten Highway 93 geleitet. Etwas oberhalb des Damms scherten wir aus und fuhren auf den Parkplatz, um von hier oben das ganze Treiben in Ruhe an zu schauen.

Wie eine lange Schlange schoben sich die Autos langsam über den Damm. Die Ansätze der Brücke von beiden Seiten waren gut zu erkennen. Es sah sehr beeindruckend aus. Nach einer Weile fädelten wir uns wieder in den Verkehr ein und weiter ging es Richtung Damm. Wir brauchten eine halbe Stunde, um vom Parkplatz über den Hoover Damm zu kommen. Während der Fahrt machte ich einige Aufnahmen, denn an einen Fotostop war jetzt nicht mehr zu denken. Ein merkwürdiges Gefühl beschlich mich, als ich daran dachte, dass es vielleicht unsere letzte Fahrt über den Hoover Dam gewesen sein könnte. Das erste Mal war ich 1981 über den Damm gefahren, aber ich konnte mich noch gut daran erinnern.

Hotel Bellagio, Las Vegas
Fontänen am Bellagio
Abends in Las Vegas
Abends in Las Vegas

Als wir den Damm dann hinter uns hatten, ging die Fahrt wieder zügiger voran. Wir fuhren gleich zu unserem Hotel und checkten ein. Dann räumten wir gleich das Auto komplett aus. Dazu mussten wir mehrere Male hin und her laufen, denn in knapp vier Wochen sammelt sich doch so Einiges an. Aber dann wollten wir an unserem vorletzten Abend doch noch einmal zum Strip. Wir fuhren bis zum Hotel New York New York und gingen von dort aus zu Fuß den Strip entlang. Am Bellagio blieben wir etwas länger, hier wollten wir unbedingt noch einmal die Wasserspiele sehen. Ein bisschen wehmütig sahen wir uns die mit Musik untermalten Wasserspiele an, dann machten wir uns schweren Herzens wieder auf den Rückweg zum Hotel. Hier aßen wir noch eine Kleinigkeit und versuchten noch einmal unser Glück an den Spielautomaten.

Gefahrene Meilen: 309