14. Tag
Mittwoch, 31.12.2008

Water Holes Canyon/„The Great Wall”

Nach dem anstrengenden gestrigen Tag schliefen wir heute etwas länger. Um 8 Uhr standen wir auf, dann gingen wir zum Ranch House Grille zum frühstücken. Das Wetter war schön, die Sonne schien, aber es war kalt.

Den heutigen Tag wollten wir nutzen, um einige Einkäufe zu erledigen. Wir suchten nach Souvenirs und Mitbringseln und kauften Briefmarken für unsere Ansichtskarten. Außerdem brauchten wir noch ein Imprägnierungsmittel für unsere Schuhe, die gestern doch ziemlich gelitten hatten und noch trocknen mussten. So verging die Zeit ziemlich schnell. Ehe wir uns versahen war es schon früher Nachmittag.

Wir aßen noch eine Kleinigkeit und dann machten wir uns auf den Weg zum Water Holes Canyon. Aber wir wollten nicht in den Canyon hinabsteigen, sondern wir wollten uns The Great Wall anschauen, von der wir schon einige Fotos gesehen hatten. Great Wall ist nicht der wirkliche Name dieser Felswand, dieser Name stammt von Isabel Synnatschke. Ob diese Wand überhaupt einen Namen hat war uns nicht bekannt, deshalb übernahmen wir ihn einfach von Isabel. Diese Location liegt auf Navajo-Land und für den Besuch ist ein Backcountry Permit erforderlich. Dieses Permit erhält man für 5 $ (Stand Dezember 2009) beim LeChee Tribal Office an der Coppermine Road, ca. 3 Meilen südlich von Page. Wir hatten es uns schon im Vorfeld besorgt.

Wir parkten den Wagen auf dem kleinen Parkplatz und gingen los, rechter Hand der Canyon, in den wir aber nur einen kurzen Blick warfen. Dann rief uns ein Mann zurück. Er fragte uns, ob wir in den Canyon wollten, denn er wollte hinunter. Er war auf der Suche nach einer Begleitung, da er nicht alleine in den Canyon wollte. Aber da mussten wir ihn leider enttäuschen. Während er dann die Stelle für den Abstieg suchte, gingen wir weiter den relativ einfachen Weg zur Great Wall. Dabei sahen wir auch an den kleinen Arch, an dem wir aber zunächst vorbeigingen.

Sandstein-Arch
Sandstein-Arch
Interessanter Boden
...und das hier gleich nebenan...

Nach ca. 20 Minuten hatten wir die Great Wall erreicht. Auch ohne Sonnenuntergang sah sie schon beeindruckend aus. Wir gingen an ihr entlang und machten schon mal einige Fotos. Da bis Sonnenuntergang noch ein wenig Zeit war, ging Ralf noch einmal ein Stück zurück und versuchte, näher an den kleinen Arch heran zu kommen. Dabei entdeckte er interessante Felsformationen in unmittelbarer Nähe des Arches. Als wir im Licht der untergehenden Sonnen wieder zusammentrafen erzählte er mir davon. Aber dann glühten erst mal unsere Auslöser, um die Great Wall zu fotografieren. Sie bot einen phantastischen Anblick und leuchtete golden im Sonnenlicht. Wir blieben dort, bis die Felswand vollständig im Schatten lag.

Gestreifte, goldene Wand
Gestreifte, goldene Wand...
Oberhalb des Water Holes Canyon
...oberhalb des Water Holes Canyon

Dann machten wir uns wieder auf den Rückweg. Dabei warfen wir noch einen Blick auf den Arch, aber auch dieser lag nun im Schatten. Wir nahmen uns vor, diesen Ort noch einmal zu einer anderen Jahreszeit zu besuchen und auch die Umgebung dabei etwas genauer zu erforschen. Jetzt fuhren wir wieder nach Page zurück und erledigten erst mal unsere Arbeiten und relaxten noch ein wenig.

Great Wall vor Sonnenuntergang
Kurz vor Sonnenuntergang

Heute war ja Silvester und wir wollten auch Silvester feiern. Im Ranch House Grille hatten wir uns schon vor ein paar Tagen nach Silvesterfeiern erkundigt. Die einzige Möglichkeit sei die Feier in Ken's Old West, wo es gute Steaks bei Live-Musik gäbe. Dazu musste man allerdings Plätze reservieren. Das hatte netterweise Brenda für uns erledigt. Als wir dann noch feststellten, das Ken's Old West nur einen Steinwurf vom Page Boy Motel entfernt lag, konnte uns das ja nur recht sein. Wir waren gespannt, wie in Page Silvester gefeiert wurde.

Gegen 20 Uhr gingen wir dann hinüber zu Ken's Old West. Es sah schon von außen rustikal aus, wie in alten Western. Auch von innen war es sehr rustikal eingerichtet, aber in der schummrigen Beleuchtung sah es irgendwie gemütlich aus. Es gab sogar eine Bühne, auf der die Band spielte, und davor befand sich eine Tanzfläche. Wir ließen uns zu unseren Plätzen führen und bestellten etwas zu essen, natürlich Steaks. Nach dem Essen wurden wir vom Sänger der Band willkommen geheißen. über Lautsprecher sagte er, dass er erfahren habe, dass sich deutsche Gäste im Restaurant befinden. Das käme an Silvester nicht oft vor. Von da an fühlte ich mich immer ein bisschen beobachtet, aber wir verbrachten doch den ganzen Abend hier bis zum Jahreswechsel. Die Band machte gute Musik und wir tanzten auch einige Male. Kurz vor 24 Uhr bekamen alle Gäste ein Glas Sekt, das „Glas” war allerdings aus Plastik. Um 0 Uhr war es dann soweit. Wildfremde Menschen umarmten uns und wünschten uns alles Gute. Wir stießen miteinander an und tranken auf das neue Jahr. Dann leerte sich das Lokal schlagartig. Gegen 0:15 Uhr waren außer uns nur noch wenige Gäste übrig geblieben. Wir hielten uns dann auch nicht mehr lange dort auf und gingen die (großzügig geschätzten) zwei Minuten zum Motel zurück.

Gefahrene Meilen: 20