10. Tag
Samstag, 27.12.2008

Thousand Pockets/Water Pockets, Bridger Point

Eine halbe Stunde vor dem Wecker wurden wir von irgendetwas geweckt. Es war erst 6:30 Uhr, aber wir standen trotzdem schon auf. Zum frühstücken gingen wir zu Fuß zum Ranch House Grille, da er sich ja ganz in der Nähe befindet. Es war kalt, aber die Sonne schien von einem wolkenlosen Himmel. Es schien ein schöner Tag zu werden. Beim Frühstück planten wir die Unternehmungen dieses Tages und um 9:30 Uhr starteten wir auch gleich zu unserem ersten Ziel, den Thousand Pockets.

Thousand Pockets
Thousand Pockets
 
Bei den Waterpockets
Bei den Waterpockets
 
Waterpocket
Waterpocket

Bei 25°F und Sonnenschein fuhren wir über Dirt Roads, bis wir den „Parkplatz” für die Thousand Pockets erreichten. Da wir glaubten, der Weg zu den Pockets wäre problemlos zu finden, nahmen wir unser GPS erst gar nicht mit. Wir mussten zunächst einem Weg für ca. 800 Meter folgen, dann sollte es nach links über einen kleinen Bergrücken gehen. Bei den 800 Metern hatten wir uns wohl leicht verschätzt. Der Aufstieg auf den Bergrücken war dann doch etwas schwieriger als es aussah. Es gab keinen erkennbaren Weg hinauf und immer wieder mussten wir kleine Umwege machen, um weiter nach oben zu gelangen. Daher brauchten wir entsprechend länger, bis wir das Plateau erreichten. Der Rest des Weges wurde natürlich auch etwas länger, aber wir irgendwann kamen wir schließlich bei den Thousand Pockets an.

Die Landschaft dort war ganz interessant. Die Water Pockets waren sehr ungewöhnlich, so etwas hatten wir bisher noch nicht gesehen. Aber für sich gesehen waren sie fotografisch nicht besonders spektakulär. Irgendwie hatte ich sie mir aber etwas kleiner vorgestellt. Wir kletterten eine Weile auf ihnen und zwischen ihnen herum. Das war gar nicht so einfach, da die Wassertaschen recht groß waren und wir die steilen Felswände hochklettern mussten. Aber wir wollten ja auch mal in die Wassertaschen hinein schauen. Das Wasser in den Pockets war gefroren, das war auch nicht anders zu erwarten bei dieser Temperatur. Mühsam arbeiteten wir uns von Wassertasche zu Wassertasche, bis wir genug gesehen hatten und das unwegsame Gelände wieder verließen. Die Landschaft um die Pockets herum verleitete uns dann dazu, uns etwas länger hier umzusehen, als wir geplant hatten. Es gab immer wieder interessante Stellen, die ich mir genauer ansehen musste, wie zum Beispiel die Felswände mit den merkwürdigen roten Flecken. Wir fanden auch den kleinen Arch, den Steffen Synnatschke „Hourglass Double Arch” genannt hatte. Wir entdeckten ihn hoch oben an einer Felswand und mussten dann erst mal eine Stelle suchen, an der man leicht hinaufklettern konnte. Die war auch recht schnell gefunden und ich arbeitete mich vorsichtig zu dem Arch hinüber. Natürlich ließ ich es mir nicht nehmen, ihn abzulichten, auch wenn das Foto nun dem von Steffen ähnelt. Dann gingen wir weiter durch das Gelände und fanden immer wieder schöne Stellen, die uns zum Fotografieren animierten.

Hourglass Double Arch
Hourglass Double Arch

Alles in allem fand ich es bei den Water Pockets sehr interessant und die Zeit, die wir dort verbracht hatten, war mal wieder viel zu kurz. Wir hatten uns nur einen relativ kleinen Bereich der Water Pockets angesehen und dabei offensichtlich die Weite des Geländes unterschätzt. Das bedeutete, dass wir auf jeden Fall noch einmal wieder kommen müssen, um die Umgebung etwas ausgiebiger zu erkunden. Aber jetzt hatten wir noch etwas Anderes vor und so fuhren wir zum Highway 89 zurück.

Dort angekommen fuhren wir weiter Richtung Kanab. Unser nächstes Ziel war der Bridger Point und der Julia Arch. Wir kannten zwar beides schon, wollten die Gegend aber auch einmal im Schnee erleben. Wir waren uns nur nicht sicher, ob wir auch bis zum Bridger Point kommen würden.

Je näher wir der Abzweigung zum Bridger Point kamen, umso weißer wurde die Landschaft rechts und links der Straße. Während es um die Water Pockets nur noch vereinzelt Schneereste in den schattigen Bereichen gab, lag hier noch reichlich Schnee. Als wir die Cedar Mountain Road erreichten und sahen, wie verschneit sie war, rechneten wir nicht damit, dass wir den Bridger Point wirklich erreichen könnten. Aber unser Dodge (und natürlich der Fahrer desselben!) meisterte die verschneite Sandpiste ohne größere Probleme.

Auf der Hinfahrt
Auf der Hinfahrt

Es gab viele Schneeverwehungen, daher war der Schnee an einigen Stellen besonders tief. Auf dem letzten Abschnitt der Piste war noch kein Auto gefahren, wir sahen nur Spuren von einigen ATV's. Dann kamen wir am Bridger Point an. Hier endet auch die Piste und wir stellten unseren Wagen ab. Von hier hat man eine schöne Aussicht auf den Paria Canyon, der als schwarzer Riss in der verschneiten Landschaft zu erkennen war. Im Sommer kann man auch zum Rim des Canyons hinunterklettern, aber bei dieser Witterung war das nicht ratsam. Heute wollten wir noch einmal zum Julia Arch, der sich ganz in der Nähe befand und den wir im letzten Jahr erst im zweiten Anlauf gefunden hatten. Aber nun kannten wir ja den Weg. Wir mussten nicht weit laufen, doch durch den tiefen Schnee war es etwas anstrengend, besonders, da es die meiste Zeit bergab ging und wir oft ins Rutschen kamen. Zwischendurch gerieten wir immer mal wieder in den tiefen Schnee einer Schneeverwehung. Es machte richtig Spaß, sich dadurch zu kämpfen. Der Arch lag leider zu dieser Tageszeit im Schatten und war daher nicht besonders gut zu fotografieren. Wir hielten uns aber so lange dort auf, bis wenigstens die obere Kante ein bisschen Sonne abbekam. Dann kletterten wir wieder den Hang hinauf und gingen zum Auto zurück.

Am Bridger Point
Am Bridger Point
Julia Arch
Julia Arch

Update: Der Julia Arch ist leider in 2011 zusammengestürzt.

Kurz nach 16 Uhr machten wir uns auf den Rückweg zur US 89. Als wir den Highway erreichten begann auch schon die Dämmerung. Die Felsen in der Landschaft leuchteten schön rot im Schein der untergehenden Sonne. Das sah einfach phantastisch aus. Wir hätten gerne vom Wahweap View aus noch einige Fotos davon gemacht, doch als wir diesen erreichten war es leider zu spät. Die Sonne war untergegangen und die schöne Färbung der Felsen war verschwunden. Wir nahmen uns vor, an einem anderen Tag hier den Sonnenuntergang zu beobachten und fuhren zurück nach Page.

Gefahrene Meilen: 94