19. Tag
Montag, 05.01.2009

White Mesa Arch, Elephant Feet, Coal Mine Canyon, Blue Canyon

Wir sind früh aufgestanden und packten unsere Sachen zusammen. Dann ging es das letzte Mal zum Frühstücken in den Ranch Houese Grille. Gegen 7:30 Uhr starteten wir dann in Richtung Monument Valley.

White Mesa Arch
White Mesa Arch

Unser erstes Ziel heute sollte der White Mesa Arch sein. Wir hatten schon einige Fotos von dem Arch gesehen und wollten ihn nun auch einmal mit eigenen Augen sehen. Wir waren uns nicht sicher, ob wir bis zum Arch kommen würden, da er sich auf Indianerland befindet. Wir wollten soweit wie möglich fahren und vor Ort entscheiden, was wir dann machen.

Kurz bevor wir den Arch erreichten, passierten wir ein Haus auf der rechten Seite. Wir hielten gleich an und stiegen aus. Der Boden war eine einzige Eisfläche und es war sehr kalt. Während ich mich am Auto festhielt schlitterte Ralf zu dem Haus hinüber und rief laut mehrfach „Hallo!”. Auch auf ein Klopfen an der Haustüre ließ sich niemand sehen. Wir warteten noch eine Weile. Als auch dann noch niemand kam, fuhren wir weiter. Nach kurzer Zeit kamen wir zu einer eingezäunten Weide. Am Gatter parkte ein Wagen und dort stand auch ein alter Indianer und versorgte sein Vieh. Wir hielten bei ihm an und stiegen wieder aus. Er begrüßte uns freundlich und wir fragten ihn, ob es erlaubt sei, zu dem Arch zu fahren. Seine Antwort war sehr schwer zu verstehen. Aber soviel verstanden wir doch: wir könnten zu dem Arch, aber wir könnten nicht bis ganz hinfahren, da dort ein tiefer Wash sei. Wir sollten das Auto dort abstellen und dann zu Fuß gehen. Genau das taten wir auch, als wir uns von dem freundlichen Indianer verabschiedet hatten.

Blick durch den Arch
Blick durch den Arch

Sehr weit kamen wir auch wirklich nicht mehr. Wir stellten unseren Wagen ab. Der White Mesa Arch befand sich schon ganz in der Nähe. Wir zogen unsere dicken Jacken und Handschuhe an, denn hier war es eiskalt. Es ging etwas bergauf und bei den verschneiten und vereisten Flächen mussten wir sehr vorsichtig gehen. Als wir dann oben ankamen, war das ein beeindruckender Anblick. Bei einer Spannweite von ca. 16 Metern und ca. 25 Metern Höhe kamen wir uns ziemlich klein vor. Von hier oben hatten wir eine schöne Aussicht, aber leider war das Wetter nicht so gut. Nur ab und zu kam die Sonne heraus. Wir sahen uns hier oben um und machten einige Fotos. Vorsichtig gingen wir dann wieder nach unten, denn die Felsen waren teilweise vereist und sehr glatt und rutschig. Ich war richtig durchgefroren und froh, wieder im Auto sitzen zu können.

Als wir dann weiterfuhren, war es kurz nach 11 Uhr. Wir wollten als nächstes zum Coal Mine Canyon und dabei einen kurzen Stopp bei den Elephant Feet machen. Die Elephant Feet sind zwei große Sandstein-Säulen, deren Form an Elefantenfüße erinnert. Sie liegen direkt am Highway 160 in der Nähe von Tonalea (Red Lake). Wir erreichten sie eine Dreiviertelstunde später und wir parkten gleich nebenan. Die Sonne stand etwas ungünstig zum Fotografieren und rings um die Felsen sah es recht trist aus. Wir machten einige Fotos und fuhren direkt weiter. An einer Tankstelle ganz in der Nähe besorgten wir uns heißen Kaffee und eine Kleinigkeit zu essen.

Elephant Feet
Elephant Feet

Nach einer kurzen Pause ging die Fahrt weiter zum Coal Mine Canyon. Diesen Canyon hatten wir zwar schon zweimal besucht, aber da er so quasi am Weg lag, fuhren wir auch noch ein drittes Mal hin. Als wir auf die unbefestigte Straße abbogen und deren Beschaffenheit sahen, befürchteten wir schon, das letzte Stück laufen zu müssen. Denn die lehmige Piste bestand aus tiefen schlammigen Spurrillen und Wasserlachen, dazwischen immer wieder Schneereste. Aber die kurze Strecke bis zum Parkplatz ging besser als erwartet. Ich öffnete die Wagentüre und wollte aussteigen. Ein starker Wind riss mir gleich die Türe aus der Hand. Nur mit Mühe konnte ich sie wieder schließen. Dann zogen wir uns erst einmal im Auto unsere Jacken an bevor wir die Türe wieder öffneten. Es war eiskalt und stürmig. Das nahm uns etwas die Lust am Erforschen und so entfernten wir uns auch nicht sehr weit vom Auto. Nach einer halben Stunde fuhren wir wieder zur asphaltierten Straße zurück und nahmen Kurs auf den Blue Canyon.

Coal Mine Canyon
Coal Mine Canyon
Coal Mine Canyon
Coal Mine Canyon

Die Lage (und der Name) dieses Canyons war lange ein gut behütetes Geheimnis, doch mittlerweile ist es eher zu einem offenen Geheimnis geworden. Die Voraussetzung für einen Besuch waren denkbar ungünstig, wie auch schon beim Coal Mine Canyon. Wir hofften, dass die Straßenverhältnisse sich bessern würden, aber das war leider nicht der Fall. Die ersten Meilen auf der Dirt Road waren noch ganz gut zu fahren, sie war nur leicht feucht. Je weiter wir uns von der asphaltierten Straße entfernten, umso schlechter wurde die Dirt Road. Es lag etwas mehr Schnee, aber die Piste war nass und lehmig. Die meiste Zeit führte die Dirt Road durch eine Ebene. Als wir uns unserem Ziel näherten, führte die Straße in Kurven in ein Tal. Unten konnten wir dann auch schon die ersten Zipfelmützen des Blue Canyon in einiger Entfernung erkennen.

Blue Canyon
Wirklich nicht einladend...
 
Blue Canyon
Blue Canyon
 
Blue Canyon
Blue Canyon

Die Straße machte keinen einladenden Eindruck. Große Pfützen, schlammige und lehmige Stellen wechselten sich ab. Wir suchten uns zunächst einen geeigneten Parkplatz für unseren Wagen. Dann stiegen wir vorsichtig aus und sanken gleich tief in den lehmigen Boden ein. Das konnte ja heiter werden! Langsam bewegten wir uns auf die Zipfelmützen zu und versuchten dabei, Grasbüschel und trockenere Stellen zu nutzen. Aber schon nach wenigen Metern wurden die Schuhe schwerer und schwerer. Egal! Jetzt waren sie sowieso schon voller Lehm, dann können wir auch weitergehen.

Das Wetter meinte es nicht gut mit uns. Hatte auf der Fahrt hierhin doch meistens noch die Sonne geschienen, ließ sie sich jetzt leider nicht mehr sehen. Es war stark bewölkt und es sah alles grau in grau aus. Dadurch sahen die schönen Formationen leider auch sehr farblos aus. Da wir aber schon mal hier waren, sahen wir uns ein bischen um und machten einige wenige Fotos. Aber wir entfernten uns nicht sehr weit von unserem Wagen. Das Laufen machte einfach keinen Spaß unter diesen Bedingungen! Nach nur einer halben Stunde entschlossen wir uns, wieder zum Auto zurück zu gehen. Bevor wir uns hineinsetzten, zogen wir unsere Schuhe aus und verstauten sie in einer Plastiktüte. Drinnen zogen wir uns dann andere Schuhe an. Das war eine etwas umständliche Aktion, aber wir wollten den Wagen von innen nicht mit dem Lehm verschmutzen. Dann fuhren wir wieder los, um dieses Tal zu verlassen. Wieder zurück auf der etwas breiteren Dirt Road ging die Straße plötzlich steil bergab. Das gefiel uns überhaupt nicht, denn durch den Lehm und Matsch war es glatt. Kurz bevor wir unten ankamen, fingen der Wagen langsam an zu rutschen und ließ sich nicht mehr lenken. Nach einer kurzen Schrecksekunde ging es dann aber wieder. Dann führte die Straße in Serpentinen wieder steil hoch auf die Ebene hinauf. Bei diesen Straßenverhältnissen hatten wir arge Befürchtungen da hinauf zu kommen. Es war ziemlich rutschig, aber unser Dodge gab sich alle Mühe und schließlich kamen wir doch noch ohne weitere Probleme oben an. Aber bei dieser Wetterlage und auch nach einem Unwetter kann man nur davon abraten, hierher zu fahren. Wenn man Pech hat, bleibt man erst mal hier hängen, bis die Straße etwas getrocknet ist. Hier befindet man sich ja in einem Tal und in beide Richtungen muss man eine relativ steile Straße hinauf. In unserem Fall ist es noch mal gut ausgegangen.

Alte Piste
Alte Piste durch die Wildnis

Wir hatten noch eine lange Strecke zu fahren, denn wir wollten heute noch bis zum Monument Valley, wo wir übernachten wollten. Nach wenigen Meilen hielt Ralf an, da er meinte, es würde ihm zu lange dauern, bis wir dort ankämen. Er wollte mal schauen, was das Navi sagt, wenn man „kürzeste Strecke” eingibt. Die neue Strecke war auch tatsächlich um einige Meilen kürzer, als die zuvor errechnete. „Dann wollen wir mal schauen” meinte er und fuhr wieder los, dem neuen Kurs folgend. Zunächst sah ja alles noch ganz gut aus. Aber nach jeder neuen Abbiegung wurde die Straße unwegsamer. Anfangs waren noch Reifenspuren zu sehen. Diese wurden dann immer weniger bis sie schließlich ganz aufhörten. Ringsum war nichts als Einöde zu sehen, keine Häuser, kein Vieh, rein gar nichts. Mir wurde etwas unheimlich, Ralf fand es (noch) lustig. Wir mussten einige Washes durchqueren und in einem Wash über eine längere Strecke langfahren. Zwischendurch sah es so aus, als würden wir da nie mehr rauskommen können. Wenden war auch nicht möglich, der Wash war zu schmal. Tja, das war halt die kürzeste Strecke! Aber dafür hatten wir sicher die doppelte Zeit gebraucht. Irgendwann kamen wir wieder aus dem Wash heraus und dann kamen wir auch wieder auf eine bessere Dirt Road, die ganz offensichtlich öfters befahren wurde. Hurra! Jetzt konnte doch nichts mehr schiefgehen! Dachten wir. Wir folgten der Dirt Road wieder eine ganze Weile. Von dieser sollte später eine weitere Dirt Road abzweigen, die uns dann direkt wieder auf eine asphaltierte Straße führen sollte. Dann standen wir plötzlich vor einem Zaun aus Stacheldraht. Laut Navi sollte die Straße hinter dem Zaun weitergehen, stattdessen ging sie nach rechts und links am Zaun entlang. Wir versuchten es erst nach rechts, und als wir dort keine Durchfahrt oder ein Gatter fanden nach links. Dann kehrten wir wieder um und fuhren doch nach rechts weiter, da ungefähr in dieser Richtung die Straße liegen müsste. Und tatsächlich kam dann nach einiger Zeit ein Abzweig, nachdem der Zaun endete. Nach wenigen Meilen erreichten wir endlich die asphaltierte Straße.

Agathla Peak
Schneefall am Agathla Peak

Wir hatten sehr viel Zeit verloren, es fing schon fast an zu dämmern. Und wir hatten immer noch viele Meilen zu fahren bis zum Monument Valley. Unterwegs wurde es richtig grau und es sah sehr nebelig aus. Am Agathla Peak (El Capitan) hielten wir kurz an um ein Foto zu machen. Da stellten wir fest, dass es ganz leicht schneite. Und wir fuhren direkt in die „Schneewand” hinein. Die Schneeflocken wurden immer mehr, gleichzeitig wurde es langsam dunkel. Der leichte Schneefall wurde fast zu einem kleinen Schneesturm, was uns ein wenig an die Fahrt nach Page erinnerte. Als wir dann das Monument Valley erreichten war das neue Kassenhäuschen, das wir im letzten Jahr das erste Mal gesehen hatten, schon geschlossen. In der Dunkelheit und bei dem Schneefall konnten wir die bekannten Buttes nur schemenhaft sehen. Alles war mit einer Schneeschicht bedeckt und es war gespenstig still. Wir fuhren direkt zu dem neuen Hotel „Monument Valley View”, das (zu unserem Bedauern) genau auf dem ehemaligen Campground „Mitten View” erbaut worden war. Auf diesem Campground hatten wir bereits zweimal übernachtet und es war jedesmal ein Erlebnis, morgens in aller Frühe direkt vom Campground aus den Sonnenaufgang zu beobachten. Das Hotel war erst wenige Wochen vor unserem Urlaub eröffnet worden. Wir bekamen auch ohne Probleme ein Zimmer und holten nur noch unser Gepäck aus dem Auto. Nach einer schönen Dusche und einem Bier fielen wir dann todmüde ins Bett. Ein schöner, aber anstrengender Tag ging zu Ende.

Gefahrene Meilen: 265