16. Tag
Freitag, 02.01.2009

White Pocket, Double Barrel Arch

Wir standen sehr früh auf, um 4:45 Uhr. Wir kochten Kaffee und machten einige belegte Brötchen zum Mitnehmen fertig. Um 5:55 Uhr starteten wir mit unserem geliehenen Jeep Rubicon zum White Pocket und hofften, dass wir dieses auch erreichen würden. Aber wir waren guter Dinge, denn der Jeep war doch um Einiges höher als der Dodge, und er hatte auch die bessere Bereifung.

White Pocket
 
White Pocket
 
White Pocket
Eindrücke vom White Pocket

Es war noch stockdunkel als wir losfuhren. Nichts war rechts und links der Straße zu sehen. Erst als wir die Houserock Valley Road erreichten, begann es langsam hell zu werden. Auf dem Weg hierher war die Temperatur bis auf 21° F gesunken. Doch später, als die Sonne aufgegangen war, wurde es dann richtig warm. Die Fahrt zum White Pocket schafften wir ohne Probleme, obwohl die Pisten eisglatt waren. Eine schöne Wegbeschreibung zum White Pocket gibt es hier.

Wir kamen gegen 8:50 Uhr dort an bei strahlendem Sonnenschein und wolkenlosem Himmel. Im ersten Moment kam es uns etwas fremd vor, bis wir feststellten, dass hier ein Zaun errichtet wurde, so dass man nicht mehr so nahe ans White Pocket heranfahren kann wie noch im letzten Jahr bei unserem ersten Besuch.

Dann machten wir uns auf den Weg in die phantastische Felslandschaft. Es lag überall noch recht viel Schnee, nur auf der Sonnenseite war er teilweise schon wieder verschwunden. Mindestens eine Person war vor uns hier gewesen, denn wir sahen seine Fußspuren überall. Außerdem hatten sich wohl auch einige Rinder hierher verirrt, wie wir an den Spuren und anderen Hinterlassenschaften erkennen konnten. Wir mussten ziemlich vorsichtig durch den Schnee gehen, denn wir wussten ja nie, was sich darunter befand. Es gab auch wieder viele Schneewehen, die wir nicht so direkt als solche erkennen konnten. Wir liefen eine ganze Weile herum und versuchten einige Stellen zu finden, die wir vom letzten Jahr noch in Erinnerung hatten. Aber die Orientierung war deutlich schwieriger als im Sommer, weil die markanten, farbigen Musterungen im Gestein größtenteils von Schnee bedeckt waren. Einige Stellen fanden wir gar nicht und teilweise mussten wir große Umwege in Kauf nehmen, weil die mit Schnee und Eis bedeckten Felsen zu rutschig waren. Nur der „Lollipop” war unübersehbar und nicht zu verfehlen. Wir kletterten vorsichtig herum und suchten uns möglichst einfache Wege in der verschneiten Felslandschaft. Wir wollten keine gebrochenen Knochen riskieren! Wir machten eine Menge Fotos, obwohl diese phantastische Landschaft ohne Schnee noch viel schöner und beeindruckender aussieht. Denn die vielfältigen Formen und Farben waren jetzt zum großen Teil nicht sichtbar. Wir waren uns einig, dass uns White Pocket im Sommer besser gefällt, aber auch so hatte es seinen Reiz. Auf jeden Fall bedauerten wir es nicht, hierher gefahren zu sein.

Mehr Fotos vom White Pocket gibt es in unserem Fotoalbum.

Details im White Pocket
Details im White Pocket
Interessante Strukturen

Um 12:30 Uhr machten wir uns wieder auf den Rückweg. Die Pisten waren jetzt angetaut und teilweise kam auch der darunter liegende Sand durch. Mit dem Jeep war das aber kein Problem, obwohl es stellenweise doch etwas glatt und rutschig war. Im Corral Valley hatten wir noch ein weiteres Ziel. Ca. 1 Meile bevor die Corral Valley Road wieder auf die Houserock Valley Road trifft, hielten wir dafür noch einmal auf einem kleinen „Parkplatz” auf der linken Seite und stellten unseren Wagen an einem Baum ab. Wir wollten noch einen Trail zu einem Arch machen von dessen Existenz ich die ersten Male, als wir hier vorbei fuhren, noch garnichts wusste. Es war noch genug Zeit für eine kurze Wanderung. Aber auch ein kurzer Trail kann ziemlich lang werden, wenn man (mal wieder) durch Schnee stapfen muss.

Unser Ziel war ein Doppelbogen, der Double Barrel Arch, oder auch Enigma Arch genannt. Er sollte ca. eine 3/4 Meile entfernt sein. Der Weg führte die ganze Zeit fast schnurgerade nach Süden an einem Zaun entlang. Verlaufen konnten wir uns da nicht. Uns kam es nur so vor, als sei der Weg viel länger als eine knappe Meile. Teilweise mussten wir wieder durch recht tiefen Schnee laufen und dabei ging es die ständig leicht bergauf. Dann endlich sahen wir den Arch auf der rechten Seite. Er lag hoch oben auf einer Felserhöhung und war von unten relativ schlecht zu fotografieren. Außerdem lag diese Seite komplett im Schatten. Wir suchten nach einer Möglichkeit nach oben zu kommen, näher an den Arch heran. Als wir links um die Felserhöhung herumgingen sahen wir, dass es von dort leicht möglich war nach oben zu gelangen.

Double Barrel Arch
Der Double Barrel Arch von der Rückseite
Ausblick
Aussicht über das Tal

Während Ralf auch gleich ganz nach oben kletterte, erkundete ich erst einmal die nähere Umgebung und bewunderte die schöne Aussicht über das Tal mit der Houserock Valley Road auf der gegenüber liegenden Seite. Oben und auch oberhalb des Arches sah es ganz interessant aus. Der Arch selbst sah ziemlich schrumpelig aus, sehr skurril. Direkt beim Arch war eine Felsenfigur, ebenfalls sehr schrumpelig, die mich irgendwie an einen Drachen oder an ein Monster erinnerte. Wir kletterten eine ganze Weile auf den Felsen herum bevor wir uns wieder einen Weg nach unten suchten. Der Rückweg zum Auto war diesmal etwas einfacher, da es die ganze Zeit leicht bergab ging und wir unsere Spuren vom Hinweg nutzen, das machte das Gehen etwas einfacher. Ich war froh, als wir den Jeep wieder erreichten, denn das Wandern im Schnee war doch sehr anstrengend.

Drache
"Der Drache"

Dann fuhren wir wieder weiter Richtung Page. Auf der Houserock Valley Road hatte inzwischen irgendjemand die eingefahrene Spur über lange Strecken verwüstet, was das Fahren etwas erschwerte. Wir fragten uns, wie das wohl passiert war und kamen zu dem Schluss, dass hier anscheinend jemand wenig Erfahrung auf so einer Schneepiste hatte und deshalb öfters aus der Spur geraten war. An einer Stelle sah es besonders heftig aus, so als hätte er sich da festgefahren und Mühe gehabt, da wieder heraus zu kommen. Dass jemand aus lauter Spaß die Piste so verwüstet hatte, wollten wir nicht so recht glauben.

Auf dem letzten Stück der Houserock Valley Road machten wir noch einen kurzen Fotostop, weil der Sonnenuntergang den Himmel mal wieder wunderschön rot färbte. So viele Sonnenuntergänge hatte ich noch nie fotografiert. Dann ging es ohne Pause zurück nach Page. Wir räumten schnell wieder unsere Sachen aus dem Jeep. Ralf verpasste ihm noch eine Wagenwäsche, bevor er ihn wieder zurück brachte. Danach gingen wir zu Slackers essen und machten uns dann noch einen gemütlichen Abend.

Gefahrene Meilen: 148