11. Tag
Sonntag, 28.12.2008

White Rocks, Cottonwood Canyon Road

Heute schliefen wir mal etwas länger und frühstückten ganz gemütlich in unserem Zimmer. Dann ging es los. Erst tanken und Kaffee für unterwegs besorgen, danach fuhren auf dem Highway 89 Richtung Churchwells (oder auch Church Wells - so steht es auf dem Schild, wenn man aus Richtung Kanab kommt), zunächst ohne ein besonderes Ziel. In Churchwells zweigte eine Dirt Road nach Norden ab, die in das Gebiet der White Rocks führte. Kurzentschlossen bogen wir in die Dirt Road ein, da wir dieses Areal noch nicht erkundet hatten. Es lag viel Schnee, aber auf der Straße waren Fahrspuren zu sehen, wir waren also nicht die ersten, die diese Strecke fuhren.

Hoodoos - White Rocks
Im Tal der...
White Rocks
...weißen Hoodoos

Wir wären eigentlich gerne zum Sidestep Canyon gefahren, doch ob wir auf diesem Weg dorthin kommen würden, war fraglich. Die Wegbeschreibung, die wir zum Sidestep Canyon hatten, begann an der Cottonwood Canyon Road und diese wollten eigentlich wir nicht fahren. Als die kleine Ortschaft Churchwells hinter uns lag, gab es auch keine Möglichkeit mehr abzubiegen und so folgten wir eine Weile der verschneiten, teilweise etwas rutschigen Piste, bis in einiger Entfernung die ersten weißen Hoodoos auftauchten. Dann bogen wir in das Tal ein und fuhren so nahe wie möglich an die Hoodoos mit den rotbraunen Kappen heran. Wir stapften durch den Schnee zu ihnen hin und sahen uns etwas um. Auf Grund des Schnees, der durch den Sonnenschein auch teilweise schon angetaut war, konnten wir leider nicht viel herum klettern. Es war einfach zu glatt und rutschig, deshalb mussten wir uns mit „ebenerdiger” Erkundung begnügen. Nachdem wir einige Fotos von den Hoodoos gemacht hatten, verließen wir dieses Tal wieder. Dafür mussten wir die Dirt Road ein Stück zurückfahren, weil es nur die eine Einfahrt gab.

Hoodoos
Hoodoos...
Zebra-Hoodoo
Hoodoos...
Hoodoo
Hoodoos...

Doch bevor wir losfuhren, suchten wir die Koordinaten des Sidestep Canyon aus unseren Unterlagen und verglichen sie mit unserem Standort. Wir waren zwar in der Nähe, aber in der Richtung, in die wir hätten fahren müssen, befand sich keine Straße. Es gab wohl keine Verbindung von „unserem” Tal zum Sidestep Canyon und an klettern in das Nachbartal war nicht zu denken. Wir fuhren also wieder aus dem Tal hinaus und gelangten gleich ins nächste. Auch hier befanden sich wieder einige Hoodoos, aber immer nur vereinzelt oder in ganz kleinen Gruppen. So fuhren wir eine ganze Weile von Tal zu Tal. Verfahren konnten wir uns nicht, denn es gab nur diese eine Piste, die durch die Täler führte. An den Seiten befanden sich die Hoodoos, die wir uns fast alle aus der Nähe ansahen.

White Rocks
Im Gebiet der...
White Rocks
...White Rocks

Dann kamen wir in ein weiteres Tal, das einen gewissen Spassfaktor bot. In der Mitte befanden sich in einigem Abstand mehrere Hügel hintereinander und Fahrspuren zeugten davon, dass andere vor uns sich auch schon diesen Spaß gemacht hatten. Bevor wir den ersten Hügel hinauffuhren, kletterte Ralf hinauf um zu schauen, wie es auf der anderen Seite weiterging, da wir das von unten nicht sehen konnten. Dabei stellte er dann fest, dass der Hügel ziemlich matschig und glitschig war, denn er rutschte aus und fiel der Länge nach in den schlammigen Boden. Laut fluchend kehrte er zum Auto zurück. Mit viel Schwung fuhren wir dann den Hügel hinauf und auf der anderen Seite gleich wieder hinunter. Das gleiche dann nochmal bei den anderen Hügeln und dann ging es weiter in ein etwas engeres Tal. Irgendwann endete unsere Fahrt, weil die Piste nicht mehr weiter ging.

Am Ende des Tales
Hier ging es nicht mehr weiter...

Wir stiegen aus und kletterten eine Erhöhung hinauf. Von hier oben hatten wir eine tolle Aussicht auf ein weiteres großes Tal mit vielen Hoodoos und wir suchten einen Weg hinunter. Aber es war überall sehr steil, und Eis und Schnee machten den Abstieg zusätzlich sehr gefährlich, deshalb mussten wir uns leider mit der schönen Aussicht begnügen. Im Sommer bei trockenen Bedingungen wäre das sicher kein Problem gewesen, aber so kletterten wir wieder zum Auto hinunter. Wir machten uns auf den Rückweg nach Churchwells, natürlich nicht, ohne noch einmal mit viel Schwung über die Hügel zu fahren.

Unterwegs achteten wir darauf, ob noch irgendeine Piste von der Dirt Road abzweigte, die vielleicht zum Sidestep Canyon führen könnte. Aber das war leider nicht der Fall. Wir überlegten kurz und entschlossen uns dann, es doch noch über die Cottonwood Canyon Road zu versuchen. Bevor wir Churchwells wieder erreichten, machten wir eine kurze Pause und aßen unsere mitgebrachten Brötchen.

Frisch gestärkt fuhren wir dann weiter bis zur Cottonwood Canyon Road, in die wir dann einbogen. Hier lag noch etwas mehr Schnee, aber es waren schon Autos vor uns hier lang gefahren. Nach 1,5 Meilen bogen wir auf die BLM Road 431 ab, der wir dann für 3,8 Meilen folgten. Dann passte die Wegbeschreibung nicht mehr mit den Gegebenheiten überein, oder wir konnten sie aufgrund des Schnees nicht erkennen.

Cottonwood Canyon Road
An der verschneiten...
Cottonwood Canyon Road
...Cottonwood Canyon Road

Wir irrten noch eine Weile umher, aber alle Möglichkeiten endeten immer in irgendeinem Wash und wurden immer schlechter befahrbar. So gaben wir dann schließlich auf und fuhren wieder zur Cottonwood Canyon Road zurück. Aber wir wollten versuchen, die CCR noch etwas weiter zu fahren. Aber auch hier wurde die Piste immer schlechter und schwieriger zu fahren. Der Schnee wurde immer tiefer und zwischendurch gab es immer wieder teilweise sehr große schlammige Stellen und schwierige Steigungen. Als wir die Brigham Plains Road erreichten, hielten wir kurz an.

Ralf wollte hier eigentlich die Serpentinen hinauf fahren, aber es gab nun keine Fahrspuren mehr im Schnee und so verzichtete er zu meiner Erleichterung darauf. Wir wendeten, fuhren die CCR wieder zurück und hofften dabei, wieder ohne Probleme alle Steigungen und Schlammstellen zu überwinden und nicht stecken zu bleiben. Aber es ging alles gut. Ich war froh, als wir die 89 erreichten und wieder Asphalt unter den Rädern hatten.

Wahweap Marina
Sonnenuntergang über der Wahweap Marina

An der Tankstelle in Greenehaven versorgten wir uns noch mit Kaffee und etwas Süßem und dann fuhren wir zum Wahweap View. Hier wollten wir den Sonnenuntergang fotografieren, da wir ja gestern etwas zu spät kamen. Heute waren wir zwar rechtzeitig da, aber dieses Mal war der Sonnenuntergang nicht so schön. Außerdem war ein dicker gelber Streifen über dem Horizont zu sehen (siehe Foto), der seinen Ursprung beim Navajo-Kraftwerk hatte... Das gefiel uns weniger und deshalb blieben wir auch nicht so lange dort. Aber wir würden sicher noch eine Gelegenheit haben, den Sonnenuntergang von dort oben zu beobachten, denn wir wollten ja noch einige Tage in Page bleiben.

Zum Abendessen gingen wir dieses Mal ins Steakhaus, da unsere Lieblings-Pizzeria Strombolli leider geschlossen hatte (wie wir später erfuhren, ist sie über den Winter immer geschlossen) und auch Slackers heute nicht geöffnet hatte.

Gefahrene Meilen: 115