24. Tag
Samstag, 10.01.2009

Painted Desert County Park, Meteor Crater, Grand Canyon National Park

Gegen 6 Uhr standen wir auf, machten uns reisefertig und checkten aus. Dann gingen wir zu Denny's frühstücken, supergut und reichlich. Danach fuhren wir auch gleich los. Die Sonne schien und kein Wölkchen war zu sehen. Mit 29°F war es aber nicht gerade warm.

Painted Desert County Park
Painted Desert County Park

Als erstes wollten wir heute zu einem kleinen Park ganz in der Nähe von Winslow, dem Painted Desert County Park. Es ist eigentlich eine typische Sunset Location, doch wir hofften, dass wir heute Morgen gute Lichtbedingungen haben würden. Wir fuhren den Interstate 40 ein kurzes Stück nach Osten und dann über den Exit 257 auf dem Highway 87 noch etwa 13 Meilen nach Norden. Eine kurze Stichstraße führte uns zum Scenic Overlook, der auf einem Plateau etwas oberhalb des Parks liegt. Von hier oben überschauten wir den Park, der uns ein bisschen an die Painted Desert im Petrified Forest erinnerte. Die Badlands erstreckten sich bis zum Horizont. Leider lag der vordere Teil noch im Schatten, verursacht durch das Plateau, auf dem wir standen. Im hinteren Teil lagen die farbigen Badlands in der prallen Sonne. Die Lichtverhältnisse waren leider nicht so gut, wie wir gehofft hatten, aber das was wir sahen, ließ uns ahnen, dass man unter anderen Bedingungen hier ein phantastisches Panorama hat. Ursprünglich wollten wir gestern Abend zum Sonnenuntergang hier gewesen sein, aber das hatten wir zeitlich einfach nicht mehr geschafft, die Suche nach einem Motel hatte uns zu viel Zeit gekostet. Nun standen wir hier oben, ließen uns den kräftigen Wind um die Nase wehen und machten einige Fotos. Es war ziemlich kalt. Das erleichterte uns die Entscheidung, nicht darauf zu warten, bis alles im Sonnenlicht lag, sondern schnell weiterzufahren.

Wir wollten heute auf jeden Fall bis zum Grand Canyon N.P. fahren. Auf dem Weg dorthin liegt der Barringer Krater, auf Straßenkarten als Meteor Crater eingezeichnet, den wir bei dieser Gelegenheit besuchen wollten. Dieser Krater ist ein Einschlagskrater eines Meteoriten, der vor ungefähr 50.000 Jahren hier eingeschlagen ist. Der Krater misst heute etwa 1,5 Kilometer im Durchmesser und ist etwa 170 Meter tief. Er wird von einem 30 Meter hohen Felsrand umgeben, der ihn von der umgebenen Ebene abgrenzt. Hier hatten die Apollo-Astronauten trainiert als Vorbereitung für ihre Mondexkursionen, um später die Mondkrater möglichst sinnvoll zu erkunden.

Meteor Crater
Meteor Crater
 
Interstate 40 Richtung Flagstaff
Unterwegs nach Flagstaff

Wir fuhren zunächst auf der I-40 nach Westen, dann über den Exit 233 auf die Meteor Crater Road, die direkt zum Krater führt. Ich hatte eigentlich keine hohen Erwartungen und wusste auch, dass es nicht all zu viel zu sehen gibt. Gerade deshalb fand ich es auch etwas übertrieben, hierfür 15 $ Eintritt pro Person zu verlangen. Aber da wir nun schon einmal da waren, wollten wir auch nicht wieder ohne etwas gesehen zu haben wieder zurückfahren. Wir bezahlten also die 15 Dollar Eintritt, konnten aber trotzdem noch nicht hinein, weil immer nur Gruppen hineingelassen wurden, etwa alle halbe Stunde. Da wir noch etwas Zeit hatten, gingen wir schnell noch einmal zum Auto, um uns wärmere Jacken zu holen, da es doch empfindlich kalt war. Als wir dann endlich hinein durften, nahmen wir gleich wieder den Ausgang zum Krater und liefen dort alle Wege ab, um wirklich „alles” zu sehen. Das „Alles” war dann ein großes Loch, auf dessen Boden in einem eingezäunten Areal sich noch irgendetwas befand, das man sich durch oben aufgestellte Ferngläser anschauen konnte. Ich konnte leider nicht erkennen, um was es sich da handelte. Wir machten einige Fotos von dem Krater, obwohl die Sonne gerade sehr ungünstige stand. Außerdem reichte mein Weitwinkel nicht so ganz für den Krater. Nachdem wir draußen alles gesehen hatten, gingen wir wieder in das Gebäude hinein, aber eigentlich mehr, um uns aufzuwärmen... Wir sahen uns nur kurz hier um, machten noch ein Foto von der Apollo-Kapsel, die vor dem Gebäude stand, dann war unser Besuch des Meteor Crater beendet. Nach einer Stunde saßen wir wieder im Auto und fuhren zurück zur I-40, um dann weiter nach Flagstaff zu fahren.

Bis Flagstaff fuhren wir ohne Pause durch. Dann suchten wir die Buchhandlung Barnes & Noble, die wir nach einigem Suchen, einmal Fragen und einmal Verfahren dann auch tatsächlich fanden. Ich hatte kein Problem, gleich mehrere Bücher zu finden, die ich gerne mitgenommen hätte. Leider hatten wir aber schon einige Mitbringsel gekauft und kurz vor Ende des Urlaubs war es aus gewichttechnischen Gründen nicht mehr möglich, Bücher zu kaufen. Aber der nächste USA-Aufenthalt kommt bestimmt und auch der nächste Barnes & Noble-Besuch!

Grand Canyon South Rim
Eindrücke...
Grand Canyon South Rim
...vom Grand Canyon

Nach der Unterbrechung fuhren wir weiter Richtung Grand Canyon. Wir wollten aber nicht über den Südeingang in den Canyon, sondern über den Osteingang. Das bedeutete, dass wir die 89 weiter nach Norden fahren mussten. Wir hielten nur noch einmal an der Cameron Trading Station, weil immer noch ein Mitbringsel fehlte. Aber wir fanden hier wieder nicht das Richtige und fuhren über die 64 weiter nach Westen zum Grand Canyon. Bis hierher hatte recht wenig Schnee gelegen, aber je näher wir dem Canyon kamen, umso mehr Schnee türmte sich an den Straßenrändern. Zu dieser Tages- und auch Jahreszeit waren wir hier noch nie durchgekommen. Wir hielten fast an jedem Oberlook und machten Fotos.

Sonnenuntergang
Sonnenuntergang

In Grand Canyon Village fragten wir nach einem Zimmer und hätten auch eines bekommen, aber im letzten Moment entschieden wir uns doch anders.

Wir hatten gesehen, dass die Straße zu Hermits Rest für den normalen Verkehr geöffnet war. Während der Saison fährt hier nur der Shuttle-Bus, deshalb waren wir auch noch nie bis Hermits Rest gekommen. Das wollten wir heute nachholen. Wir nutzten also die Gelegenheit und fuhren bis Hermits Rest, wobei wir wieder an fast jedem Oberlook anhielten, die grandiose Aussicht über den Grand Canyon genossen und fotografierten.

Vollmond am Grand Canyon
Vollmond am Grand Canyon

Als dann der Sonnenuntergang nahte, fuhren wir wieder zurück zum Mohave Point. Mittlerweile war es schon wieder ziemlich kalt geworden. Während wir fotografierten, sah ich plötzlich auf der gegenüberliegenden Seite des Canyons den Mond aufgehen. Heute war Vollmond, das hatten wir total vergessen. Mit steifgefrorenen Fingern wechselte ich noch einmal das Objektiv, um den Mond etwas größer ablichten zu können.

Anschließend war ich froh, mich im Auto wieder aufwärmen zu können. Wir aßen eine Kleinigkeit, bevor wir wieder weiterfuhren.

Nach zwei Stunden Fahrt erreichten wir Williams. Hier war noch alles mit Weihnachtsbeleuchtung geschmückt, das sah wunderschön aus. Ein Zimmer fanden wir auf Anhieb und wir lagen auch ziemlich schnell im Bett. Es war ein langer Tag gewesen und wir waren hundemüde.

Gefahrene Meilen: 318